Die SpVgg Greuther Fürth klopft ganz fest an die Tür zur Bundesliga. Neun Spieltage vor Schluss stehen die Franken auf dem 2. Rang. Doch gerade in Fürth hat es Tradition, den Sprung nach oben auf den letzten Metern noch zu verpassen. Dieses Mal soll der große Wurf aber endlich gelingen.

Es ist schon fast unheimlich: In den vergangenen zwölf Spielzeiten spielten die Fürther sieben Mal bis zum Saisonende um den Aufstieg mit - und verpassen ihn am Ende. Sechs Mal sprang schließlich nur der 5. Platz heraus. Noch nie jagten die Kicker von Greuther Fürth in der Bundesliga dem Ball nach. Liegt ein Fluch auf Fürth?

"Das ist albern!", kontert Trainer Benno Mühlmann im Interview mit "Bild am Sonntag" und ergänzt: "Wer in diesem schnelllebigen Fußballgeschäft immer etwas aus den letzten Jahren herausholen will, tut mir leid."

Ruf als "Unaufsteigbare" ablegen

Klar, dass die Spielvereinigung den Blick zurück scheut. Der Ruf als "Unaufsteigbare" soll endlich abgelegt werden, zu lange haftet er dem Verein schon an. Und in dieser Runde ist der Aufstieg auf jeden Fall machbar. Knapp sieben Wochen vor Saisonende haben sich die Franken einen Vorsprung von vier Zählern auf einen Nichtaufstiegsplatz erarbeitet.

"Wir haben in dieser Saison nach einer gewissen Anlaufphase immer eine stetige Steigerung der Mannschaft gesehen", sagte Möhlmann im Gespräch mit "Sport1.de". "Letztlich haben wir als Vierter die Hinrunde beendet und uns nun in der Rückrunde in der Tabelle verbessert. Wir sind weiter oben dabei und haben im letzten Saisondrittel die Chance, noch besser zu werden."

Auswärts noch konstanter werden

In der Tat hat die Truppe aus dem Ronhof in der Rückrunde einen ordentlichen Lauf hingelegt. Fünf Siege und ein Remis in acht Spielen verbuchte sie auf der Habenseite. Mit 16 Treffern stellt Fürth neben Alemannia Aachen ligaintern die torhungrigsten Fußballer im Jahr 2009.

Die drittbeste Elf der Rückserie muss aber noch konstanter werden, vor allem auswärts zeigte sie zuletzt zwei Gesichter. So hatte es am 21. Spieltag eine überraschende 0:3-Schlappe in Koblenz gesetzt, ehe eine Woche später der Lauterer Betzenberg mit 2:1 gestürmt wurde.

Macht im heimischen Playmobil-Stadion

Und nachdem die Kicker des 1903 gegründeten Vereins vor zwei Wochen mit 1:5 beim Abstiegskandidaten VfL Osnabrück unter die Räder gekommen waren, befürchteten schon viele, den Fürthern würde im Aufstiegsrennen erneut die Puste ausgehen. Die Möhlmann-Elf antwortete mit einem knappen, aber verdienten Erfolg über 1860 München. Das 1:0 bedeutete das elfte Heimspiel ohne Pleite in Serie.

Nicht nur wegen seiner Heimstärke ist der Deutsche Meister von 1914, 1926 und 1929 drauf und dran, in die Bundesliga zu stürmen. Bereit für die Beletage des Fußballs mit Duellen gegen Bayern, Hertha und den Hamburger SV sind die Franken laut Möhlmann bereits.

"Fürth ist so selbstbewusst, dass es in der Bundesliga durchaus Fuß fassen kann", sagt der Trainer. Die nötigen Strukturen für diesen Schritt seien in den vergangenen Jahren geschaffen worden.

Vier Duelle mit Aufstiegskandidaten

Dass es für den Aufstieg reicht, muss seine Elf nun im Schlusspurt beweisen. In den letzten fünf Partien kreuzt Greuther Fürth mit vier Aufstiegskandidaten die Klingen. Dabei muss die Spielvereinigung in Duisburg, derzeit auf Platz 5, und beim momentanen Spitzenreiter SC Freiburg antreten. Ins Playmobil-Stadion reisen noch der 1. FC Nürnberg (Sechster) und der 1. FSV Mainz 05 (Dritter).

Beste Chancen also, dieses Jahr die Matchbälle zu verwandeln und sich den großen Traum zu erfüllen. Möhlmann: "Nicht nur für mich, sondern für alle Beteiligten wäre es die Bestätigung und Krönung der guten Arbeit der letzten Jahre."

Thorsten Schaff