Köln - Der 1. FC Kaiserslautern war der Gewinner des letzten Spieltags. Dank des 2:0-Auswärtserfolgs in Bochum schoben sich die Pfälzer auf Platz 2 vor. Nun reisen sie zum Topspiel zum Vierten Darmstadt 98 (ab 12:45 Uhr im Liveticker). Vor dem Hit spricht FCK-Stürmer Philipp Hofmann im Interview mit bundesliga.de über die neuen Ziele, die Stimmung in der Truppe und das Zusammenspiel mit Simon Zoller.

bundesliga.de: Philipp Hofmann, vier Spieltage sind noch zu spielen. Der FCK steht auf Platz 2. Wie ist die Lage in Kaiserslautern? Herrscht noch die Ruhe vor dem großen Sturm?

Philipp Hofmann: Die Stimmung ist gut, aber auch konzentriert und angespannt. Alle freuen sich auf das Spiel in Darmstadt. Wir wissen, dass noch schwierige Aufgaben auf uns zukommen. Darauf freuen wir uns, jetzt geht es richtig los.

"Kampf, Leidenschaft und Siegeswille"

bundesliga.de: Wie befreiend war unter diesen Voraussetzungen der Auswärtssieg in Bochum, nach dem sich die Mannschaft in dieser Saison gerade auswärts recht schwer getan hat?

Hofmann: Es war wichtig, dass wir auswärts wieder einmal ein Spiel gewonnen haben. Wir haben als Mannschaft gesehen, dass wir auch auswärts unser Ding durchziehen können. Es war nicht unser bestes Spiel in Bochum, aber es hat alles gepasst. Kampf, Leidenschaft und der Siegeswille waren da. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Das müssen wir jetzt auch in Darmstadt und den anderen Spielen zeigen.

bundesliga.de: Hat dieser Erfolg Signalwirkung für den Endspurt?

Hofmann: Es ist klar, dass es jetzt nur noch über den Willen und Kampf geht und darum, wer die meiste Energie hat. Viel wird sich im Kopf abspielen. Ich bin ganz optimistisch, dass wir das hinbekommen.

bundesliga.de: Wie ist Ihre Gefühlslage? Ist es eine Mischung aus Euphorie, Vorfreude, Anspannung?

Hofmann: Man freut sich, dass die Möglichkeit besteht, in drei, vier Wochen eine erfolgreiche Saison feiern zu können.. In Darmstadt und gegen St. Pauli kommt es zu den Spielen, in denen es darauf ankommt. Da müssen wir alles reinhauen.

bundesliga.de: Ihren Worten entnehme ich, dass der Aufstieg nun doch das Ziel ist, nachdem vorher der Sprachgebrauch galt, so viele Punkte wie möglich holen zu wollen und dann am Ende zu gucken, was dabei herausgekommen ist. Oder wird weiter tief gestapelt?

Hofmann: Vier Spieltage vor Saisonende ist es normal, dass das Thema Aufstieg zur Sprache kommt. Aber wir richten den Fokus dennoch weiterhin nur auf die nächste Aufgabe. Wir stehen jetzt richtig gut da und wollen so kurz vor dem Ziel etwas erreichen. Jetzt gilt volle Pulle. Jeder Fußballspieler will schließlich einmal in der Bundesliga spielen. Das wäre ein Traum.

"Wir wollen in Darmstadt gewinnen"

bundesliga.de: Vorher muss der FCK erst einmal beim heimstarken SV Darmstadt 98 bestehen. Bei einem Sieg am Samstag wäre zumindest der Relegationsplatz fast sicher, bei einer Niederlage wird es noch einmal richtig eng.

Hofmann: Wenn wir in Darmstadt gewinnen, würde es richtig gut aussehen. Aber man muss auch die Gegner danach - St. Pauli oder Aue - richtig ernst nehmen. Für die ist es im Abstiegskampf richtig knapp. Auch diese Spiele werden nicht einfach. Wir müssen jetzt in den letzten Spielen alles in die Waagschale werfen und wollen schon in Darmstadt gewinnen und uns da nicht verstecken.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie Darmstadt ein? Geht den Lilien im Endspurt ein bisschen die Luft aus?

Hofmann: Das glaube ich nicht. Sie haben bis jetzt eine super Saison gespielt. Sie haben die meisten Standardtore gemacht, lassen hinten wenig zu und ziehen ihr Ding durch. Und vorne haben sie gefährliche Leute wie Stroh-Engel oder Heller, die Tore schießen können.

bundesliga.de: Apropos Tore schießen. Sie haben bislang sechs Mal getroffen und liegen damit teamintern zusammen mit Alexander Ring vorne. Die Bilanz ist aber sicher noch ausbaufähig oder?

Hofmann: Wir haben viele Torschützen in der Mannschaft, auch unsere Abwehrspieler treffen regelmäßig. Ich versuche in den letzten Spielen, noch zwei, drei Tore beizusteuern.

bundesliga.de: Wie läuft das Zusammenspiel mit dem Winterneuzugang Simon Zoller?
Hofmann: Sehr gut. Wir verstehen uns auf dem Platz und ergänzen uns. Er ist der quirllige Stürmer, ich der typische Strafraumstürmer. Simon kann die Wege gehen, ich bin für die langen Bälle da und lege ab. Die Mischung ist gut.

"Wenn wir jetzt etwas ganz Großes schaffen, wäre das überragend"

bundesliga.de: Sie sind vor der Saison aus Ingolstadt zum FCK gewechselt. Beide Teams treffen am letzten Spieltag aufeinander. Da könnte es eine große gemeinsame Fete geben?

Hofmann: Das wäre klasse, keine Frage. Ich habe noch viel Kontakt zu meinen früheren Mitspielern und mich mit ihnen schon ausgetauscht. Aber bis dahin wartet noch ein harter Weg auf uns, damit beschäftigen wir uns noch nicht.

bundesliga.de: Gucken Sie ein bisschen neidisch nach Ingolstadt zum Tabellenführer oder haben Sie mit Ihrem Wechsel alles richtig gemacht?

Hofmann: Ich bin sehr zufrieden beim FCK. Am Anfang lief es für mich etwas durchwachsen. Aber in der Rückrunde habe ich richtig gut gespielt und fühle mich sehr wohl. Wir haben eine super Truppe. Ich bereue den Wechsel auf keinen Fall. Wenn wir jetzt etwas ganz Großes schaffen, wäre das überragend.

bundesliga.de: Hätten Sie Ingolstadt eine solche Entwicklung zugetraut?

Hofmann: Ja, denn schon in der letzten Rückrunde gehörte Ingolstadt zu den besten Rückrundenteams. Die Entwicklung hat mich nicht gewundert, weil auch Ralph Hasenhüttl ein toller Trainer ist. Es ist eine starke Leistung, dass sie so konstant spielen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski