Düsseldorf - Äußerst unterhaltsam war es, das Topspiel der 2. Bundesliga zwischen Fortuna Düsseldorf und der SpVgg Greuther Fürth. Nach 90 Minuten voller Kampf, Leidenschaft, teilweise haarsträubender Fehler und zweier eiskalter Torjäger trennten sich die beiden Mannschaften leistungsgerecht mit einem 3:3-Unentschieden.

Fortunas Sportvorstand Helmut Schulte fasste die Partie in der ihm eigenen humorvollen Art treffend zusammen. "Das war ein Herzschlagfinale oder Wechselduschen oder wie auch immer man das nennen will", meinte der 57-Jährige nach dem Abpfiff. "Die Zuschauer wurden am Ende für die 75 Minuten entschädigt, die sie vorher gesehen hatten."

Fürth mit Comeback-Qualitäten

Aus Fortuna-Sicht trifft Schultes Analyse zu. Denn bis weit in die zweite Spielhälfte hinein fanden die Rheinländer nicht wirklich hinein in dieses Spiel. Die Aussicht auf die Tabellenführung schien die Elf von Oliver Reck eher zu lähmen als zu beflügeln. Die Franken dagegen konnten überzeugen und andeuten, warum sie noch in der vergangenen Saison nur hauchdünn in der Relegation am Bundesliga-Aufstieg vorbeigeschrammt waren.

Obwohl die Kleeblättler zwei Mal zurücklagen und erst sechs Minuten vor dem Abpfiff durch den zweiten Treffer von Robert Zulj erneut zum Ausgleich kamen, wäre für sie mehr drin gewesen als diese Punkteteilung. "Leider haben wir es nach dem 2:1 verpasst, den Deckel drauf zu machen. Dafür sind wir bestraft worden", haderte Fürths Trainer Frank Kramer kurz. "Wir haben gefightet, haben sehr intensiv gespielt. Das ist das, was die Mannschaft abliefern muss, um erfolgreich zu sein. So müssen wir auch die nächsten Spiele angehen."

Wurtz: "Verrücktes Spiel mit Höhen und Tiefen"

Dann ist mit Fürth auch wieder zu rechnen. Denn die Mannschaft ist weitaus besser, als es der aktuelle 10. Platz vermuten lässt. Vom Aufstiegsrelegationsplatz trennen die Franken lediglich fünf Punkte. "Es war ein verrücktes Spiel mit Höhen und Tiefen und einigen Rückschlägen", befand Johannes Wurtz. "Wir müssen die Fehler, die wir gemacht haben, abstellen, und das, was wir gut gemacht haben, beibehalten. Dann sieht es für Freitag gut aus." Dann empfängt Fürth den starken Aufsteiger aus Heidenheim, gegen den nach zuletzt zwei deftigen Heimpleiten der Turnaround geschafft werden soll.

Auf die Fortuna wartet dagegen in den kommenden Wochen ein auf dem Papier einfaches Programm. Am Samstag gastiert Düsseldorf beim Tabellenletzten VfR Aalen, dann folgt das Heimspiel gegen den SV Sandhausen, bevor es zum Hinrundenabschluss zum FSV Frankfurt geht. Sollten die seit elf Spielen ungeschlagenen Rheinländer ihre Serie ausbauen, winkt die Herbstmeisterschaft.

Fortuna-Angriff kaum aufzuhalten

Auch wenn es spielerisch nicht läuft, findet die Mannschaft immer wieder Antworten und beweist Comebackqualitäten. Dem lange Zeit schwachen Auftritt gegen Fürth folgte ein bemerkenswerter Schlussspurt. Das Angriffsduo aus Joel Pohjanpalo und Charlison Benschop, das alle drei Tore gegen Fürth markierte - der Finne traf einmal, Benschop doppelt - dürfte das beste der 2. Bundesliga sein. Beide Stürmer erzielten bereits acht Saisontore.

Allerdings mangelt es der Truppe bisweilen immer noch an der nötigen Balance zwischen Defensive und Offensive, besonders in den Heimspielen. Im eigenen Stadion kassierte Fortuna bereits elf Gegentore und damit fast dreimal so viele wie auf fremden Plätzen. In der Heimtabelle liegt Düsseldorf mit nur zwei Heimsiegen in sieben Partien auf Platz 11. Das liegt allerdings auch daran, dass die Elf von Oliver Reck bereits gegen fünf Mannschaften der aktuellen Top 7 zuhause gespielt hat. Unterm Strich aber liegt Fortuna auf Kurs, der Aufstieg in die Bundesliga ist in dieser Saison definitiv möglich.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski

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