Dresden - Für Schalke 04, den VfL Bochum und Mainz 05 jagte Filip Trojan bereits in der Bundesliga der runden Kugel hinterher. Jetzt will der Tscheche bei Dynamo Dresden mithelfen, den Traditionsverein in der 2. Bundesliga zu etablieren. Er unterschrieb für ein Jahr in der Elbmetropole.

So ein bisschen ist die Karriere des inzwischen 28-Jährigen unvollendet. Für ihn müsste eigentlich eine eigene Liga eingeführt werden.

Zu gut für Liga zwei?

Ähnlich wie der frühere Kölner Ausnahmefußballer Dirk Lottner oder aktuell der Bochumer Giovanni Federico scheint der quirlige 1,72 Meter kleine Spieler wegen seiner spielerischen Klasse eigentlich zu gut für das Bundesliga-Unterhaus zu sein. Auf der anderen Seite konnte er sich in der Eliteliga aber nie richtig durchsetzen.

Deshalb wusste auch sein letzter Arbeitgeber Mainz 05 nicht so recht, was er mit Filip Trojan anstellen sollte. Der hatte nach zwei starken Jahren beim FC St. Pauli 2009 einen Dreijahresvertrag in Mainz unterzeichnet, konnte aber die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Nach lediglich fünf Bundesliga-Einsätzen im ersten Jahr liehen ihn die 05er in der vergangenen Spielzeit an den MSV Duisburg aus.

68 Länderspieleinsätze

Dort kam Filip Trojan besser klar. In allen 34 Ligaspielen wurde er eingesetzt. Aber nur zweimal spielte er 90 Minuten durch, 15-mal wurde er eingewechselt. Zwei Tore gelangen ihm, dazu sieben Assists. Auch im DFB-Pokalfinale durfte er ran, allerdings "nur" als Einwechselspieler ab der 60. Minute, als die Partie schon entschieden war. Obwohl er in Mainz keine Zukunft mehr hatte, durfte er nicht beim MSV bleiben.

So versucht Filip Trojan in Dresden, seiner Karriere, die so vielversprechend begonnen hatte, neue Impulse zu verleihen. Denn der Tscheche galt als eines der größten Talente seines Landes. Sämtliche U-Nationalmannschaften Tschechiens durchlief er und kam dabei auf insgesamt stolze 68 Länderspiele. Er war so gut, dass Schalke ihn als 16-Jährigen in sein Jugendinternat holte.

"Alles für den Klassenerhalt"

Mit 19 Jahren debütierte er 2002 in der Bundesliga in der Schalker Startelf in der Begegnung beim VfB Stutgart (1:1). Der Durchbruch zum Stammspieler gelang ihm aber nicht. Es folgte der Wechsel nach Bochum, wo er in drei Jahren 67 Spiele absolvierte. Dann ging es weiter nach St. Pauli, von dort nach Mainz und über Duisburg jetzt schließlich nach Dresden.

"Ich bin glücklich über meinen Wechsel zu Dynamo", erklärte Filip Trojan. "Wir haben jetzt eine kurze aber intensive Vorbereitung auf die sehr bald beginnende Zweitliga-Saison. Uns erwartet ein reizvolles, aber natürlich auch schweres Zweitliga-Jahr, in dem wir als Team alles für den Klassenerhalt geben müssen und werden."

Transfer dank Mainzer Kooperation

Die Dresdener Verantwortlichen sind sich sicher, mit Filip Trojan eine echte Verstärkung gefunden zu haben. "Wir haben uns um die Verpflichtung von Filip frühzeitig und intensiv bemüht", sagte Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze.

"Er ist ein Offensiv-Spieler, der uns sehr gut zu Gesicht steht. Dass der Transfer überhaupt zustande gekommen ist, verdanken wir einer guten Kooperation mit den Mainzer Verantwortlichen", bedankte sich Menze für das Mainzer Entgegenkommen.

Tobias Gonscherowski