München - Mit Hertha, Duisburg und Fürth konnte man in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga durchaus rechnen. Aber Erzgebirge Aue? Ein Aufsteiger? Von so einem sensationellen Saisonstart haben wohl nicht einmal die treuesten "Veilchen"-Fans geträumt.

Mit einem Sieg im Montagsspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) würde Aue sogar auf den Relegationsplatz klettern.

"Müssen eine aktive Rolle übernehmen"

In die bisherigen drei Heimspielen - gegen Bochum, Duisburg und Augsburg - ging Aue als Außenseiter. Das ist gegen RWO anders, auch wenn die "Kleeblätter" mit 14 Zählern ebenfalls ihre Ziele übererfüllt haben und sicher im Vorhinein zu den Spitzenteams gezählt wurden.

"Wir treffen mit Oberhausen auf eine Mannschaft, die ähnlich stark wie wir in die Saison gestartet ist", sagt Aue-Coach Rico Schmitt: "Sie spielen mit viel Disziplin und Einsatzbereitschaft, aber auch einer hohen spielerischen Qualität."

Was er von seiner Elf erwartet? "Wir müssen eine aktive Rolle übernehmen und wie eine Heimmannschaft auftreten. Dann müssen wir auf dem Platz natürlich noch die nötige Geduld an den Tag legen", fordert Schmitt. Außerdem setzt der Trainer auf die Unterstützung durch die Zuschauer. Und das Erzgebirgsstadion ist eine richtig Festung. Aue verlor keines der vergangenen 19 Ligaheimspiele (17 Siege, zwei Unentschieden).

Erhebliche Personalprobleme

Oberhausen, das erstmals seit dem Aufstieg 2008 ein Montagsspiel bestreitet, würde diese Serie natürlich liebend gerne brechen. Nach einem Remis und einer Niederlage zuletzt will RWO wieder in die Erfolgsspur.

Allerdings hat Trainer Hans-Günter Bruns arge Personalprobleme. Als letzter "Neuzgang" gesellte sich Tim Kruse wegen eines Muskelfaserrisses ins Lazarett dazu. Dort befanden sich schon Daniel Gordon, Moses Lamidi, Dimitrios Pappas, Thomas Schlieter, Dominik Borutzki, Kevin Kolberg, Yohannes Bahcecioglu und Mike Tullberg. "Selbst wenn ich fünf Tage nicht trainieren würde, sticht sich wahrscheinlich einer mit dem Esslöffel ins Auge", versuchte Bruns die sehr angespannte personelle Lage mit schwarzem Humor zu nehmen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. So kehrt Emmanuel Krontiris nach überstandener Leistenverletzung und sechswöchiger Pause in den RWO-Kader zurück. Außerdem reisen der von seiner Muskelverletzung genesene Profi Daniel Embers sowie die Vertragsamateure Musa Celik und Kevin Corvers mit ins Erzgebirge.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Mittelfeldspieler Oliver Petersch, der über Rückenbeschwerden klagt und am Donnerstag und Freitag nicht das komplette Trainingsprogramm absolvieren konnte. "Die Lage ist mehr als angespannt, denn in der Defensive gibt es überhaupt keine personellen Alternativen mehr, auch auf der rechten Außenbahn darf nichts mehr passieren", so Bruns, der jedoch betont: "Wir dürfen jetzt nicht in die Kissen weinen, sondern müssen vorwärts schauen."