Köln - Der 1. FC Köln wartet auch nach zwei Spieltagen in der 2. Bundesliga noch auf seinen ersten Saisonsieg. Immerhin blieben die Domstädter in ihren beiden durchaus als knifflig einzustufenden Begegnungen gegen Dynamo Dresden und Fortuna Düsseldorf auch ungeschlagen. Zweimal gab es am Ende ein 1:1-Unentschieden.

Vor dem Pokalspiel bei Eintracht Trier am kommenden Samstagabend sprach bundesliga.de mit dem Kölner Mittelfeldstrategen Adam Matuschyk über die Erkenntnisse aus dem Derby, die Bedeutung von Torjäger Anthony Ujah und die Pokalaufgabe.

bundesliga.de: Herr Matuschyk, am letzten Spieltag hat der 1. FC Köln im rheinischen Derby gegen Fortuna Düsseldorf gespielt. Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung?

Adam Matuschyk: Wir hatten uns natürlich einen Sieg vorgenommen. Aber dafür haben wir in der 1. Halbzeit einfach zu schwach gespielt, uns nicht so viel zugetraut und nicht das gespielt, was wir spielen wollten. In der 2. Halbzeit haben wir eine richtig gute Reaktion gezeigt. Im Endeffekt geht das 1:1 über 90 Minuten in Ordnung.

bundesliga.de: Was hat noch gefehlt?

Matuschyk: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht haben wir uns selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Wir haben den Ball nicht so gut laufen lassen, uns im Spiel nach vorne nicht gut bewegt. Wir konnten froh sein, dass wir nur mit 0:1 in die Halbzeit gegangen sind. Danach haben wir es viel besser gemacht und sind zu guten Torchancen gekommen.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt und Moral bewiesen. Sind das die wichtigsten Lehren aus dem Spiel?

Matuschyk: Absolut. Das war das Positive. Aber wir müssen jetzt versuchen, diese Leistung in den nächsten Spielen über 90 Minuten zu zeigen. Dann werden wir noch einige Erfolge feiern.

bundesliga.de: Nach zwei Spieltagen hat der FC nun zwei Punkte auf dem Konto. Können Sie mit dieser Zwischenbilanz zufrieden sein?

Matuschyk: Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen, das ist klar. Deshalb haben wir zu wenig Punkte auf dem Konto. Im Vergleich zur letzten Saison haben wir aber immerhin bereits einen Punkt mehr geholt. Der Abstand ist noch nicht allzu groß. Es wird jetzt aber Zeit für den ersten Sieg. Es ist noch alles drin.

bundesliga.de: Gegen Düsseldorf wechselte Sie vom 4-1-4-1 zum 4-4-2. Was zeichnet den FC in dieser Saison aus? Ist die Mannschaft flexibler geworden? Beherrscht Sie jetzt mehrere Systeme?

Matuschyk: Die Mannschaft kann die beiden Systeme, die Sie ansprechen, spielen. Das hat sie gezeigt. Manchmal erfordert es der Spielverlauf, dass man reagieren muss. Das können wir, wie in der 2. Halbzeit gegen Düsseldorf zu sehen war.

bundesliga.de: Wie wichtig ist es, dass der FC Anthony Ujah halten konnte, der momentan die entscheidenden Tore schießt?

Matuschyk: Sehr wichtig. Dafür ist er auch da. Gegen Düsseldorf hat er nach der tollen Flanke von Jonas Hector sein Tor wieder gemacht. Schade, dass sein zweiter Kopfball nicht reinging, weil Fabian Giefer den Ball super pariert hat.

bundesliga.de: Am Samstag geht es nun im DFB-Pokal an die Mosel. Der frühere Pokalschreck Eintracht Trier wartet. Wie groß ist die Stolpergefahr?

Matuschyk: In Trier sind wir sicher der Favorit. Aber der Pokal schreibt ja bekanntlich seine eigenen Geschichten. Wir müssen dort hinfahren, hochkonzentriert spielen und den Pflichtsieg einfahren.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski