Spätestens am Sonntag war sein Name in aller Munde. Gegen den 1. FC Nürnberg zeigte Alemannias Lewis Holtby eine herausragende Leistung, die er mit zwei Toren und einer Torvorlage krönte.

Nach zwei Spielen als Einwechselspieler setzte Aachens Trainer Jürgen Seeberger den 18-Jährigen von Beginn an ein und landete damit einen Volltreffer. Der kleine Mittelfeldmann spielte frech auf und brachte mit seinem Doppelpack in der Anfangsphase sein Team auf die Siegesstraße.

Vier Tore und sechs Assists

Schnell werden bei der Alemannia Erinnerungen an Jan Schlaudraff geweckt, der ebenfalls bei Aachen in der 2. Bundesliga zum Star wurde. Lewis Holtby ist bereits auf einem guten Weg dahin. Vier Tore und sechs Assists verbuchte er bisher in dieser Saison, in der er seit dem vierten Spieltag in jedem Spiel zum Einsatz kam.

Seine Karriere in der 2. Bundesliga begann vor etwa 14 Monaten. Aachens damaliger Interimstrainer Jörg Schmadtke berief den damals 17-Jährigen erstmals am 16. Spieltag der Saison 2007/08 in den Profikader. Holtby kam nach seiner Einwechslung gegen den FC St. Pauli so zu seinem ersten Einsatz in der 2. Bundesliga. Seine erste Partie über die vollen 90 Minuten absolvierte er am letzten Spieltag derselben Saison gegen die TuS Koblenz.

Vertrag bis 2010

Die fußballerische Laufbahn des Offensiv-Allrounders begann im zarten Alter von drei Jahren bei Sparta Gerderath und dann in der Jugend von Borussia Mönchengladbach. Seit 2004 wird er bei der Alemannia ausgebildet und zeigt seine Stärken meist im linken Mittelfeld. Die stellt er auch in der Jugend-Nationalmannschft des Deutschen Fußball Bundes unter Beweis. Am 8. Mai 2008 berief Nationaltrainer Heiko Herrlich Holtby erstmals in den Kader der U18 des DFB. Sein erstes internationales Tor erzielte er am 11. Oktober beim 5:0 Sieg der U19-Junioren, für die er bereits sieben Spiele absolvierte, über Litauen.

Dribbelstärke, technisch versiert, passsicher, Drang zum Tor, immer den Abschluss suchend und Spielfreude pur erkennen die Kritiker in seiner Spielweise. Das haben bereits zahlreiche Vereine aus dem In-und Ausland erkannt. Darf man der Presse glauben, beobachten Woche für Woche zahlreiche Scouts die neue Attraktion vom Tivoli.

Der Vertrag von Lewis Holtby endet im Sommer 2010, einen Verbleib in Aachen schließt der Youngster nicht aus. "Natürlich möchte ich so schnell wie möglich in der Bundesliga spielen. Und natürlich am liebsten mit Alemannia", sagte Holtby der "Aachener Zeitung". Die Fans hören es gerne und vielleicht könnte er der Nachfolger von Fan-Liebling Willi Landgraf werden. Einen ersten Schritt hat Lewis Holtby schon gemacht.

Mark Schnell