München - Oliver Kreuzer ist neuer Sportdirektor beim TSV 1860 München. Der 49-Jährige löst Necat Aygün als Sportdirektor ab, der nach dem Rücktritt von Gerhard Poschner bis auf weiteres diese Funktion übernommen hatte. Kreuzer erhält einen Vertrag bis 2018.

"Oliver Kreuzer soll der Kopf des Sports sein. Er hat in seiner Karriere Höhen und Tiefen erlebt, war im Meisterschafts- und Abstiegskampf, hat Führungsqualitäten, kann Leute motivieren und Zahlen lesen", schilderte 1860-Geschäftsführer Noor Basha die Vorzüge des gebürtigen Mannheimers. Scherzhaft fügte Kreuzer beim Thema Zahlen an: "Ja, ich habe Bankkaufmann gelernt!" Für Basha seien für die Position des Sportchefs Kreuzers "Erfahrung als Spieler und Manager im In- und Ausland" ausschlaggebend gewesen.

"Club mit großer Strahlkraft"

"Die Situation ist nicht einfach. Aber ich glaube an den Verein", sagt Kreuzer selbst. "Letztendlich brauchst du positive Resultate, um Ruhe in den Verein zu bringen." Über das Vertrauen, das ihm von den Löwen entgegengebracht wird, freut sich der 49-Jährige. "Ich bin stolz darauf, für Sechzig arbeiten zu dürfen. Es ist ein spezieller Verein mit einer großen Tradition und einer unglaublichen Fankultur. In Deutschland hat der Verein eine Strahlkraft wie Schalke, Dortmund, der HSV oder St. Pauli."

Er glaube an die Löwen, "auch wenn es aktuell nicht so gut aussieht. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, um sukzessive in der Tabelle nach oben zu klettern." Dabei sieht sich Kreuzer keineswegs als One-Man-Show. "Nur im Team können wir die Aufgaben lösen. Es bringt ja nichts, wenn ich einen Spieler hole, von dem die Trainer nicht überzeugt sind", führt er als Beispiel an.

Kader "absolut zweitligatauglich"

Den Kader der Löwen bezeichnet Kreuzer als "absolut zweitligatauglich", zumal im Winter einige aktuell verletzte Spieler zurückkehren werden. Mit Coach Benno Möhlmann habe man zudem den richtigen Mann verpflichtet. "Er ist ein unglaublicher Fachmann mit viel Erfahrung in der 2. Bundesliga und der nötigen Gelassenheit und Souveränität. Wir werden miteinander sprechen und schauen, was wirtschaftlich möglich ist", sagt Kreuzer.

Sportlich drückt der Schuh besonders in der Offensive, glaubt Kreuzer. "Die Fakten sind klar: Wir haben relativ wenig Tore geschossen", sagt er. Fünf der sechs Niederlagen endeten 0:1. "Auch bei den sechs Unentschieden waren es nur Kleinigkeiten, die den Sieg verhindert haben. Hättest du fünf, sechs Punkte mehr auf dem Konto, wäre alles weitgehend in Ordnung."

"Positive Woche"

Zum neuen Kompetenzteam soll auch Necat Aygün zählen. Der 35-Jährige hatte vorübergehend die Aufgaben des Sportchefs nach dem Rückzug von Gerhard Poschner übernommen und wird nun Technischer Leiter. "Ich schätze Necat sehr, wir kennen uns schon lange", sagt Kreuzer. "Er ist eine Institution im Verein, kann mir in vielen Dingen behilflich sein." Aygün soll als Bindeglied zwischen Nachwuchsleistungszentrum und Profibereich fungieren sowie im Scouting tätig sein.

Nach der Vertragsunterschrift geht der Blick bei Kreuzer gleich auf das kommende Spiel bei Eintracht Braunschweig: "Die vergangene Woche war durchweg positiv mit dem Weiterkommen im DFB-Pokal in Mainz und dem Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen Duisburg. Wir können selbstbewusst in Braunschweig auftreten", findet Kreuzer, der das Spiel von der Bank aus verfolgen wird. "Auf der Tribüne hat man den besseren Überblick. Aber unten bin ich näher an der Mannschaft dran. Das ist mir wichtig."