Köln - Bei Eintracht Braunschweig rollt seit ein paar Tagen schon wieder die Kugel im Training. Die Niedersachsen gehören zu den sechs Vereinen der 2. Bundesliga, die das Training als erste wieder aufnahmen. Die großartige Hinrunde gehört der Vergangenheit an, jetzt heißt es für den Herbstmeister die Erfolge zu bestätigen. Im Interview mit bundesliga.de spricht Eintracht-Newcomer Onel Hernandez über sein erstes Halbjahr in Braunschweig, seinen Sturmpartner Domi Kumbela und die Aufstiegschancen.

bundesliga.de: Onel Hernandez, wie breit war denn Ihr Grinsen unterm Weihnachtsbaum, wenn Sie an die Hinrunde mit der Eintracht gedacht haben?

Onel Hernandez: Auf jeden Fall sehr breit. (lacht) Es war ein schönes Gefühl, nach einer so tollen Leistung des Teams als Erster in die Winterpause zu gehen. Die Hinrunde war insgesamt sehr erfolgreich für uns.

bundesliga.de: Mussten Sie die Erfolge dieses halben Jahres erst einmal sacken lassen oder hätten Sie am liebsten ohne Pause durchgespielt?

Hernandez: Man braucht schon eine Pause, um sich auch einmal auszuruhen und dann wieder mit voller Kraft zurückkommen zu können.

bundesliga.de: Sie haben alle 17 Punktspiele in der Hinrunde bestritten, vier Tore und drei Assists beigesteuert. Wie ordnen Sie diese Hinserie für Sie persönlich ein?

Hernandez: Die Zahlen hören sich gut an. Ich versuche immer, mit allem was ich habe, dem Team zu helfen. Mit meinen Toren und Assists bin ich sehr zufrieden.

bundesliga.de: Haben Sie damit gerechnet, dass Sie nach Ihrem Wechsel zur Eintracht dort auf Anhieb so gut zurechtkommen würden?

Hernandez: Es ist schon unglaublich, dass es so schnell ging, denn mir war schon klar, dass ich nicht mehr in der Regionalliga spiele, sondern in der 2. Bundesliga. Davon träumt jeder Junge. Ich musste mich im Training beweisen, Gas geben und an mich glauben. Ich freue mich darüber, dass der Trainer mich immer positiv mitgenommen hat. Ich fühle mich bei der Eintracht pudelwohl.

"Die Bundesliga ist noch weit weg"

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bundesliga.de: Ihr Sturmpartner ist Domi Kumbela. Was können Sie sich von so einem "alten Hasen" noch abgucken?

Hernandez: Sehr viel. Er kommt immer mit einer positiven Stimmung in die Kabine. Er ist immer gut drauf und lacht viel. Und auf dem Platz sieht man sich als Stürmer seine Bewegungen und seine Abläufe an. Von solchen älteren und erfahrenen Spielern, die lange in der 2. Bundesliga oder noch höher gespielt haben, kann man sich immer etwas abgucken.

bundesliga.de: Jetzt geht die Eintracht als Herbstmeister in die Rückrunde. Was haben Sie sich für die Rückrunde für Ziele gesteckt?

Hernandez: Wir wollen erstmal die Vorbereitung und das Trainingslager gut überstehen. Dann schauen wir auf das erste Spiel bei den Würzburger Kickers, das wir auf jeden Fall gewinnen wollen. Dann schauen wir weiter. Wir gehen die Rückrunde Step-by-Step an. Mehr haben wir nicht auf dem Schirm.

bundesliga.de: Nach dem Traumstart mit 25 Punkten aus den ersten zehn Spielen folgten "nur" noch neun Zähler aus den weiteren sieben Partien. Haben Sie zum Ende der Hinrunde schon den Eindruck gehabt, dass sich die Gegner besser auf Braunschweig eingestellt haben?

Hernandez: Wir stehen jetzt seit 17 Spielen oben und kommen dementsprechend als Favorit zu den Spielen. Dann reißen sich alle Gegner zusammen und sind besonders motiviert gegen uns. Sie versuchen, unser Spiel zu durchschauen. Das macht es für uns schwer. Unter dem Gesichtspunkt kam die Pause zur rechten Zeit. Wir werden uns entsprechend vorbereiten.

bundesliga.de: Es gibt noch einige Spieler bei der Eintracht, die den Aufstieg 2013 miterlebt haben. Die wissen, dass und wie es geht. Träumen Sie ein bisschen von der Bundesliga?

Hernandez: Die Bundesliga ist noch weit weg. Darüber machen wir uns jetzt noch keinen Kopf. Klar haben wir Spieler wie Mirko Boland oder Ken Reichel in unseren Reihen, die das damals mitgemacht haben. Das ist für uns auch sehr gut, weil sie uns sagen, dass wir noch nichts erreicht haben und wir ruhig bleiben müssen. Deshalb versuchen wir weiter hart zu arbeiten und zu schauen, was passiert.

bundesliga.de: Sie haben den ersten Gegner im neuen Jahr bereits angesprochen. Es geht zu den Würzburger Kickers: In der Liga hat die Eintracht zuhause gewonnen, im Pokal auswärts verloren.

Hernandez: Stimmt, wir haben dort in der Verlängerung mit 0:1 verloren, und ich habe gar nicht gespielt. Wir wissen, was uns erwartet und werden uns jetzt in den nächsten drei Wochen bestmöglich auf das Spiel vorbereiten.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski