Duisburg - In den drei Jahren seiner Profikarriere hat Daniel Brosinski schon so einige Höhen und Tiefen erlebt. Als umjubelter Torschütze wurde er einst in der Münchner Allianz Arena gefeiert. Kurz danach verschwand in den Niederungen der 3. Liga. Jetzt will er beim MSV Duisburg den Reset-Knopf drücken und neu durchstarten.

Daniel Brosinki wurde 1988 in Karlsruhe geboren und spielte zunächst in seiner Jugend bei der SG Siemens Karlsruhe, bevor er mit 13 Jahren zum Karlsruher SC wechselte. Dort durchlief er die Jugendteams und schaffte schließlich den Sprung in die zweite Mannschaft des KSC. In der Saison 2007/08 kam er in der Regionalliga Süd zu 28 Einsätzen, in denen er drei Mal als Torschütze glänzte.

Profi-Vertrag in Köln

Auch in der U20-Nationalmannschaft debütierte der Teenager im November gegen die Schweiz und erzielte gleich einen Treffer beim 2:1-Sieg. Brosinski spielte sich in die Notizbücher einiger Scouts und wurde Profi. Nicht beim KSC, sondern beim Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Köln, der unter Trainer Christoph Daum gerade die Rückkehr in die Eliteliga geschafft hatte.

Der Anfang in Köln war schwer. Brosinski teilte das Schicksal so vieler Talente. Im September 2008 etwa trat der 1. FC Köln gegen Bayern München an, doch für das badische Talent war kein Platz im Kader. Statt gegen den Rekordmeister ran zu dürfen, wurde Brosinski von seinem Verein ins rheinische Brühl deligiert, wo er bei einem Kinderturnier signierte FC-Bälle verschenken durfte. So hatte er sich sein Profidasein nicht vorgestellt.

Als Daums Joker ins Rampenlicht

Doch der damals 20-Jährige ließ den Kopf nicht hängen, trainierte noch härter und wartete auf seine Chance. Die kam genau ein halbes Jahr später in der ausverkauften Münchner Allianz Arena. Christoph Daum zauberte urplötzlich Brosinski aus dem Hut, ließ ihn gegen die Bayern debütieren und sich nach dem Schlusspfiff auf die Schulter klopfen.

Denn der offensive Mittelfeldspieler hatte an jenem Karnevalssamstag beim sensationellen Kölner 2:1-Sieg das Tor zum vorentscheidenden 2:0 erzielt. Neun weitere Bundesliga-Spiele gönnte ihm Daum. Dann war Daum weg. Unter seinem Nachfolger Zvonimir Soldo lief es nicht mehr so gut, auch wenn er immerhin noch acht Mal zum Einsatz kam.

Der Kreis schließt sich

Dann war Schluss in Köln, Brosinski wechselte in der Winterpause in die 3. Liga zum SV Wehen Wiesbaden. Dort machte er wieder positiv von sich reden. Stammspieler war er, traf fünf Mal in 19 Spielen. Wehen scheiterte knapp am Aufstieg. Brosinski schaffte ihn trotzdem - durch seine Unterschrift beim MSV Duisburg.

An der Wedau will er im zweiten Anlauf den Durchbruch bei den Profis schaffen. Am 17. Juli starten die Meidericher in die neue Saison. An dem Tag feiert Daniel Brosinski seinen 23. Geburtstag. Es geht zum Karlsruher SC, wo für ihn damals alles begann. So schließt sich der Kreis. Fürs Erste.

Tobias Gonscherowski