Paderborn - Der SC Paderborn spielt seine bisher erfolgreichste Spielzeit in der 2. Bundesliga. Logisch, dass die Vorfreude auf das Saisonfinale beim FC St. Pauli (So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) von Tag zu Tag steigt. Schließlich können beide Teams noch den Relegationsplatz 3 erklimmen. Nur bei einem Akteur ist die Euphorie etwas gedämpft - Florian Mohr.

Der Innenverteidiger verlässt nach vier Jahren die Ostwestfalen am Saisonende und bestreitet am Sonntag ausgerechnet gegen den FC St. Pauli, seinem künftigen Arbeitgeber, sein möglicherweise letztes Spiel für den Sportclub. "Ich bin mir bewusst, dass jede Aktion von mir besonders beobachtet wird. Das Spiel ist für mich kein Traum, aber auch kein Albtraum", äußert sich der 27-Jährige zu seiner Lage.

Entwarnung bei Lukas Kruse



Obwohl sich sein Trainer "100-prozentig sicher" ist, dass Mohr alles für den SC Paderborn geben werde, so macht sich Roger Schmidt dennoch Gedanken um seinen Leistungsträger. Es sei eine spezielle Situation für ihn, die man berücksichtigen müsse, meint der 45-jährige Übungsleiter und lässt Mohrs Einsatz noch offen: "Ich werde noch ein Gespräch mit ihm führen und mich dann entscheiden."

Ansonsten kann Schmidt personell aus dem Vollen schöpfen, auch wenn er beim Training am vergangenen Donnerstag eine kleine Schrecksekunde verarbeiten musste. Schlussmann Lukas Kruse prallte mit Sören Brandy zusammen und zog sich eine leichte Gesichtsverletzung zu. Der SCP-Coach geht aber davon aus, dass "Lukas am Sonntag unser Tor hüten wird" und blickt dem Aufeinandertreffen mit den "Kiezkickern" optimistisch entgegen.

Gute Bilanz gegen St. Pauli



Und das aus gutem Grund. Schließlich sind die Hamburger eine Art Lieblingsgegner der Paderborner. Von den bisherigen fünf Zweitliga-Duellen konnte der Tabellen-Vierte drei Partien für sich entscheiden bei einem Remis und nur einer Niederlage.

"Ich freue mich riesig auf dieses Spiel. Die Konstellation verspricht Spannung und Dramatik, besser hätte man es sich nicht wünschen können", kommentiert der Paderborner Fußball-Lehrer die Ausgangslage. Aber selbst wenn der SCP seine Hausaufgaben erledigt und am Hamburger Millerntor gewinnt, so ist er doch abhängig vom Ausgang der Begegnung zwischen Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg.

Hoffnungen ruhen auf den "Zebras"

Denn nur, wenn die aktuell drittplatzierten Fortunen noch patzen sollten, eröffnet sich für St. Pauli und Paderborn die Chance auf den Relegationsplatz 3. Daher werde Schmitt im Gegensatz zum vergangenen Spieltag seine Akteure auch über die Zwischenstände aus Düsseldorf (gegen den MSV Duisburg) informieren, allerdings erst "zum Ende des Spiels hin".

Eines steht jedoch bereits schon fest - die Ostwestfalen können nur noch gewinnen. Man sei weit über das eigentliche Ziel hinausgeschossen und könne die Saison nicht mehr verspielen, stellt Schmidt klar, fügt aber auch hinzu: "Wenn man schon ein Mal in so einer Situation ist, dann will man auch das Maximum herausholen. Wir sind von der Physis, der Mentalität und der spielerischen Qualität bestens vorbereitet und ich bin zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen." So klingt Selbstvertrauen.

Aus Paderborn berichtet Robin Schmidt