München - Mit zwölf Toren stellt Eintracht Frankfurt nach Spitzenreiter Greuther Fürth und dem TSV 1860 München die drittstärkste Offensive der 2. Bundesliga. Dennoch haben die Hessen ein Sturmproblem. Der Grieche Theofanis Gekas markierte bislang das einzige Stümertor - per Foulelfmeter. Allerdings hofft Eintracht-Manager Bruno Hübner, dieses Problem aus der Welt geschafft zu haben.

Martin Fenin, Ioannis Amanatidis, Halil Altintop - diese Namen sind Vergangenheit. Stattdessen ruhen die Hoffnungen der Hessen nun auf Mohamadou Idrissou, Rob Friend und Erwin Hoffer. Doch stellen diese drei neuen Angreifer wirklich eine Verbesserung dar? bundesliga.de zieht einen Vergleich.

Ladehemmung bei Altintop und Fenin

Nicht ohne Grund tauschte Hübner bis auf Theofanis Gekas die gesamte Sturmabteilung der Eintracht aus. So ließ man Halil Altintop zum türkischen Vize-Meister Trabzonspor ziehen. Zwar erzielte der 28-Jährige in 236 Bundesliga-Spielen 47 Treffer, doch allein in der Saison 2005/06 traf er 20 Mal für den 1. FC Kaiserslautern. Für Frankfurt netzte der türkische Nationalspieler in 49 Spielen dagegen nur ganze drei Mal ein.

Auch Martin Fenin konnte die hochgesteckten Erwartungen nie erfüllen. Nach seinem Traumstart - in seinem ersten Bundesliga-Spiel im Februar 2008 traf er gleich drei Mal beim 3:0-Sieg gegen Hertha BSC - hatte der Tscheche meistens Ladehemmung. Insgesamt markierte er in 89 Partien nur 14 Treffer. Nun versucht der 24-Jährige sein Glück beim Liga-Konkurrenten FC Energie Cottbus.

Seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt hatte dagegen Ioannis Amanatidis. In 240 Erst- und Zweitligapartien bejubelte der griechische Nationalspieler 66 Treffer. Sein Vertrag wurde aber nicht verlängert. Aufgrund von Verletzungen absolvierte der Angreifer in den vergangenen drei Jahren nämlich nur noch 34 Begegnungen für die Hessen.

Idrissou trifft in der 2. Bundesliga häufiger

Fit und gesund präsentiert sich dagegen sein Nachfolger Mohamadou Idrissou. Auf den allerletzten Drücker verpflichtete Frankfurt den Stürmer von Borussia Mönchengladbach, um im Angriff für mehr Torgefahr zu sorgen. Ein kluger Transfer, tat sich der kamerunische Nationalspieler beim Toreschießen eine Klasse tiefer bisher doch um einiges leichter. Während er im "Oberhaus" in 139 Partien immerhin 27 Mal traf, benötigte er für seine 24 Treffer in der 2. Bundesliga nur 77 Spiele.

Zudem kam der 31-Jährige nur in der 2. Bundesliga in einer Spielzeit auch auf eine zweistellige Anzahl an Treffern. In der Saison 2008/09 erzielte er für den SC Freiburg 13 Tore und hatte so seinen entscheidenden Anteil am Aufstieg der Breisgauer.

Hoffer noch ohne Tor

Auch die Verpflichtung des zweiten neuen Angreifers wurde erst am letzten Tag der Wechselperiode I perfekt gemacht. Rob Friend kam von Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC an den Main und fühlt sich genau wie sein neuer Sturmpartner Idrissou in der 2. Bundesliga anscheinend wohler. Denn dort hatte er seine bislang erfolgreichste Spielzeit in Deutschland. In der Saison 2007/08 schoss er 18 Tore und verhalf damit Borussia Mönchengladbach zum Aufstieg. Insgesamt markierte er in 58 Zweitliga-Partien 23 Treffer. Dagegen gelangen ihm in seinen 50 Bundesliga-Spielen nur zehn Tore.

Schon ein paar Wochen länger bei der Eintracht ist der dritte neue Stürmer Erwin Hoffer. Der österreichische Nationalspieler bewies bislang allerdings nur in seinem Heimatland seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten, wo er in 106 Partien 45 Treffer erzielte. In der Vorsaison brachte er es für den 1. FC Kaiserslautern in 24 Bundesliga-Spielen hingegen nur auf fünf Tore. In dieser Spielzeit wartet er noch auf ein Erfolgserlebnis. In seinen sechs Einsätzen gab er zumindest eine Torvorlage.

Sinnvolle Transfers

Trainer Armin Veh und Sportdirektor Bruno Hübner haben erkannt, wo der Schuh drückt und gehandelt. Mit Mohamadou Idrissou und Rob Friend hat die Eintracht zwei erfahrene Spieler dazubekommen, die wissen, wie man mit Toren das Rennen um den Aufstieg erfolgreich gestaltet. Das sind gewiss nicht die allerschlechtesten Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Robin Schmidt