Ex-Trainer Jürgen Klopp gratulierte schon per SMS zum Aufstieg, und für eine große Feier am Sonntag ist alles vorbereitet: Auch wenn der letzte Schritt noch nicht gemacht ist, stimmt sich der 1. FSV Mainz 05 nach zwei Jahren auf die Rückkehr in die Bundesliga ein.

Beim 1. FC Nürnberg blickt man hingegen auf die Relegationsspiele - die wollen gleich vier Clubs im Keller der 2. Liga am letzten Spieltag abwenden.

"Überragend. Sensationell. Bin stolz auf Euch!"

Wohl nur noch Formsache ist der Wiederaufstieg für Mainz. So sieht es zumindest Klopp. "Überragend. Sensationell. Bin stolz auf Euch." Mit diesen Worten schickte der Coach von Borussia Dortmund eine Glückwunsch-SMS an seinen ehemaligen Club.

Die Rheinhessen haben den Sekt nach dem 2:0 bei der SpVgg Greuther Fürth zwar kalt gestellt, aber noch nicht geöffnet. "Es ist alles für die Party angerichtet, aber nur im Hinterkopf", erklärte Abwehrspieler Niko Bungert. Trainer Jörn Andersen, der gleich in seinem ersten Jahr in Mainz aus dem Schatten von Klopp getreten ist, warnte: "Wir sind noch nicht durch."

Ein Punkt fehlt dem 1. FSV noch im letzten Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, um den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt zu machen. An ein Wiedersehen in der nächsten Saison mit Klopp - dann bei Duellen in der Bundesliga gegen den BVB - zweifelt in Mainz so richtig niemand mehr.

Große Zuversicht beim "Club"

In Nürnberg hat man den direkten Aufstieg abgeschrieben und konzentriert sich vielmehr auf die Entscheidungsspiele gegen den Drittletzten der Bundesliga. "Bei uns ist es offenbar üblich, alles mitzunehmen, was kommt", sagte "Club"-Sportdirektor Martin Bader.

Der Glaube an die direkte Rückkehr ins Oberhaus ist in Nürnberg trotzdem groß. "Wir treffen in der Relegation auf eine Mannschaft, die fast die ganze Saison nur verloren hat - warum sollte die dann gewinnen?", sagte Trainer Michael Oenning und fügte hinzu: "Uns ist es egal, gegen wen wir antreten." Dabei könnte es zum pikanten Duell mit Borussia Mönchengladbach und Trainer Hans Meyer kommen, der im Februar 2008 in Nürnberg entlassen worden war.

Enttäuschung in Fürth

Beim "Club"-Nachbarn aus Fürth ist nach dem erneut verpassten Aufstieg die Zukunft von Trainer Benno Möhlmann zunächst ungewiss. "Wir müssen schauen, ob bei allen Beteiligten genug Motivation vorhanden ist, es nochmal gemeinsam zu versuchen", sagte Möhlmann nach dem Mainz-Spiel.

Vereinspräsident Helmut Hack mochte zunächst keine klaren Aussagen zu seinem Duzfreund Möhlmann treffen. Der 59 Jahre alte Unternehmer machte allerdings deutlich, dass die Fürther einiges überdenken und auf den Prüfstand stellen müssten mit Blick auf die allgemeine Finanzkrise und die verpassten Mehreinnahmen durch den wieder mal misslungenen Bundesliga-Aufstieg. "Wir müssen definitiv sparen", kündigte Hack an.

Weiter Spannung im Abstiegskampf

Das große Zittern herrscht im Abstiegskampf. Im VfL Osnabrück (36 Punkte), Hansa Rostock (37), dem FSV Frankfurt und der TuS Koblenz (beide 38) droht noch vier Teams die Relegation gegen den Dritten der neuen 3. Liga.