Nur sechs Tage nach Aschermittwoch herrschte wieder Karneval: Während Pokal-Held Aristide Bance ausgelassen mit den Fans feierte, stießen Präsident Harald Strutz und Manager Christian Heidel mit einem Bier auf den größten Erfolg des 1. FSV Mainz 05 an.

Nach dem Viertelfinal-Coup im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten FC Schalke 04 träumen die Rheinhessen nicht nur vom Endspiel in Berlin, sondern sogar vom Sprung auf die europäische Fußball-Bühne.

Chance auf Europa wird "immer größer"

"Ich habe der Mannschaft schon vor unserem Erstrundenspiel in Babelsberg gesagt, dass wir nur ein paar Spiele von Europa entfernt sind. Jetzt wird die Chance immer größer", sagte FSV-Trainer Jörn Andersen nach dem 1:0 (0:0) gegen die "Königsblauen" mit einem Schmunzeln.

Heidel hofft nun bei der Auslosung am Samstag im Rahmen des Aktuellen Sportstudios im ZDF (ab 22 Uhr) auf ein Heimspiel im Halbfinale: "Es gibt keine leichten Gegner mehr. Aber zuhause hätten wir eine gute Chance, das Finale zu erreichen. Zu was wir fähig sind, haben wir ja gezeigt."

Bance feiert wichtigstes Tor seiner Karriere

Feiern lassen konnte sich beim Zweitliga-Zweiten vor allem Bance. Erst sorgte der 1,92 Meter große Hüne aus Burkina Faso mit seinem Treffer in der 88. Minute für die Entscheidung. Nach dem Spiel reckte Bance dann immer wieder einen Papp-Pokal in die Höhe, sang über ein Megafon gemeinsam mit den eigenen Fans und lief noch eine Ehrenrunde mit der Flagge seines Heimatlandes.

"Ich habe darauf gelauert, dass die Schalker Abwehrspieler die lange Freistoßflanke unterlaufen. Genauso ist es zum Glück gekommen. Ich stand goldrichtig", sagte der 24-Jährige und beschrieb das wichtigste Tor seiner Karriere: "Das ist ein großer Tag für mich, den Club und die Fans."

Dabei galt Bance als schwieriger Spieler. Bei seinem Ex-Club Kickers Offenbach geriet der Stürmer durch Unbeherrschtheiten auf dem Platz in die Kritik. Doch in Mainz hat Andersen den Angreifer wieder in die richtige Spur gebracht.

Strutz: "Das Wichtigste bleibt der Aufstieg"

Ohnehin kommt Andersen mit seiner unaufgeregten Art in Mainz als Kontrapunkt zu seinem Vorgänger Jürgen Klopp gut an. Nun ist der Norweger dabei, eine neue erfolgreiche Epoche beim FSV einzuleiten.

Höchste Priorität hat bei aller Euphorie über den Erfolg im Pokal aber die Rückkehr in die Bundesliga. "Am Sonntag gegen den FC Augsburg gilt die volle Konzentration dem Alltag. Das Wichtigste bleibt der Aufstieg", sagte Strutz: "Wenn wir das geschafft haben, können wir am Ende der Saison kräftig feiern. Von mir aus 14 Tage lang."

Und vielleicht können die Mainzer ja dann sogar auf die Qualifikation für den Europapokal anstoßen.