Jürgen Klopp (l.) und Jörg Berger verpassten mehrfach hauchdünn den Aufstieg in die Bundesliga
Jürgen Klopp (l.) und Jörg Berger verpassten mehrfach hauchdünn den Aufstieg in die Bundesliga
2. Bundesliga

Mainz und Kassel: Tränen, Tragödien und Triumphe

München - Wenn die 2. Bundesliga am kommenden Freitag mit dem Klassiker zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig startet (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker), geht der Aufstiegskampf gleich in die Vollen. Beide Teams haben eine bewegte Bundesliga-Vergangenheit hinter sich, wobei die Niedersachsen in der vergangenen Spielzeit wieder auf den Geschmack gekommen sind.

Kassels leidvoller Weg

Neben den beiden Traditionsclubs streiten noch mindestens eine Handvoll weiterer Vereine darum, im kommenden Jahr erstklassig zu spielen. Wie nah beieinander Triumph und Tränen liegen, musste zuletzt die SpVgg Greuther Fürth erfahren, die in der Relegation gegen den HSV den Aufstieg nur wegen der Auswärtstorregel verpasste.

Die 2. Bundesliga ist gespickt von derlei Dramen, nach denen sich das Schicksal einiger Clubs in die eine oder andere Richtung bewegte. bundesliga.de erinnert an zwei Vereine, die zunächst eine ähnliche Entwicklung nahmen: Hessen Kassel und den 1. FSV Mainz 05.

Mainzer Happy End

Es kam jedoch noch schlimmer: Nachdem die Nordhessen vier Mal den Aufstieg nur knapp verpassten, stiegen sie in der Saison 1986/87 mit Pauken und Trompeten ab. In den Folgejahren erholte sich der Traditionsverein nicht mehr und verschwand in der sportlichen Bedeutungslosigkeit. Zwei Konkurse in den 1990er Jahren beschleunigten die Negativspirale. Der Fußballautor Hardy Grüne bezeichnete die Entwicklung des KSV Hessen Kassel in dieser Zeit als eines der tragischsten Kapitel in der Geschichte der 2. Bundesliga. Aktuell spielt Kassel in der Regionalliga Südwest.

15 Jahre später nahm der 1. FSV Mainz 05 zunächst eine ähnliche Entwicklung - allerdings mit völlig unterschiedlichem Ausgang. Die Mannschaft des damaligen 05-Trainers Jürgen Klopp verpasste den Bundesliga-Aufstieg in den Jahren 2002 und 2003 jeweils nur um Haaresbreite. Zunächst rutschten die Rheinhessen am letzten Spieltag nach einer 1:3-Niederlage bei Union Berlin aus den Aufstiegsrängen, um ein Jahr später auf noch dramatischere Weise zu scheitern.

Denn - anders als bei Hessen Kassel - stellte die sportliche Tragödie nicht das Ende der Entwicklung des 1. FSV Mainz 05 dar, sondern den eigentlichen Beginn. Ein Jahr später klappte es im dritten Anlauf mit dem ersehnten Aufstieg der Nullfünfer – der Wendepunkt in der Geschichte des Clubs. Den Abstieg im Jahre 2007 korrigierten die Mainzer zwei Jahre später und etablierten sich fortan als gestandener Bundesligaverein. Der dramatische Aufstiegskampf weckte letztlich einen Widerstandsgeist und eine Emotionalität bei den Mainzern, die zum Charakter dieses Vereins wurden.

Kassel und Mainz - zwei Clubs, die zunächst ähnlich tragisch scheiterten und deren Entwicklung anschließend diametral auseinanderging.

Johannes Fischer

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