Köln - Mit einem neuen Trainer geht der 1. FC Kaiserslautern in die Rückrunde. Nach dem Rücktritt von Tayfun Korkut übernahm Norbert Meier das Ruder. Am Betzenberg trifft er auch auf seinen ehemaligen Spieler Marcel Gaus, der zu den Führungsspielern des FCK zählt und im Interview mit bundesliga.de über die letzten Wochen und die Perspektiven des Traditionsvereins spricht - und heiß ist auf das Auswärtsspiel bei Hannover 96.

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bundesliga.de: Marcel Gaus, in der Winterpause kam es beim FCK zum Paukenschlag, der Trainer Tayfun Korkut trat zurück. Wie überraschend kam das für Sie nach der zuletzt doch positiven Entwicklung in den Monaten zuvor?

Marcel Gaus: Das kam für den Verein und die Mannschaft definitiv sehr überraschend. Wir hatten uns vor der Winterpause stabiler gezeigt. Eine positive Entwicklung war erkennbar. Wir waren auf dem richtigen Weg. Der Rücktritt hatte sich für uns nicht angedeutet. Wir kennen auch keine näheren Hintergründe. Die Entscheidung war für uns daher schwer zu fassen. Ich habe sie erfahren, als ich bei meiner Familie im Weihnachtsurlaub war. In der Zeit möchte man zuhause abschalten, was ich dann auch getan habe. Als Profi muss man solche Entscheidungen akzeptieren und hinnehmen, man hat eh keinen Einfluss darauf. Jetzt geht es mit Norbert Meier weiter.

bundesliga.de: Wie haben Sie den neuen Trainer kennengelernt? Welche Ansprüche stellt er an die Mannschaft?

Gaus: Er hat seine Ansprüche schon bei seiner Präsentation klar gemacht. Wir müssen deutlich mehr Tore erzielen als in der Hinrunde. Wir hatten eine Menge Torchancen, haben die aber nicht genutzt. Wir müssen jetzt dahin kommen, diese Möglichkeiten effizienter zu nutzen. Auch die Liste der Torschützen muss breiter gefächert werden, damit wir schwerer auszurechnen sind. Und unsere Standards müssen besser werden. An all diesen Stellschrauben arbeiten wir. Darüber hinaus braucht man einem Trainer wie Norbert Meier nichts mehr zu erklären. Ich kenne ihn noch aus gemeinsamen Zeiten in Düsseldorf und weiß, wie er tickt. Wir wollen jetzt seine Ansprüche schnellstmöglich umsetzen.

"Wir wollen noch einige Plätze nach oben klettern"

© imago / Eibner

bundesliga.de: Der FCK war sehr schlecht in die Saison gestartet, hatte dann aber eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage bei nur einem Gegentor hingelegt. Hat die Mannschaft schon den Anschluss ans Mittelfeld geschafft oder geht der Abstiegskampf in der Rückrunde vorerst weiter?

Gaus: Wir haben ein Startprogramm mit schweren Auswärtsspielen und auch ein Heimspiel gegen den SV Sandhausen, gegen die wir uns traditionell schwer tun. Das Programm ist nicht ohne. Wir müssen einerseits aufpassen, aber auch andererseits selbstbewusst an die Aufgaben herangehen. Wir wollen erfolgreicher starten als in der Hinrunde.

bundesliga.de: Defensiv sind die Roten Teufel das zweitbeste Team der 2. Bundesliga. Offensiv hat der FCK erst elf Tore erzielt, die sich auf nur vier Schützen verteilen. Mit ihren zwei Treffern liegen Sie noch gut im Rennen um die interne Torjägerkrone.

Gaus: Ja, ich bin noch im Rennen, ich liege damit auf Platz 3. Aktuell wird es auf der Linksverteidigerposition auf der ich spiele aber schwer. (lacht) Ich hoffe natürlich, dass ich noch mehr Tore schieße, würde mich aber auch sehr freuen, wenn wir noch ein paar andere Torschützen dazu bekommen. Damit wäre uns am meisten geholfen.

bundesliga.de: Sie spielen Ihre vierte Saison am Betzenberg. Was zeichnet den Verein für Sie aus?

Gaus: Das Besondere ist, dass der FCK nicht nur in der Stadt verankert ist, sondern auch in der Region. In der Vergangenheit hat er noch mehr ausgestrahlt als aktuell. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass die Begeisterung im Umfeld weiter zurückkommt.

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bundesliga.de: Wie sehen Sie die sportlichen Perspektiven beim FCK? Was ist in der Rückrunde drin?

Gaus: Tabellarisch sind wir nicht da, wo wir zu sein wünschten. Wir wollen im Verlauf der Rückrunde noch einige Plätze nach oben klettern. Das Potenzial ist in der Mannschaft vorhanden, gerade auch offensiv. Trotzdem müssen wir auch realistisch bleiben und wissen, dass es auch in die andere Richtung gehen kann. Wir werden jetzt alles dafür tun, gut aus den Startlöchern zu kommen.

bundesliga.de: Am Montag steht das Auswärtsspiel bei Hannover 96 auf dem Programm. Im Hinspiel gab es ein 0:4. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass der FCK diesmal gegen die Niedersachsen bestehen kann?

Gaus: Wir waren im Hinspiel keine vier Tore schlechter. Hannover hat aber im Gegensatz zu uns seine Torchancen eiskalt genutzt. Es wird ein ganz anderes Spiel. Hannover ist aufgrund des Kaders und des Etats Favorit. Aber wir fahren nicht nach Hannover, um die Punkte dort abzuliefern. Im Gegenteil. Wir haben aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski