München - Als Belohnung lockt die 2. Bundesliga, doch die Favoritenrolle wird zwischen dem VfL Osnabrück und Dynamo Dresden unablässig hin- und hergeschoben.

"In diesen Begegnungen gibt es keinen Zweit- und Drittligisten", behauptet VfL-Sportdirektor Lothar Gans vor der entscheidenden Partie am Dienstag in der osnatel Arena (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker). Aber auch die Gäste sehen sich nach dem 1:1 im Hinspiel eher als Außenseiter.

Loose stärkt den Teamgeist

"Wir legen mit einem 0:0 in Osnabrück los - und das reicht uns eben nicht", rechnet Dynamo-Trainer Ralf Loose vor. Zudem ärgert sich der Coach über den Relegationsmodus und macht sich für die Zukunft für ein drittes Match stark: "So wird das Spiel jetzt auf jeden Fall in Osnabrück entschieden, das ist nicht unbedingt fair." Allerdings: Nach den gleichen Durchführungsbestimmungen werden seit Jahrzehnten die Spiele in den europäischen Pokalwettbewerben ausgetragen.

In den Bus, der sich Montagmorgen, um 9:41 Uhr, Richtung Niedersachsen in Bewegung setzte, stiegen alle verfügbaren Spieler ein. "Ich habe alle Spieler aus dem letzten Training mitgenommen, das stärkt den Teamgeist. Erst nach dem Abschlusstraining im Osnabrücker Stadion werde ich entscheiden, wer in den Kader rückt", sagte Loose.

Kurzfristige Entscheidung in Sachen Aufstellung

Auch Florian Grossert (zuletzt verletzt) und Sebastian Schuppan (Gelb-Sperre abgesessen) können sich Hoffnung auf einen Einsatz machen. Letztgenannter gesteht: "Es war eine Katastrophe, das Hinspiel gegen Osnabrück nur von der Tribüne aus zu verfolgen. Da ist man aufgeregter, als wenn man auf dem Platz steht."

Ob er oder Dennis Bührer die linke Abwehrseite beackern werden, ließ Loose erst einmal offen: "Ich habe nichts gegen schwierige Entscheidungen. Dennis hat seine Sache im letzten Spiel sehr gut gemacht. Aber wer letztendlich spielen wird, entscheide ich erst am Dienstag."

Offensive Strategien

Die Zuschauer in der ausverkauften Osnabrücker Arena erwartet am Dienstag auf jeden Fall Hochspannung pur, denn beide Teams können und wollen nach eigenem Bekunden nicht auf Halten und Abwarten spielen.

"Wer uns kennt, weiß, dass wir zuhause sicher nicht auf 0:0 spielen. Wir wollen gewinnen", kündigt der ehemalige Dresdner und aktuelle Osnabrücker Torhüter Tino Berbig an.

Auch die Sachsen drängen auf eine Entscheidung nach 90 Minuten, sind aber auf alle Eventualitäten vorbereitet. Loose: "In jedem Training üben wir das Elfmeterschießen."

Keine guten Erfahrungen

Soweit allerdings wollen es die Niedersachsen mit den eigenen Fans im Rücken gar nicht erst kommen lassen. VfL-Trainer Heiko Flottmann: "Unser Publikum wird unser zwölfter Mann sein und uns pushen. Und wir werden zeigen, dass wir besser Fußball spielen können, als wir das im Hinspiel getan haben."

Gute Erfahrungen mit der Zweitliga-Relegation haben die Norddeutschen allerdings nicht gerade: Vor zwei Jahren waren zwei 0:1-Niederlagen gegen den SC Paderborn gleichbedeutend mit dem Absturz in die Drittklassigkeit.

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