Dresden - Der Name Kirsten bürgt im deutschen Fußball für Qualität. Im Gegensatz zu seinem Vater Ulf kümmert sich Sohn Benjamin aber um das Verhindern von Toren. Und dass er das ausgesprochen gut kann, hat der Torhüter von Dynamo Dresden im Relegations-Hinspiel gegen den VfL Osnabrück mal wieder unter Beweis gestellt.

Dabei scheint es so, als wären Druck und Nervosität für den 23-Jährigen Fremdwörter. "Wenn ich Emotionen in so ein Spiel lege, dann werde ich unkonzentriert. Deshalb versuche ich, die Situation immer neutral anzugehen. Dann strahle ich auch die nötige Ruhe aus", sagte Kirsten im bundesliga.de-Interview nach dem 1:1 gegen die Niedersachsen.

Für das Rückspiel malt er Dynamo gute Chancen aus. Ein Sonderlob verteilt er an die Dresdner Fans.

bundesliga.de: Herr Kirsten, wie fällt Ihr Fazit nach dem Remis gegen den VfL aus?

Benjamin Kirsten: Wir haben eine tolle Partie abgeliefert und über weite Strecken das Spiel dominiert. Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Auch nach dem Gegentor haben wir immer weiter Fußball gespielt. Das war eine sehr gute Leistung.

bundesliga.de: Mit einer besseren Chancenverwertung wäre aber ein Sieg drin gewesen.

Kirsten: Ja, aber da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Jeder Spieler hat alles gegeben. Dani Schahin hat für uns in den vergangenen Wochen sehr viele wichtige Tore geschossen. Leider hat es gegen Osnabrück nicht gereicht.

bundesliga.de: Sie wirken mit Ihren 23 Jahren enorm abgeklärt, obwohl der Druck groß war. Kennen Sie keine Nerven?

Kirsten: Wenn ich Emotionen in so ein Spiel lege, dann werde ich unkonzentriert. Und was dann passiert, hat man vor ein paar Wochen gegen Erfurt gesehen (1:3-Heimpleite, Anm.d.Red.). Dann mache ich Fehler. Deshalb versuche ich, die Situation immer neutral anzugehen. Dann strahle ich auch die nötige Ruhe aus.

bundesliga.de: Und das bei so einer unglaublichen und lauten Atmosphäre.

Kirsten: Die Fans haben über die gesamte Spielzeit hinter uns gestanden. Das war absolut bundesligatauglich. Das war eine Stimmung wie im Europapokal. So eine Stimmung herrscht vielleicht noch in Dortmund, aber sonst nirgendwo. Das war der Dank der Fans für unsere famose Rückrunde und dafür, dass wir den Traum am Leben erhalten.

bundesliga.de: Träumen Sie denn schon vom Aufstieg?

Kirsten: Ich träume nie. Ich denke, was das Sportliche angeht, nur von Tag zu Tag. Und bis Dienstag ist es noch ein bisschen hin. Wir hätten das Hinspiel gewinnen können, aber letztlich ist das 1:1 nicht die schlechteste Ausgangslage.

bundesliga.de: Vergoldet Dynamo am Dienstag eine tolle Saison?

Kirsten: Die Osnabrücker haben genau gesehen, was wir drauf haben. Das Duell ist nach dem 1:1 weiter offen. Prognosen gebe ich aber nie ab. Wir werden sehen, was passiert. Die Osnabrücker haben jetzt auf jeden Fall den Heimdruck.

Aus Dresden berichtet Michael Reis

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