Köln - Die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie die Bundesliga-Stiftung haben sich in den letzten Tagen, Wochen und Monaten klar positioniert und heißen Flüchtlinge mit zahlreichen Aktionen in Deutschland willkommen. Viele Fanszenen haben mit Choreografien und Bannern ebenfalls ihre Solidarität mit den Flüchtlingen bekundet.

Alex Inderst, Fan von 1860 München, hatte eine besonders kreative Idee, Asylsuchende bei ihrer Rückkehr in ein Leben jenseits der Flucht zu unterstützen. Unter dem Motto "München hält zam" können Fans Tickets für das Heimspiel der Löwen gegen RB Leipzig am 27. September spenden. Idealer Weise kaufen die Anhänger einfach zusätzliche zusammenhängende Tickets und gehen gemeinsam mit Flüchtlingen ins Stadion. Es können aber auch Tickets per Mail an muenchenhaeltzam@gmail.com geschickt werden.

Erwartungen schon weit übertroffen

Ursprünglich hatte Inderst gehofft, etwa 50 Karten Flüchtlingen zur Verfügung stellen zu können. Mittlerweile sind schon über 300 Tickets gespendet worden. Und, besonders erfreulich, unter den großzügigen Spendern befinden sich auch Fans des FC Bayern. Wer eine oder mehrer Karten erworben hat, meldet sich am besten bei der Facebookgruppe von "München hält zam", damit Inderst bei der Flut der Zusendungen den Überblick behält.

1860 München freut sich über die Aktion aus den eigenen Reihen und unterstützt die Aktion. "Als Münchner Verein ist es uns eine Herzensangelegenheit und ein Selbstverständnis, sich in unserer Stadt zu engagieren und unsere Vorbildfunktion zu nutzen. Umso schöner ist es jetzt zu sehen, dass auch auf Faninitiative eine so großartige Aktion entstanden ist", lobt 1860-Geschäftsführer Markus Rejek das Projekt von Inderst und verspricht: "Wir runden die Ticketanzahl dann großzügig auf."

Fohlen-Fans als Vorbild

Inspiriert wurde Inderst von einer Gruppe Mönchengladbacher Fans, die spontan eine Unterkunft besuchten und fünf Flüchtlinge zu einem Spiel eingeladen haben. Dank des großen Zuspruchs der Fangemeinde der Sechzger könnten gegen Leipzig mehr als 100 Mal so viele Asylsuchende die Allianz Arena besuchen. Im Interview mit 11 Freunde.de erklärt Inderst das Ziel der Initiative: "Es geht darum, den Fußball zu nutzen, um den hier gestrandeten Menschen mal ein wenig Abwechslung und Freude zu bereiten." Und womit ginge das besser, als mit der schönsten Nebensache der Welt?

Florian Reinecke