Es ist wie jedes Jahr um diese Zeit: Es ist ein Kommen und Gehen bei den Clubs. In der Sommerpause heißt es, die Weichen für eine sportlich erfolgreiche Zukunft zu stellen.

Die Kader stehen auf dem Prüfstand: Wer kann oder soll den Verein verlassen? Welche Spieler sollen verpflichtet werden?

Zahlreiche Zu- und Abgänge

Diese Fragen stellte sich auch 1860-Trainer Ewald Lienen, der erst seit dem 14. Mai 2009 die "Löwen" bändigt und damit seine erste Saisonvorbereitung beim TSV bestreitet.

Antworten hat der 55-Jährige schon gefunden. So haben unter anderem Fabian Johnson (VfL Wolfsburg), Sven Bender (Borussia Dortmund) und Markus Thorandt (FC St. Pauli) den Verein verlassen. Aber es gibt auch zahlreiche neue Gesichter bei dem Traditionsverein, und das in jedem Mannschaftsteil.

Stabilität für die Abwehr

Für das Tor wurde Gabor Kiraly verpflichtet. Der 70-fache ungarische Nationaltorhüter, der zuletzt beim englischen Club FC Burnley unter Vertrag stand, dürfte den meisten Fans noch aus seiner Zeit bei Hertha BSC bekannt sein. Er bringt die Erfahrung aus 198 Bundesligapartien mit.

"Er soll und wird im Team eine wichtige Führungsrolle übernehmen, dafür haben wir ihn verpflichtet", sagt Lienen im Interview mit bundesliga.de über den 33-jährigen Schlussmann.

Für die Abwehr wurde Radhouane Felhi vom tunesischen Spitzenclubs Etoile Sportive du Sahel geholt. Sportdirektor Miroslav Stevic ist von der Qualität des 25-Jährigen voll überzeugt: "Er wird unserer Abwehr mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke mehr Stabilität verleihen und mit seiner guten Technik unseren Spielaufbau verbessern."

"Riesentalent" für das Mittelfeld

Vor der Abwehr wird in der kommenden Spielzeit Florin Lovin agieren. Der 27-Jährige wechselte vom rumänischen Topclub Steaua Bukarest zu den "Löwen". "Er ist ein klassischer Sechser: ruhig am Ball, gute Übersicht, zweikampf- und kopfballstark. Florin Lovin war unsere erste Option für die wichtige Position im zentralen defensiven Mittelfeld", freut sich Stevic über den Transfer.

Ebenfalls für das Mittelfeld, aber eher für den offensiven Part, wurde Aleksandar Ignjovski verpflichtet. Der 18-Jährige kam in der vergangenen Saison trotz seines jungen Alters bereits auf 23 Einsätze bei OFK Belgrad und erzielte dabei drei Treffer.

"Aleksandar ist ein Riesentalent. Er spielt im zentralen Mittelfeld auf der Sechser-oder Achter-Position, kann seine Mitspieler sehr gut einsetzen und wird auch selbst torgefährlich", schwärmt Stevic über die neue Nummer 8 der Sechziger.

Duo für die Offensivabteilung

Auch im Sturm hat sich etwas getan. Dort soll in Zukunft Charilaos Pappas für Wirbel sorgen. "Ich kenne Charilaos Pappas aus meiner Zeit in Griechenland. Er hat bei Olympiakos, AEK und Xanthi mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke überzeugt und sehr häufig als Torvorbereiter geglänzt", verrät Trainer Lienen die Stärken des neuen Stürmers.

Zudem wird künftig Ardijan Djokaj für die "Löwen" auf Torejagd gehen. Der 30-Jährige spielte zuletzt bei der TuS Koblenz. "Ardijan hat schon eindrucksvoll gezeigt, dass er in allen Ligen Tore machen kann, wenn er gesund ist. Charakterlich passt er top zu uns, und ich hoffe, dass er uns mit seiner großen Erfahrung weiterhilft", so Sportdirektor Stevic zur Verpflichtung des Montenegriners, der bereits einige Profistationen hinter sich hat.

Oben angreifen

Die Weichen für eine sportlich erfolgreiche Zukunft scheinen gestellt. Und vielleicht fährt der "Zug" 1860 München sogar ab in die Bundesliga - pünktlich zum 150. Vereinsgeburtstag im kommenden Jahr.

Benjamin Lauth hält es für möglich: "Sicher kommt es am Ende immer auch auf Kleinigkeiten und ein wenig Glück an. Wir sollten aber bis zum Schluss in Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen stehen, oben dran sein. Das muss unser Ziel sein", fordert das Sturm-Ass der "Löwen".

Sven Becker