Köln - Der 1. FC Heidenheim ist erfolgreich in die Saison gestartet und hat sich mit elf Punkten aus den ersten sechs Partien im oberen Tabellendrittel eingenistet. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Kapitän Marc Schnatterer, der seine neunte Saison für den FCH spielt, über den guten Auftakt, sein Jubiläumsspiel und die Partie gegen Kaiserslautern.

bundesliga.de: Marc Schnatterer, der 1. FC Heidenheim hat nach sechs Spielen elf Punkte auf dem Konto. Wie zufrieden sind Sie mit der Ausbeute aus den ersten Wochen?

Marc Schnatterer: Wir können mit dem Start ganz zufrieden sein. Wir hatten vor der Saison mehrere Veränderungen und wussten vor dem Start nicht genau, wo wir stehen. Wir haben dann an den ersten beiden Spieltagen nicht das abgerufen, was wir können, aber trotzdem vier Punkte geholt. Das war wichtig. So haben wir es hinbekommen, dass wir uns stabilisiert haben. Durch die Siege in Stuttgart und gegen Düsseldorf konnten wir nun nach sechs Spieltagen eine gute Punktzahl erreichen.

bundesliga.de: Heidenheim spielt nun seine dritte Saison in der 2. Bundesligist. Ist der Verein schon ein etablierter Zweitligist?

Schnatterer: Wir sind immer bereit und dazu auch gut genug, um gute Spiele in der 2. Bundesliga zu absolvieren und Spitzenvereine der Liga vor Probleme zu stellen. Was im letzten Jahr ein bisschen gefehlt hat, war die Konstanz. Wir haben es nicht geschafft, über einen längeren Zeitraum gut zu sein. Das wollen wir in diesem Jahr anders machen. Aber wir wissen auch, wie ausgeglichen die Liga ist. Wir sind auf einem guten Weg, zu einem etablierten Zweitligisten zu werden, wenn wir so weitermachen.

bundesliga.de: Die Plätze 8 und 11 sind auch aller Ehren wert für einen Verein, der vorher keine Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammeln konnte. Sie spielen nun schon im neunten Jahr für den Club. Warum ist Heidenheim für Sie der richtige Verein?

Schnatterer: Als ich kam, war der Verein an einem Punkt, an dem man bereits ahnen konnte, wohin er in Zukunft will. Bei mir sah es genau so aus. Ich konnte mich in diesem familiären Umfeld, bei dem ich von Anfang an das Vertrauen gespürt habe, entwickeln. Dieser Prozess ist immer weitergegangen und muss auch noch nicht vollendet sein. Ich versuche einfach, das Spiel, das mich stark macht, durchzuziehen. Ich komme viel über meine Mentalität und lebe von der Emotion. Das sind alles Tugenden, die auch der Verein verkörpert. Deswegen komme ich hier mit meiner Spielweise sehr gut zurecht und kann das auf dem Platz zeigen. Hier konnte ich mich auch im Profifußball durchsetzen. Es passt einfach gut und war im Nachhinein betrachtet richtig, mit dem FCH die nächsten Schritte zu gehen.

"Bei uns ist jeder positiv gestimmt"

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bundesliga.de: Sie haben die fehlende Konstanz in der vergangenen Saison angesprochen. Sind Sie optimistisch, dass die Mannschaft die in dieser Spielzeit reinbekommt?

Schnatterer: Wir haben erst einmal einen guten Start hingelegt, das war wichtig. Wir wollen das jetzt noch bis zur Winterpause fortführen und die Leistung konstant abrufen. Dann haben wir auch eine gute Chance, um die nötigen Punkte zu holen, um uns im Mittelfeld festbeißen zu können. Bei uns ist jetzt jeder positiv gestimmt. Wir haben gezeigt, dass wir es können. Aber es geht nicht von alleine, eine Garantie, dass es so weiterläuft, gibt es nicht. Wir müssen uns alles hart erarbeiten.

bundesliga.de: Sie haben seit dem Aufstieg kein einziges Punktspiel verpasst und stehen nun am Wochenende vor Ihrem Jubiläumsspiel, Ihrem 75. Zweitliga-Einsatz. Macht Sie so eine Zahl auch ein Stück weit stolz?

Schnatterer: Ja, klar, die Zahl macht mich schon stolz. Ich bin froh, dass ich jedes Spiel bestreiten konnte. Das spricht auch dafür, dass ich keine größeren Verletzungen hatte. Und ich habe immer daran gearbeitet, bei kleineren Blessuren wieder rechtzeitig fit zu werden.

bundesliga.de: Am Sonntag trifft Heidenheim auf den 1. FC Kaiserslautern. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Schnatterer: Die Spiele gegen Kaiserslautern waren mit einer Ausnahme immer sehr umkämpft und offen. Es waren sehr emotionale Partien, in denen es hoch herging. Ich freue mich auf das Spiel gegen diesen Traditionsverein. Die Lauterer hatten ein holprigen Start, haben aber das letzte Spiel gewonnen. Wir spielen zuhause, wollen dominant auftreten, den Gegner vor große Probleme stellen und unser Spiel durchbringen. Wir wollen unsere Serie von drei Spielen Partien ohne Niederlage fortsetzen und das Spiel gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski