Nach der kurzen Winterpause startet am 15. Januar die Rückrunde in der 2. Bundesliga. Einige Profis haben sich für die zweite Halbserie viel vorgenommen.

Ob durch Verletzungen, Formkrisen oder Reservistenrollen: Nicht alle Spieler konnten in der Hinrunde schließlich das zeigen, was sie können und von sich selbst erwarten.

bundesliga.de blickt deshalb auf fünf Profis der 2. Bundesliga, die in der Rückrunde noch einmal richtig angreifen wollen:

Srdjan Baljak (MSV Duisburg)

Srdjan Baljak wird sich an den 24. Mai 2009 sicherlich noch gerne erinnern: Bei strahlendem Sonnenschein absolvierte er am Mainzer Bruchweg sein bislang letztes Spiel in der 2. Bundesliga. Baljak erzielte in den ersten 17 Minuten zwei Tore - und ebnete dem 1. FSV Mainz 05 so am 34. Spieltag den Weg zu einem 4:0-Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen und der Rückkehr in die Bundesliga.

Dort lief es für den Serben, mit elf Toren und neun Assists vergangene Spielzeit Fünfter der Scorerliste in der 2. Bundesliga, weniger gut. Er kam in der starken Hinrunde der Mainzer nur zu vier Kurzeinsätzen und will sich nach seinem Wechsel zum MSV Duisburg wieder beweisen. "Für uns war es wichtig, dass wir einen Spieler verpflichten, der die 2. Bundesliga kennt und sich dort schon etabliert hat," sagte MSV-Sportdirektor Bruno Hübner. Baljak versucht jetzt das zu wiederholen, was er schon im vergangenen Jahr geschafft hat: Seinen Club zum Aufstieg zu schießen.

Alexander Ludwig (TSV 1860 München)

Es ist ja nicht so, dass Alexander Ludwig eine schwache Hinrunde gespielt hätte. Nach seinem Wechsel vom FC St. Pauli zum TSV 1860 München hatte der gebürtige Thüringer allenfalls ein paar Eingewöhnungsprobleme. Sein Fazit zur Hinrunde der "Löwen" liest sich deshalb ein wenig wie die Beschreibung seiner eigenen Entwicklung in München: "Schlecht angefangen, dann stabilisiert - und weiter steigerungsfähig."

Das bewies Ludwig, der bislang drei Torer erzielte und drei vorbereitete, schon zum Ende der Hinrunde. Mit seinem Treffer zum 1:0 im Derby gegen den FC Augsburg beglückter er die Fans. Die wählten ihn bei der Umfrage nach dem "Löwen"-Spieler der Hinrunde auf Platz 3. Diesen Rang strebt 1860 in der Rückrunde auch in der Tabelle der 2. Bundesliga an, auch wenn man momentan noch auf Platz 12 rangiert. Alexander Ludwig will seinem Club dabei helfen, noch mal richtig anzugreifen.

Leonhard Haas (SpVgg Greuther Fürth)

Nach einer Seuchen-Hinrunde soll es in der Rückserie für Mittelfeld-Allrounder Leonhard Haas bei der SpVgg Greuther Fürth wieder deutlich bergauf gehen. Und das Jahr 2010 lässt sich für Haas gut an: Nachdem ihn lange Zeit Achillessehnenbeschwerden matt gesetzt hatten, konnte er im Traingslager des neuen Coachs Mike Büskens in Belek wieder voll mitwirken. Auch im Test gegen den 1. FC Köln (0:1) durfte er eine Halbzeit ran.

Dass er dann doch vorzeitig aus Belek abreiste, hatte einen einzig und allein erfreulichen Grund: Frau Franziska brachte in der Heimat den gemeinsamen Sohn zur Welt. Haas war dabei - vielleicht ja ein weiterer Motivationsschub für ihn. Noch in der Vorsaison war er mit vier Toren und sieben Vorlagen ein zentraler Baustein im Team der "Kleeblätter". In dieser Spielzeit kommt er bislang auf ein Tor bei ganzen sechs Einsätzen.

Enrico Kern (Hansa Rostock)

In der Rückrunde der vergangenen Saison war Enrico Kern so etwas wie die Lebensversicherung von Hansa Rostock. An den Spieltagen 30, 31 und 32 erzielte der Stürmer für die Norddeutschen jeweils zwei Tore - und hatte somit großen Anteil am Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.

Doch in der Hinrunde dieser Spielzeit lief es dann alles andere als rund für den 30-Jährigen. Verletzungsbedingt fehlte er der Hansa lange, kam nur auf elf Einsätze und ein Tor. Jetzt ist Kern wieder fit und will die Torquote der Rostocker Stürmer deutlich anheben. In der Hinrunde erzielten Hansas Angreifer nur drei der 20 Tore ihres Clubs

"Uns fehlen seine Tore", sagt deshalb auch Trainer Andreas Zachhuber über Kern und wünscht sich: "Ich hoffe, er ist in der Form, die er zum Ende der Rückrunde des vergangenen Spieljahres hatte." Auch Enrico Kern wird sich an diese Zeit sicher gerne erinnern.

Lars Toborg (Rot Weiss Ahlen)

Für Lars Toborg und Rot Weiss Ahlen war die Hinrunde der zweiten Saison nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga alles andere als ein Erfolg. Mit acht Punkten stehen die Westfalen auf dem letzten Tabellenplatz. In der vergangenen Spielzeit hatte man zur gleichen Zeit noch 24 Zähler auf dem Konto und belegte in der Tabelle Platz 9.

Von den 24 Toren in der Hinrunde 2008/09 erzielte Stürmer Toborg mit elf beinahe die Hälfte. Aktuell steht er bei einem Treffer aus 13 Einsätzen, hat also noch viel Luft nach oben. Die will er, wie das gesamte Ahlener Team, in der Rückrunde nutzen - und so noch den Angriff auf die Nichtabstiegsplätze starten.


Matthias Becker