München - Benno Möhlmann feiert gegen Paderborn sein Debüt auf der Ingolstädter Trainerbank, 1860 München will in Cottbus seine Serie fortsetzen und der MSV Duisburg sich mit einem Sieg in Aachen weiter oben festsetzen (So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC Ingolstadt - SC Paderborn

Am Sonntag wurde Benno Möhlmann beim FC Ingolstadt als Nachfolger des beurlaubten Trainers Michael Wiesinger vorgestellt. Am Montag leitete Möhlmann die erste Trainingseinheit. Seither hat sich der 56-Jährige ein erstes Bild machen können.

"Ich habe nicht den Eindruck, dass hier eine völlig verunsicherte Truppe vorhanden ist. Vielmehr muss man muss sie daran erinnern, dass sie konzentriert arbeiten muss. Für die jetzige Situation ist die Lockerheit zu groß", moniert der Möhlmann, stellt aber auch fest: "Die Mannschaft hat in den Einheiten bisher gut mitgezogen und sich engagiert gezeigt."

Was eine mögliche Aufstellung für das anstehende Heimspiel gegen Paderborn angeht, da wollte sich der frühere Fürther Trainer nicht in die Karten sehen lassen. "Erst mit den Eindrücken der letzten Einheiten" werde Möhlmann zu einer endgültigen Entscheidung kommen, welche Kicker dabei sind. Auf keinen Fall zurückgreifen kann er dabei auf die angeschlagenen Sebastian Hofmann (Ferse), Malte Metzelder (Knieprobleme) sowie Andreas Görlitz (Muskelfaserriss). Ein Fragezeichen steht derzeit noch hinter dem Einsatz von Patrick Mölzl.

Schubert erwartet "offenes Spiel"

Aggressiv, zielstrebig und mutig will sich der SCP im Auswärtsspiel gegen den FC Ingolstadt 04 präsentieren. Nach überzeugenden Auftritten vor heimischem Publikum sollen spielerische Qualität und das nötige Quäntchen Glück endlich auch auf fremdem Platz Zählbares erbringen.

Dabei kann Cheftrainer Andre Schubert auch wieder mit Gaetano Manno planen. Nach fast zweimonatiger Verletzungspause rückt der Stürmer für Jorge Mosquera in den Kader. Verzichten muss der Coach auf Jens Wemmer, der zwar wieder im Training ist, für den ein Einsatz aber noch nicht in Frage kommt. Seinen Part übernimmt erneut Philipp Heithölter nach zuletzt sehr guter Leistung gegen Hertha BSC.

Im Audi Sportpark erwartet die Paderborner ein "unangenehmer Gegner zu diesem Zeitpunkt". Nach dem Trainerwechsel rechnet Schubert mit Umstellungen beim FC Ingolstadt: "Man weiß in dieser Situation nie, was passiert. Daher wird es ein offenes Spiel. Wir gehen davon aus, dass der FC taktisch anders aufgestellt sein wird."




FC Energie Cottbus - TSV 1860 München

Cottbus-Trainer Pele Wollitz hat großen Respekt vor 1860 München, dennoch strebt der FCE einen Sieg an. Es soll ein "Meilenstein" werden. "Wir können uns mit einem Erfolg vom geballten Mittelfeld vorerst etwas absetzen. Das wäre ein wichtiger Fingerzeig für den weiteren Verlauf der Saison", so der Coach. Dazu gilt es, klug zu spielen und überlegt vorzugehen, ohne die Handbremse anzuziehen.

Denn der FC Energie ist gewarnt. "1860 ist selbstbewusst nach acht Spielen ohne Niederlage, tritt überzeugt auf und schaltet blitzschnell um. Wir dürfen deshalb nicht alle nach vorn rennen, müssen eine Absicherung haben", sagt Wollitz.

Im Vergleich zum Spiel gegen Ingolstadt wird der Trainer seine Mannschaft auf jeden Fall verändert. In der Innenverteidigung erhalten Markus Brzenska nach auskuriertem Magen-Darm-Infekt und Uwe Hünemeier nach abgesessener Sperre wieder das Vertrauen. Fraglich ist, ob Alexander Bittroff seine muskulären Probleme in den Griff bekommt und Daniel Adlung trotz der Beschwerden am Fersensporn mitwirken kann.

Maurer warnt vor großen Cottbusern

"Es wird schwer, in Cottbus unsere Serie aufrecht zu erhalten", sagt "Löwen"-Trainer Reiner Maurer. "Cottbus will den 100. Zweitliga-Sieg gegen uns feiern", rechnet er mit einem topmotivierten Gegner: "Die Stärke von Energie liegt ganz klar im Offensivbereich, deshalb ist es wichtig, dass wir selbst agieren, Cottbus defensiv in Schwierigkeiten bringen."

Eindringlich warnt der 1860-Cheftrainer sein Team vor der Fahrt in die Lausitz nochmals vor der Körpergröße der Cottbuser. "Acht Spieler sind über 1,85 Meter, dadurch sind sie bei Standards und Flanken gefährlich." Besonders Torwart Gabor Kiraly und die Innenverteidiger Kai Bülow und Stefan Bell würden deshalb im Stadion der Freundschaft gefordert sein.

Gerade für das Abwehrzentrum hat Maurer wieder eine Alternative mehr im Kader. Beim 13:0-Erfolg am Mittwoch gegen eine Kreisauswahl in Kelheim hat neben dem sechsfachen Torschützen Djordje Rakic auch Verteidiger Mate Ghvinianidze durchgespielt. "Beide drängen zurück ins Team. Ich habe also die Qual der Wahl", freut sich der Trainer über die Tiefe im Kader.




Alemannia Aachen - MSV Duisburg

Die Enttäuschung nach der verpassten Chance saß tief. Mit einem Erfolg beim TSV 1860 München hätte die Alemannia den Kontakt an das obere Tabellendrittel herstellen können. Stattdessen setzte es eine unglückliche 1:2-Niederlage. Gegen Duisburg soll daher nun wieder die Heimstärke zum tragen kommen. Die Alemannen haben zuletzt drei Mal in Folge im neuen Tivoli gewonnen und sorgen - spätestens nach dem 2:1-Coup im DFB-Pokal über Mainz 05 - wieder für das altbekannte, und, je nach Sichtweise, lieb gewonnene oder gefürchtete Tivoli-Feeling. MSV-Trainer Milan Sasic zeigt daher großen Respekt vor den Gastgebern: "Aachen spielt frischen Fußball, sucht immer den Weg nach vorne - die müssen wir erst einmal stoppen!"

Erschwerend kommt für die "Zebras" der Ausfall von gleich drei Leistungsträgern hinzu. Sasic muss auf Ivo Grlic (Rückenbeschwerden) verzichten, und auch Srdjan Baljak konnte nach seiner Fußverletzung noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren. Zu allem Überfluss zog sich auch Sefa Yilmaz bei einem Zweikampf im Training eine Außenbanddehnung im Knie zu und kann in Aachen ebenfalls nicht auflaufen. Neun Tore hat dieses Trio in den ersten elf Spielen erzielt, fünf Treffer vorbereitet - die Ausfälle treffen den MSV hart. "Wenn man die Statistiken der drei sieht...", vollendet Sasic den Satz erst gar nicht, "aber so hat es uns nun einmal getroffen."

Aachen will Sieg gegen Top-Team

Nach guten, aber sieglosen Spielen in Berlin und Bochum soll es für die Alemannia endlich mit einem "Dreier" gegen eines der Top-Teams klappen. Damit wäre der Anschluss nach oben wieder hergestellt. "Und da wollen wir hin. Das Gefühl in der Kabine ist derzeit besser als der 9. Platz", sagt Aachens Trainer Peter Hyballa selbstbewusst.

Nicht nur auf der rechten Abwehrseite, wo Mirko Casper wieder zur Verfügung steht, sondern auch im Mittelfeld könnte es Änderungen geben. "Wenn man verliert, denkt man als Trainer immer über Wechsel nach", so Hyballa. Ob es für Thomas Zdebel (Zerrung) bis Sonntag reicht, ist fraglich. Gleiches gilt für Henrik Ojamaa.

Sicher fehlen die bekannten Namen Markus Daun, Thorsten Stuckmann, Seyi Olajengbesi, Thorsten Burkhardt und Florian Müller. Der wurde am Montag erfolgreich operiert und war in der Woche zur täglichen Behandlung bei den Physios in der Kabine.