Fürth - Nach der 0:1-Niederlage in Fürth schaut Marco "Toni" Sailer nur kurz zurück. Im Interview erklärt der Angreifer des SV Darmstadt 98, warum auch die Niederlage sein Team nicht zurückwirft und ihn in dieser Saison nichts mehr überraschen kann.

Frage: Herr Sailer, die Schlussphase war recht turbulent, zeitweise rollten auch zusätzliche Bälle aufs Feld...

Marco Sailer: Ja, aber das ist ganz normal im Fußball, damit brauchen wir uns auch nicht auseinanderzusetzen. Wir müssen uns mit unseren eigenen Fehlern beschäftigen. Da haben wir mehr davon. Auch der Schiri wird nach dem Spiel nicht dafür sorgen, dass wir hier noch 2:1 gewinnen.

"Wichtig, dass wir das Spiel abhaken"

Frage: Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Sailer: Wir sind anfangs nicht richtig in die Bälle reingekommen und hatten auch nicht das Quäntchen Glück. Überhaupt war es ein sehr verhaltenes Spiel, bei dem man beiden Seiten angemerkt hat, dass es viel zu verlieren und viel zu gewinnen gibt. So war es relativ ausgeglichen und Fürth hatte dann diesen einen Glücksmoment, diesen Freistoß, durch den sie das Spiel noch gewonnen haben. Natürlich ist man da erstmal enttäuscht.

Frage: Wie groß war die Anspannung vor dem Spiel?

Sailer: Die war eigentlich so wie immer. Wir freuen uns immer auf die Spiele. Natürlich hätten wir lieber zu Hause gespielt, das ist mit den eigenen Fans im Rücken, etwas einfacher. Die Anspannung war aber nicht größer. Heute ist erst einmal wichtig, dass wir das Spiel abhaken, das ist bei einer Niederlage immer wichtig. Ab morgen geht es dann los mit der Vorbereitung auf St. Pauli. Dann wollen wir wieder gewinnen.

Frage: Was muss dann anders laufen als heute?

Sailer: Ich finde, wir haben heute eigentlich gar nicht so viel schlecht gemacht. Dass ein bisschen Nervosität und Spannung dazukommt, ist ja ganz normal, das ist in Kaiserslautern und Karlsruhe sicher auch so. Ich glaube, dass wir nichts anders machen müssen .. außer das Spiel zu gewinnen.

"Mich überrascht dieses Jahr gar nichts mehr"

Frage: Ihr Gegner, der FC St. Pauli, wird mit einer breiten Brust nach Darmstadt kommen. Was überrascht Sie denn mehr, dass St. Pauli 5:1 gewonnen hat, dass Kaiserslautern nur einen Punkt geholt hat, oder dass der KSC in Braunschweig drei Punkte geholt hat?

Sailer: Mich überrascht dieses Jahr gar nichts mehr. Wir mussten ja damit rechnen, dass beide gewinnen. Lautern ist das nicht gelungen. Man sieht also, dass es überall nicht so einfach ist. Gott sei Dank ist also eigentlich nichts passiert.

Frage: Das kann man am Tabellenende nicht behaupten. Seit heute steht Ihr Ex-Verein als erster Absteiger fest.

Sailer: Ich weiß. Und als alter Aalener bin ich da ein wenig traurig, aber das ist nicht das Thema, das  mich gerade am meisten beschäftigt. Jetzt hoffe ich, dass wir nächste Woche einen goldenen Sonntag erwischen.

Christoph Ruf