Köln - Noch ein Sieg fehlt RB Leipzig zum Aufstieg in die Bundesliga. Nach drei Spielen ohne Dreier wollen die "Bullen" nun am Sonntag gegen den Karlsruher SC im eigenen Stadion alles klar machen. Vor dem Hit spricht der 19-jährige RBL-Verteidiger Lukas Klostermann im Interview mit bundesliga.de über seine Vorfreude auf das Spiel und den Traum von der Bundesliga.

bundesliga.de: Lukas Klostermann, am Sonntag hat RB Leipzig den Matchball, mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC direkt in die Bundesliga aufzusteigen. Wie groß ist die Anspannung vor dem Spiel, wie groß die Vorfreude?

Klostermann: Die Vorfreude ist extrem groß, weil wir auch wissen, dass wir vor einem ausverkauften Haus spielen werden. Wir wollen natürlich das Spiel gewinnen und unser Saisonziel erreichen.

bundesliga.de: Zuletzt hat die Mannschaft drei Spiele in Folge nicht mehr gewonnen. Ist der Motor etwas ins Stottern geraten? Woran hat es gelegen?

Klostermann: Die Ergebnisse waren mit Sicherheit nicht so, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht haben. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir am Sonntag ein positives Ergebnis gegen Karlsruhe erzielen können. Die letzten Spiele von uns waren ja auch nicht schlecht. Wir hatten unsere Chancen. Wichtig wäre es, dass wir es wieder schaffen zu null spielen.

"Wir können es aus eigener Kraft schaffen"

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bundesliga.de: In den letzten beiden Spielen konnte die Mannschaft eine 1:0-Führung nicht in einen Sieg ummünzen. Macht sich doch ein bisschen Nervosität so kurz vor Erreichen des großen Ziels breit?

Klostermann: Ich habe bei keinem einzigen Spieler das Gefühl, dass er nervös wird. Es überwiegt ganz klar die Vorfreude auf das Spiel am Sonntag. Wir haben es in der eigenen Hand und können es aus eigener Kraft schaffen. Wir verfolgen weiter unser Ziel und schauen nicht auf die Anderen. Wichtig ist, dass wir die vollen 100 Prozent auf den Platz bringen und unsere Tor-Chancen nutzen.

bundesliga.de: Sie sind selbst noch keine 20 Jahre alt und unumstrittener Stammspieler bei RB Leipzig. Wie bewerten Sie Ihren eigenen Werdegang und Ihren Stellenwert in der Mannschaft?

Klostermann: Für mich persönlich ist die Saison so verlaufen, wie ich mir es erhofft habe. Ich habe meinen Platz in der Mannschaft gefunden und durfte sehr viele Spiele bestreiten. Für einen jungen Spieler ist es extrem wichtig, dass man viel Spielpraxis bekommt. Daraus kann man am meisten lernen und sich am besten entwickeln.

bundesliga.de: Sie haben vor zwei Jahren noch im Trikot des VfL Bochum bei einem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln erlebt, was in einem Stadion abgeht, wenn der Gastgeber aufsteigt. Was glauben Sie, wie in Leipzig gefeiert würde, wenn der Aufstieg am Sonntag gelingt?

Klostermann: An das Spiel in Köln habe ich zweifelsohne noch Erinnerungen. Ich weiß noch, dass wir damals 1:0 in Führung gegangen sind, die Kölner das Spiel aber noch gedreht haben. Es herrschte eine Euphorie im Stadion, die atemberaubend war. Genau so stelle ich mir das am Sonntag in Leipzig auch vor. Ich verspüre eine extrem große Motivation, so etwas auch zu schaffen und das Erlebnis mit den Fans zu teilen.

"Uns hat keiner etwas geschenkt"

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bundesliga.de: Am Sonntag kommt der Karlsruher SC nach Leipzig, eine Mannschaft, die seit fünf Spielen ungeschlagen ist und von den letzten neun Partien auch nur eine verloren hat. Die Badener sind keine Laufkundschaft, und sie werden auch nicht zum Gratulieren kommen.

Klostermann: Auf keinen Fall. Das haben wir gegen die anderen Vereine in den letzten Wochen aber auch schon gesehen. Es gab in dieser Saison noch keine Mannschaft, die uns etwas geschenkt hat. Das wissen wir. Der KSC ist eine sehr spielstarke Mannschaft. Wir werden uns in der langen Woche gut auf das Spiel vorbereiten und auf alles gefasst sein.

bundesliga.de: Ist der Aufstieg in die Bundesliga das Ziel, auf das Sie seit Jahren hingearbeitet haben? Würde ein Traum wahr werden?

Klostermann: Ja, auf alle Fälle. Seit ich in der 2. Bundesliga spiele und vor allem seit ich bei RB Leipzig bin, ist das auch schon in der letzten Saison unser großes Ziel gewesen. Nachdem wir es in der letzten Spielzeit leider nicht geschafft haben, haben wir in dieser Saison noch ein Stück weit härter gearbeitet. Deswegen würde selbstverständlich nicht nur für mich, sondern auch für den Verein und die gesamte Region ein Traum in Erfüllung gehen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski