München - Im Niederrhein-Derby geht es für Rot-Weiß Oberhausen am Samstag ums pure Überleben in der 2. Bundesliga, für die im Mittelfeld platzierten Gäste aus Düsseldorf fast nur noch ums Prestige. 1860 München möchte gegen Cottbus seine schwache Heimbilanz aufpolieren (die Samstagsspiele ab 12:45 Uhr im Live-Ticker).

Rot-Weiß Oberhausen - Fortuna Düsseldorf

RWO, derzeit zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz, möchte nach sechs sieglosen Spielen die Trendwende im Klassenkampf einleiten. "Ich muss nicht mehr viel reden, denn jetzt ist es Zeit, Taten sprechen zu lassen", fordert RWO-Trainer Theo Schneider, dessen Mannschaft aus den letzten 15 Partien nur einen Sieg holte. Der Fußballlehrer kann gegen Düsseldorf wieder auf Daniel Gordon, Dimitrios Pappas, Benjamin Reichert (alle Gelb-Sperre abgelaufen) und Heinrich Schmidtgal zurückgreifen.

"Heinrich ist ein Typ, der mit Herz und Leidenschaft spielt. Und solche Typen, die die anderen mitreißen, brauchen wir jetzt", so Schneider, der sich dadurch mehr Druck über die Außenbahnen mehr Durchschlagskraft in der Offensive erhofft: "Wir müssen vorne entschlossener handeln." Auf Angreifer Moses Lamidi muss der Coach verzichten. Der Stürmer zog sich am Donnerstag im Training einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu und fällt vorerst aus.

Die Düsseldorfer möchten beim nahegelegenen Rivalen derweil die miserable Auswärtsbilanz aufpolieren. Das Team von Trainer Norbert Meier gewann nur eine der letzten zehn Auswärtspartien (sieben Niederlagen, zwei Remis) und kassierte alleine in den letzten fünf Gastspielen 13 Gegentore. Meier sieht nach dem zur Zufriedenheit aller verlaufenen 3:0 über Erzgebirge Aue ("Das haben wir sehr gut gelöst!") abermals eine wichtige Herausforderung auf seine Mannschaft zukommen. "Für Oberhausen geht es natürlich um sehr viel, aber auch wir müssen, beispielsweise im Hinblick auf die Verteilung der Fernsehgelder, versuchen, bestmöglich abzuschneiden", nimmt der oberste Übungsleiter seine Schützlinge in die Pflicht: "Wir wollen nicht nachlassen - und dürfen das auch gar nicht!" Auf Seiten der Fortuna herrschen keinerlei Verletzungssorgen, lediglich Patrick Zoundi muss nach überstandener Verletzung noch Rückstand aufholen.




TSV München 1860 - FC Energie Cottbus

Trotz der Turbulenzen im Umfeld möchten die Münchner "Löwen" nach der Pleite in Aachen schnell wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Zuvor waren die Münchner vier Mal ohne Niederlage geblieben. Trainer Reiner Maurer rechnet in der Allianz Arena mit einem Kontrahenten, der bedingungslos auf Sieg spielen wird. "Zuletzt hat Cottbus die Tuchfühlung zu Platz 3 verloren, liegt bereits zehn Punkte hinter Bochum. Nur durch einen 'Dreier' können sie sich noch eine kleine Chance auf den Relegationsplatz bewahren", erwartet er ein offen geführtes Spiel von beiden Seiten.

Dabei kann Maurer wohl wieder auf Necat Ygün zählen, der zuletzt an einer Muskelverletzung laborierte. Neben Aygün kehrten zuletzt auch Kapitän Daniel Bierofka und Florin Lovin nach überstandener Verletzung ins Mannschaftstraining zurück. Dazu hat Alexander Ludwig seine Magen-/Darm-Grippe auskuriert. "Das Lazarett hat sich gelichtet", freut sich Maurer, der gegen Cottbus die Qual der Wahl besitzt. Lediglich Stefan Bell (Ödem im Fuß) fällt weiterhin verletzungsbedingt aus.

Hünemeier wieder als zweite Spitze?

Für den FC Energie ist das Aufstiegsthema offiziell erst mal abgehakt, deshalb geht es beim Gastspiel im Süden primär um Wiedergutmachung für die 1:2-Heimpleite gegen Ingolstadt am vergangenen Spieltag. Dabei sind personelle Änderungen unumgänglich. Alexander Bittroff fehlt wegen der fünften Gelben Karte, Jiayi Shao muss mit einer Verhärtung im Oberschenkel passen.

Dagegen hat Nils Petersen das komplette Programm im Abschlusstraining absolviert und tritt die Reise zum TSV 1860 München mit an. "Es zwickt nach wie vor, ist aber erträglich und schränkt mich nicht entscheidend ein. Der Arzt sagt, es kann nichts passieren", hat der beste Torjäger der 2. Bundesliga Einsatzbereitschaft signalisiert. "Es ist durchaus möglich, dass wir mit einer Dreier-Abwehrkette beginnen. Adam Straith, Markus Brzenska und Roger können das von ihrer Anlage", sagte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Zudem überlege er, wie schon in der zweiten Halbzeit gegen Ingolstadt Uwe Hünemeier in die Spitze zu schicken.