München - Am 23. Spieltag der 2. Bundesliga will der TSV 1860 München weiter Punkte auf die Aufstiegsplätze gut machen. In Rostock kommt es zum Kellerduell gegen Ingolstadt.

Der MSV Duisburg ist nach drei Niederlagen in Folge und keinem einzigen Punkt im Kalenderjahr 2012 unter Zugzwang. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt nach der 0:1-Niederlage gegen den FC St. Pauli nur noch zwei Punkte (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Trotz der Erfolgsserie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge will man beim TSV 1860 München (noch) nichts von einem möglichen Aufstieg wissen. Zwar habe man das Selbstvertrauen in den letzten Wochen steigern können (Daniel Bierofka), aber zu einer Kampfansage an die Spitzenmannschaften der Liga lässt sich keiner hinreißen. "Wir sind bisher gut damit gefahren, den Ball flach zu halten", erklärte Coach Reiner Maurer, "und das werden wir auch weiterhin tun." Auch Sportchef Florian Hinterberger stapelt trotz der zwölf Saisonsiege weiter tief: "Unser Abstand ist immer noch so, dass es ein Abstand ist."

Dass der Abstand sich bei Siegen gegen Union Berlin und dem noch fälligem Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue ganz schnell in Luft auflösen kann, ist in München dennoch bekannt. Nicht nur Kapitän und "Löwen"-Urgestein Benjamin Lauth stellte nach dem fest, dass "wir aufgeschlossen haben und Punkte gut machen können".

Ob Coach Maurer bei der Jagd auf die Spitzenteams bei den "Eisernen" in Berlin auf Antonio Rukavina zurückgreifen kann, ist noch fraglich. Unter der Woche litt der Verteidiger an einer Hüftansatzprellung. Auf alle Fälle ausfallen wird Kevin Volland. Der Angreifer der "Löwen" sah gegen die Fortuna seine fünfte Gelbe Karte. Maximilian Nicu soll den 19-Jährigen ersetzen.

Bei Union Berlin gibt es im Gegensatz zu den Münchnern größere Sorgen. Christoph Menz fällt aufgrund einer Sperre aus, Christopher Quiring erlitt im Spiel gegen den VfL Bochum einen Muskelfaserriss, Kapitän Torsten Mattuschka eine Innenbanddehnung. Dafür sind Torhüter Jan Glinker, Michael Parensen und John Jairo Mosquera wieder mit von der Partie. Trainer Uwe Neuhaus erwartet einen heißen Tanz: "Es kommt das Team der Rückrunde. Das wird ein dicker Brocken. Wir müssen uns auf Schwerstarbeit gefasst machen."



Schiedsrichteransetzungen

Abstiegskampf pur: Wenn Hansa Rostock den FC Ingolstadt 04 empfängt, trifft das Schlusslicht der 2. Bundesliga auf den Tabellenvorletzten. Doch trotz der schwierigen Konstellation starteten beide Clubs für ihre Verhältnisse ordentlich in die Rückrunde - die "Schanzer" heimsten bislang sieben Punkte ein und verloren kein einziges Spiel. Die Rostocker steigerten sich in der Offensive (sieben Tore) und erspielten sich in den letzten beiden Partien vier Punkte.

Hansa-Coach Wolfgang Wolf gibt sich trotz der richtungsweisenden Partie gelassen: "Der Druck ist in diesem Spiel nicht größer als sonst auch. Erst, wenn wir am letzten Spieltag gegen Fürth gewinnen müssen, stehen wir wirklich unter Druck." Die Marschroute für seine "Kogge" ist klar: "Wir wollen so auftreten wie zuletzt gegen Duisburg, die Mannschaft ist gewillt, die drei Punkte hier zu behalten." Ob er dabei auf den zuletzt überzeugenden Youngster Edisson Jordanov zurückgreifen kann, stellt sich wohl erst am Spieltag raus. Der 18-Jährige schleppt sich noch mit Adduktorenproblemen herum. Fragezeichen stehen ebenfalls hinter Michael Wiemann und Kevin Pannewitz, die sich im Training wieder an die Mannschaft heran kämpfen mussten.

Ingolstadts Coach Tomas Oral hingegen muss lediglich den für ein Spiel rotgesperrten Marino Biliskov ersetzen. Marvin Matip rückt wohl für ihn in die Innenverteidigung. Wie Oral seine Mannschaft in der Offensive aufstell, ist noch unklar. Unter seiner Regie erzielten die "Schanzer" erst vier Tore in acht Spielen. Hoffnung verbreitet die Rückkehr von Caiuby, der das Offensivspiel beleben soll.



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In Duisburg herrscht nach drei Niederlagen am Stück Katerstimmung. Nachdem Coach Oliver Reck noch in der Winterpause von einem einstelligen Tabellenplatz sprach, geht der Blick bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nach unten. "Wegdiskutieren bringt nichts, wir müssen uns stellen. Die Konstellation im unteren Drittel ist eng. Wir hatten uns das anders vorgestellt, wollten sofort Sicherheit. Jetzt stecken wir mittendrin im Abstiegskampf. Das Positive ist: Wir können selbst etwas daran ändern und uns befreien", schätzt Reck die Situation gegenüber dem "Kicker" ein.

Sorgen bereitet neben der schlechten Punktausbeute (kein Punkt in 2012) die löchrige Defensive. In den letzten 16 Partien spielten die "Zebras" nur ein Mal zu Null. Hinzu kommen lediglich 27 eigene Tore - seit 26 Jahren war keine Mannschaft des MSV in der Offensive harmloser.
Verzichten muss Reck auf die schon zuletzt angeschlagenen Markus Bollmann (Adduktorenprobleme) und Maurice Exslager (Muskelfaserriss). Goran Sukalo (nach Fieber) ist am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Dynamo Dresden hingegen befindet sich im gesicherten Mittelfeld der 2. Bundesliga. Die Sachsen holten am letzten Spieltag ein und wollen ihre ansprechende Heimbilanz (18 Punkte aus 11 Spielen) weiter ausbauen. Allerdings muss Trainer Ralf Loose auf Topscorer Mickael Pote (9 Tore/4 Vorlagen) verzichten. Der Beniner sitzt gegen den MSV eine Sperre ab. Sein angedachter Ersatz, Pavel Fort, ist durch eine Angina geschwächt. "Ich könnte zum 4-2-3-1 wechseln oder Robert Koch vorziehen, auch Clemens Walch und Sascha Pfeffer sind Alternativen", erklärte Loose seine Möglichkeiten.



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