Berlin/Aachen - "Weiter, immer weiter!" - diesen Kahnschen Ausspruch dürfte man derzeit wohl über der Kabinentür von Hertha BSC finden, denn der Hauptstadt-Club scheint auf der Überholspur in die Bundesliga zurückkehren zu wollen.

Aus sechs Spielen hat die Mannschaft von Trainer Markus Babbel fünf Siege und ein Remis geholt und startet somit als einziges ungeschlagenes Team in Liga 2 in den 7. Spieltag. "Bisher haben wir einen guten Job gemacht, aber das ist nur ein Zwischenresultat", zieht Babbel Bilanz.

"Wollen ungeschlagen bleiben"

Dieser beeindruckende Saisonstart der "Alten Dame" soll, wenn möglich, auch nach dem Spiel gegen Alemannia Aachen (ab 20 Uhr im Live-Ticker) noch Bestand haben. Das Zeug dazu habe die Mannschaft, ist sich Abwehrchef Andre Mijatovic sicher: "Wenn wir unsere Qualität ausspielen, dann gewinnen wir auch gegen Aachen. Zuhause wollen wir ungeschlagen bleiben."

Bisher hat die Hertha im heimischen Olympiastadion überzeugt. Der Auftakt gegen Oberhausen (3:2) war zwar mühevoll, dafür fielen die Siege gegen Bielefeld (3:1) und Karlsruhe (4:0) umso deutlicher aus. Das gibt Selbstvertrauen für die anstehende Aufgabe.

"Aachen spielerisch stärkstes Team"

Die Alemannia sei keineswegs zu unterschätzen, warnt Babbel. "Von den Teams, die ich mit meinem Trainerstab bisher beobachtet und analysiert habe, ist Aachen das spielerisch stärkste", sagt der 37-Jährige und verweist damit auf die letzten Vorstellungen der Kaiserstädter.

"Wir haben zuletzt sechs Punkte aus den vergangenen zwei Partien geholt, das stimmt mich positiv. Wir hatten ja auch schon vorher die Möglichkeit, Siege einzufahren, aber mittlerweise ist die Mannschaft auch ergebnistechnisch auf einem guten Weg", gibt sich Aachens Trainer Peter Hyballa zuversichtlich, was die Form seines Teams angeht.

Treffsicherer Angriff

Eine Ursache für den Aufschwung der "Schwarz-Gelben" ist der Angriff. Benjamin Auer ist nach überstandener Verletzung eindrucksvoll zurückgekehrt und hat beim Sieg gegen den SC Paderborn den 2:0-Endstand selbst markiert.

Der andere Grund heißt Zoltan Stieber. Der junge und wieselflinke Ungar hat derzeit einen richtigen Lauf und traf in den vergangenen drei Spielen drei Mal. "Hinter mir liegt eine perfekte Woche, aber mit Hertha wird ein anderes Kaliber auf uns warten", gibt sich der erst 21 Jahre alte Stürmer zurückhaltend.

"Wir wollen da was holen"

Bei aller Zurückhaltung wolle der Tabellenelfte aber nicht nur nach Berlin, "um das Brandenburger Tor zu besichtigen. Wir wollen da was holen", unterstreicht Hyballa die Ambitionen seiner Mannschaft. Dabei muss der jüngste Coach der 2. Bundesliga allerdings auf Markus Daun, Thorsten Stuckmann, Nico Herzig und Thorsten Burkhardt verzichten. Ob Seyi Olajengbesi wieder in den Kader rückt, entscheidet sich kurzfristig. In der vergangenen Woche trainierte der Innenverteidiger nur individuell.

Hyballas Gegenüber hat unterdessen die Qual der Wahl und kann auf Rechtsaußen mit Nikita Rukavytsya und Nico Schulz sogar auf zwei formstarke Spieler zurückgreifen. Welcher der beiden in der Startelf stehen wird, ist vollkommen offen. Wichtiger jedoch als die einzelnen Personalien sei, so Babbel, dass das Team wieder seine Tugenden in das Spiel einbringe, um mit einem Sieg den nächsten Schritt in Richtung Wiederaufstieg zu tun.

Gregor Nentwig