Fürth - Nach einer langen Verletzungspause will Christian Dorda in der 2. Bundesliga bei der SpVgg Greuther Fürth wieder durchstarten. Der 22-jährige Linksverteidiger überzeugte bei einem Probetraining bei den "Kleeblättern" und erhielt einen Einjahresvertrag mit Option auf eine Verlängerung.

Nahezu sein ganzes Fußballerleben verbrachte Christian Dorda bei Borussia Mönchengladbach. Nicht nur das, 1988 wurde der 1,82 Meter große Linksfuß auch in Mönchengladbach geboren. Nach seinen ersten fußballerischen Schritten beim SC Wegberg wechselte er als siebenjähriger Knirps zur Borussia, wo er sämtliche Jugendabteilungen durchlief.

Schon mit 19 in der Bundesliga

Im Jahr 2006 lief er erstmals für die zweite Mannschaft in der Regionalliga auf. Insgesamt bestritt er 22 Begegnungen, in denen er sich für höhere Aufgaben empfahl. Schon unter Jupp Heynckes wurde er als Teenager ein Mal für den Profikader nominiert. Es dauerte dann aber noch einmal zwei Jahre, ehe seine Stunde schlug, als die Profitruppe der Borussia wieder einmal arg vom Verletzungspech gebeutelt wurde.

Christian Dorda kam mit 19 Jahren zu seinem Bundesliga-Debüt. Am 8. November 2008 ließ ihn der damalige Borussia-Trainer Hans Meyer beim 2:0-Auswärtssieg in Bielefeld 90 Minuten durchspielen. Dorda machte seine Sache so gut, dass er zwei Wochen nach seinem 20. Geburtstag einen Profivertrag unterschrieb und bis zum 21. Spieltag bereits sieben Bundesliga-Spiele absolviert hatte. Doch mehr kamen nicht dazu.

Verletzung legte ihn lahm

Die Borussia hatte in der Winterpause personell nachgelegt und eine Reihe von erfahrenen Spielern verpflichtet, die im Abstiegskampf dem Eigengewächs vorgezogen wurden. Meyers Nachfolger Michael Frontzeck setzte nicht mehr auf das Talent aus den eigenen Reihen, das sich dann auch noch schwer verletzte und nach einem Riss der Patellasehne rund 17 Monate verletzt ausfiel.

Erst in diesem Frühjahr wurde Christian Dorda, der auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, wieder in der Regionalliga eingesetzt. Sein im Juni auslaufender Vertrag in Mönchengladbach wurde allerdings nicht mehr verlängert.

Viel Lob für Dorda

In Fürth bekam er die Chance, bei einem Probetraining vor Trainer Mike Büskens vorzuspielen. Er nutzte sie. "Er hat uns durch seine Trainingseindrücke überzeugt. Er soll sich über Einsätze im U-23-Team für die Lizenzmannschaft empfehlen", urteilte Fürths Manager Rachid Azzouzi.

Auch Fürths Präsident Helmut Hack lobt den ablösefreien Neuzugang: "Hans Meyer vertraute ihm im Gladbacher Abstiegskampf, das sagt schon viel über den Jungen aus." In Fürth kann Christian Dorda ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Gladbacher Teamkollegen Thomas Kleine feiern.

"Ich freue mich riesig über das Fürther Vertrauen und über die neue Chance", sagt Christian Dorda. Manchmal muss man eben in seiner Karriere einen vermeintlichen Rückschritt in Kauf nehmen, um langfristig wieder nach vorne zu kommen. Bleibt er von Verletzungen verschont, könnte Christian Dorda im Frankenland noch eine wichtige Rolle spielen.

Tobias Gonscherowski