Der neue Job von Dieter Eilts ist kein leichter. Mit 14 Punkten nach 13 Spielen steht seine neue Mannschaft nur auf Platz 14 der 2. Bundesliga.

Im Interview erklärt Eilts, warum das Traineramt bei Hansa Rostock für ihn dennoch eine reizvolle Aufgabe ist.

Debüt am Montag gegen die "Löwen"

"Die Bedingungen sind die eines Bundesligisten, das ist imponierend", so der Europameister von 1996 über seine erste Trainerstation im Profi-Vereinsfußball.

Beim Debüt gegen 1860 München am Montag erwartet er von seinen Spielern viel Einsatz und Kampfgeist.

Frage: Herr Eilts, nach dem Mauerfall kam Uwe Reinders aus Achim bei Bremen nach Rostock und machte den FC Hansa Rostock zum letzten NOFV-Meister sowie Pokalsieger der DDR und führte den Verein erstmals in die Bundesliga. Sie kommen auch aus Bremen. Was ist Ihr Ziel?

Dieter Eilts: Jeder kennt unsere Tabellensituation. Ziel kann es nur sein, sofort die Talfahrt der Mannschaft zu stoppen. Danach müssen wir uns stabilisieren und aus den unteren Tabellenregionen schnell wieder wegkommen. Dann müssen wir sehen, was möglich ist.

Frage: Welche Bedingungen haben Sie beim Rundgang durch die DKB-Arena vorgefunden?

Eilts: Die Bedingungen des FC Hansa sind absolut die eines Bundesligisten. Was ich hier gesehen habe, ist wirklich imponierend. Das Umfeld ist tatsächlich sehr gut.

Frage: Wie und wann kam der Kontakt zwischen Ihnen und Hansa zu Stande?

Eilts: Lizenzchef Herbert Maronn hat mich vor einer Woche angerufen und mir die Aufgabe angetragen. Ich gestehe ehrlich: Ich war Feuer und Flamme. Wirklich. Denn ich wusste ja, die Strukturen des Vereins sind gut. Alles andere müssen wir wieder in die richtigen Bahnen kriegen.

Frage: Wo haben Sie das 0:6 der Mannschaft gegen den 1. FC Kaiserlautern erlebt?

Eilts: Am Fernsehgerät.

Frage: Waren Sie da immer noch Feuer und Flamme von der neuen Aufgabe?

Eilts: Das Spiel hatte auf meine Entscheidung für die Aufgabe keinen Einfluss. Die Mannschaft und die Spieler haben doch alle mehr Potenzial, als es dieser Abend gezeigt hat.

Frage: Eben noch Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft, nun Fußball-Lehrer des Zweitligisten Hansa Rostock. Wie beurteilen Sie diesen Wechsel?

Eilts: Die Aufgabe ist absolut reizvoll für mich. Ich habe als Spieler und Trainer gezeigt, dass ich mit schwierigen Situationen klar komme. Ich sehe in diesem Wechsel keine Probleme. Ich kenne die Arbeit an einer Mannschaft aus Bremer Zeiten und ich kenne die Arbeit mit jungen Profis aus der DFB-Zeit. Ich sehe wirklich keinerlei Probleme in diesem schnellen Wechsel.

Frage: Sie werden am Sonntag in Rostock vorgestellt und sitzen am nächsten Tag gegen den TSV 1860 München auch schon auf der Hansa-Bank. Ist das nicht sehr problematisch, eine Mannschaft zu betreuen, die Sie noch nicht kennen und die momentan in der Tabelle der 2. Liga relativ schlecht steht?

Eilts: Ich habe einen ganz kurzen Draht zu Juri Schlünz und ich habe mich über die aktuelle Situation im Verein und in der Mannschaft sehr gut informiert.

Frage: Sie unterschreiben einen Vertrag bis 2010 in Rostock. Welche Ziele haben Sie?

Eilts: Erst einmal müssen wir die Lage stabilisieren. Ich sage bewusst wir. Hier ist absolut jeder gefordert, der Trainer, der Spieler, jeder Mitarbeiter, jeder Fan. Schwierige Situationen kann man im Sport nicht allein, sondern nur in der Gemeinschaft bewältigen. Wichtig ist doch, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen und unsere Lage verbessern. Wir müssen so schnell wie möglich das Optimum für Hansa rausholen.

Frage: Mit welchem Anspruch und mit welcher Art Fußball wollen Sie Ihre neue Aufgabe angehen?

Eilts: Wer die Spiele unserer U21 gesehen hat, der weiß, dass wir dort gepflegten Offensivfußball gespielt haben. Ich tendiere also zum Angriffsfußball.

Frage: Welche Ansprüche haben Sie an Ihre Spieler?

Eilts: Ich erwarte von jedem, dass er seinen Beruf ernst nimmt, sich in die Aufgabe kniet, sein Bestes gibt und leidenschaftlich hinter der Aufgabe der Mannschaft steht. Ich möchte die Bereitschaft sehen, dass sich jeder jeden Tag weiterentwickeln will. Diese Bereitschaft muss zu 100 Prozent da sein. Fehler kann man machen. Aber man muss die Bereitschaft zu Höchstleistungen und den Willen zum Erfolg jeden Tag, jede Minute sehen. Das erwarten auch die Fans von uns und die haben ein gutes Gespür für die Situation.

Das komplette Interview finden Sie auf der Webseite von Hansa Rostock.