Kaiserslautern - Kosta Runjaic geht selbstbewusst und optimistisch an seine neue Aufgabe: "Bei dem Kader und den Bedingungen ist es angebracht, an den Aufstieg zu denken." Seit Dienstagnachmittag ist der 42-Jährige Trainer des 1. FC Kaiserslautern.

Knapp drei Wochen fahndete der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz nach einem Nachfolger für den entlassenen Franco Foda und ist nun von Runjaic überzeugt, er sagt: "Wir drücken den Reset-Knopf, machen mit Kosta einen Neustart." In Kaiserslautern stehen Runjaics Qualitäten vor einer großen Herausforderung. Der FCK verlor zuletzt in Aalen und in Sandhausen, der Trend war negativ nach einem Start mit drei Siegen, einem Remis und drei Niederlagen.

Runjaic fordert mehr Geschlossenheit



Runjaic, der sich auf seinen letzten Stationen in Darmstadt und Duisburg, den Ruf eines exzellenten Entwicklers und Motivators gemacht hat, will zunächst an den "Basics" arbeiten: Laufwege, Passspiel, Ordnung. Er will alle Parteien des Clubs mit ins Boot nehmen für das große Ziel Bundesliga: Spieler, Offizielle, Mitarbeiter und Fans: "Es geht nur gemeinsam, wenn alle an einem Strang ziehen", sagt er.

Mit zehn Punkten aus sieben Spielen ist die Ausbeute der Mannschaft nicht aufstiegsreif. "Wenn wir diese Quote beibehalten, hätten wir am Ende 48 Punkte. Das wäre nicht unser Anspruch", verdeutlicht Runjaic und glaubt: "Die Mannschaft kann das besser machen."

Kuntz sagt, die taktischen Detail-Kenntnisse Runjaics und dessen Überzeugungskraft hätten ihn ebenso überzeugt wie dessen Kenntnisse der 2. Bundesliga und des FCK. "Er hat unter schwierigen Beding- ungen schon bei einem Traditionsclub wie Duisburg das Optimale herausgeholt", betont Kuntz. Runjaic strebt an, mit dem FCK als Club sympathisch rüberzukommen, noch enger die Profis mit dem Nach- wuchsleistungszentrum zu verzahnen und eine Heimstärke aufzubauen: "Die Leute sollen wieder Spaß haben, ins Stadion zu kommen", sagt er.

Beim FC Barcelona gelernt



Es stehen schwere Aufgaben an für den FCK mit dem Auswärtsspiel am Freitag in Köln, der DFB-Pokal-Partie gegen Hertha BSC und dem Heimspiel gegen 1860 München (Spielplan). Runjaic betont, es sei wichtig, am Ende die Ziele durch Entwicklung zu erreichen. Interimstrainer Oliver Schäfer, der sich selbst Hoffnungen auf den Cheftrainerposten gemacht hatte, wird Runjaics Assistent. Die beiden kennen sich gut. Als Runjaic von 2004 bis 2006 bei Lauterns Amateuren als Co-Trainer arbeitete, war Schäfer Spieler.

Runjaic ist ein kommunikativer Typ. Das Trainerleben des gebürtigen Wieners, dessen Frau und die drei schulpflichtigen Kindern im Rheingau leben, hat früh in der A-Klasse begonnen und sich Schritt für Schritt nach oben entwickelt. In der Branche genießt er einen guten Ruf. An seinen taktischen Einsichten ließ er auch das ZDF teilhaben, als Analytiker im Hintergrund bei Länderspielen. Durch Praktika beim FC Barcelona und dem damaligen Trainer Frank Rijkaard blickte er stets über den Tellerrand der eigenen Erfahrung hinaus.

Eigentlich plante er für die kommenden Wochen Praktika in England und in Portugal. Daraus ist nichts geworden, nun steht er beim FCK im Fokus.

Aus Kaiserslautern Tobias Schächter