Bielefeld - Den Krimi um den begehrten Relegationsplatz 16 in der 2. Bundesliga hat Arminia Bielefeld gegen Dynamo Dresden hauchdünn für sich entschieden. Der Klassenerhalt ist jedoch noch längst nicht unter Dach und Fach. Arminia-Coach Norbert Meier will vom Dresden-Spiel nicht mehr viel wissen: Der SV Darmstadt 98 steht jetzt ganz oben auf Agenda.

"Sicher haben wir in Dresden eine tolle Leistung gezeigt, aber das ist jetzt auch schon wieder Vergangenheit. Jetzt liegt der Fokus auf den zwei sehr wichtigen Spielen gegen den SV Darmstadt 98", sagte Meier auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Hessen (Freitag, ab 20:15 Uhr im Live-Ticker). In der Vorbereitung auf das Spiel überlässt er nichts dem Zufall. Auf die Frage ob die Gespräche mit den TV-/Radiostationen aufgrund des sehr regnerischen Wetters dieses Mal drin gemacht werden könnten, entgegnete Meier: "Nein, wir gehen raus. Das hat letztes Mal auch Glück gebracht."

Meier hat Erfahrung mit Relegationsspielen

Nur Glück reicht jedoch nicht, gerade in Relegationsspielen. Damit kennt sich der 55-Jährige bestens aus, stieg mit Fortuna Düsseldorf in der Saison 2011/12 gegen Hertha BSC in die Bundesliga auf. Nun steht der Coach mit seiner Mannschaft auf der anderen Seite und kämpft gegen den Abstieg: "Hertha war uns damals spielerisch überlegen. Doch dank unseres absoluten Willens, sind wir aufgestiegen."

Genau diesen Willen fordert Meier nun von seinen Arminen, ein Selbstläufer sei gegen Darmstadt nämlich nicht zu erwarten: "Wer nur ansatzweise glaubt, dass wir Darmstadt mal eben im vorbeigehen schlagen, der ist auf dem Holzweg. Wir werden wieder richtig hochfahren müssen. Die Chancen stehen 50:50", warnte Meier.

Stroh-Engel steht nicht alleine im Fokus

Mit dem SV Darmstadt 98 erwartet Bielefeld in der Tat ein richtig harter Brocken (Vorbericht). Der Tabellendritte der 3. Liga sammelte 72 Punkte, war zwischenzeitlich 17 Spiele ungeschlagen und kickte Borussia Mönchengladbach aus der 1. Pokalrunde. Auch der Name Dominik Stroh-Engel hat sich bis nach Ostwestfalen herumgesprochen. Mit 27 Treffern stellte der schlaksige Mittelstürmer einen neuen Drittligarekord auf.

Allerdings werde man sich nicht allein auf den kopfballstarken Darmstädter konzentrieren, betonte der Sportliche Leiter Samir Arabi: "Wir werden unser Spiel sicher nicht vollkommen auf Stroh-Engel ausrichten, Darmstadt verfügt noch über eine Menge weiterer sehr guter Spieler."

Taktische Spielereien sind ausgeschlossen

Dass die Bielefelder zuerst auswärts ran müssen, sieht Trainer Meier nicht als großen Vorteil an.  "Der Spielplan steht ja vor der Saison schon fest", allerdings täte "natürlich ein Auswärtstor immer gut". Von taktischen Spielereien was das Hin- und Rückspiel angeht hält der 55-Jährige allerdings nichts: "Natürlich müssen wir stets gut organisiert sein. Nur abwartend zu spielen, reagieren statt zu agieren, das ist jedoch nicht der richtige Weg."

Personell kann Meier bis auf den gelb-rot-gesperrten Thomas Hübener aus dem Vollen schöpfen. Der eine oder andere Spieler schlägt sich noch mit kleineren Blessuren aus dem Dresden-Spiel herum, die sind "jedoch nicht so schwerwiegend", verriet der Coach. Auch auf den Tribünen sieht es gut aus. Die Euphorie in der Stadt ist riesig. Fünf Stunden Wartezeit musste man investieren, um sich noch ein Ticket für das Rückspiel zu sichern. Auch auswärts fährt die Arminia mit vollem Gästeblock auf. Beide Spiele sind restlos ausverkauft. Ginge es nach der Arminia feiert man im Rückspiel vor vollem Haus den Klassenerhalt in der 2. Liga. Die Ansage ist klar: "Wir wollen die Chance beim Schopfe packen", sagte Meier.

Aus Bielefeld berichtet Yannik Schmidt