München - Das neue Jahr beginnt immer mit guten Vorsätzen. Das ist bei den Löwen nicht anders: "Ich bin optimistisch, dass wir die verbleibenden 15 Spielen besser bestreiten als die Partien der bisherigen Saison", sagt Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner. "Wir starten mit ambitionierten Zielen aus einer schwierigen Situation heraus."

Der 45-Jährige ist nach wie vor von der Qualität des Teams überzeugt, deshalb "werden wir nicht zwingend jemanden verpflichten. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem aktuellen Kader. "Nur wenn wir Spieler bekommen können, die uns sofort weiterhelfen, oder bei Abgängen", sei das denkbar.

"Wir wollen keinen loswerden"

So ist bei Grzegorz Wojtkowiak ein Wechsel in seine polnische Heimat nicht ausgeschlossen. Dem 30-Jährigen, der zum Trainingsstart in München weilte, wurde die Erlaubnis erteilt, mit einem Verein zu verhandeln. „Wir haben seinem Wunsch entsprochen", erklärt Poschner dazu, der von „einem offenen Ende" spricht. Momentan sei der Verteidiger der einzige, der eine konkrete Anfrage vorliegen hat. „Jeder Spieler weiß, wie es um ihn steht. Wir wollen keinen loswerden", so Poschner.

Nichts gehört hat der Sport-Geschäftsführer bisher von Bobby Wood und Markus Steinhöfer. Für beide beginnt das Training mit der U21 erst am kommenden Montag. "Sie suchen von sich aus - mit unserem Einverständnis natürlich - einen neuen Verein." Zuletzt spielten Wood und Steinhöfer in den Planungen von Markus von Ahlen "aus rein sportlichen Erwägungen" (Poschner) keine Rolle mehr, trainierten mit der Regionalliga-Mannschaft. Aber auch für sie bleibt die Tür offen. "Ich arbeite mit jedem Spieler zusammen, wenn er sich an die Regeln hält", sagt von Ahlen.

Weiter auf junge Spieler setzen

Wie Poschner ist auch der Chefcoach vom Potential des aktuellen Kaders überzeugt. Die beiden Rückrundenspiele vor der Weihnachtspause, die gegen die beiden Spitzenteams Kaiserslautern und Leipzig jeweils 1:1 endeten, bestärkten ihn. Er wird seinen eingeschlagenen Weg deshalb konsequent fortsetzen. "Auf lange Strecke zahlt es sich aus, auf junge Spieler zu setzen. Das ist der Stil des Vereins."

Unter Cheftrainer Markus von Ahlen hatten zuletzt Korbinian Vollmann und Fejsal Mulic den Sprung in den Zweitliga-Kader geschafft. Zum Trainingsauftakt standen mit Richard Neudecker, Emanuel Taffertshofer und Felix Weber drei weitere Talente aus der U21 auf dem Platz. "Es ist denkbar, dass der eine oder andere mit ins Trainingslager fährt", traut er ihnen den Profibereich zu, ohne jedoch seine routinierten Spieler aus den Augen zu verlieren. "Jeder muss seine Qualitäten einbringen. Die Älteren ihre Erfahrung, die Jüngeren ihre Unbekümmertheit", setzt der 44-Jährige auf die richtige Mischung.

"Stabilisierung und Perfektionierung"

Der Trainingsstart 2015 ist für von Ahlen eine Premiere. Erstmals leitet er eine Vorbereitung bei den Löwen als Cheftrainer. "Für mich ist es von Vorteil, dass ich schon vor der Winterpause mit der Mannschaft arbeiten konnte. Jetzt geht es darum, ein Fundament zu legen." Fitness, Taktik und Mentalität seien die Stützpfeiler. "Darauf aufbauend müssen wir unsere Flexibilität entwickeln. Es geht um Stabilisierung und Perfektionierung."

Von Ahlen, der die Weihnachtstage mit seiner Familie verbrachte, beschäftigte sich auch in der freien Zeit mit den Löwen. "Ich habe Spaß daran, die Dinge voranzutreiben." Dabei reflektierte der Ex-Profi die aktuelle Situation, die er in die Planungen für die Vorbereitung einfließen ließ. "Es geht dabei nicht um puren Aktionismus, sondern darum, gezielt Impulse zu setzen", sagt er.

So steht bereits am zweiten Vorbereitungstag nach dem Morgentraining das Testspiel gegen Drittligist VfB Stuttgart II (9. Januar, 14 Uhr, Trainingsgelände) auf dem Programm. "Der Wettkampf ist für uns wichtig." Wie von Ahlen ist auch das Team heiß auf die restlichen 15 Saisonspiele. "Wir haben Fehler gemacht, die wir abstellen wollen und müssen. Ich spüre, dass bei der Mannschaft der Wille und die Leidenschaft da sind."