München - Beim Gedanken ans Hinspiel zwischen 1860 München und Eintracht Braunschweig wird wohl jedem TSV-Anhänger warm ums Herz. Die Münchner erkämpften sich bei spätsommerlichen Temperaturen im Oktoberfest-Dress ein 1:1, Necat Aygün konterte die Braunschweiger Führung durch Domi Kumbela. Am 23 .Spieltag steht erneut das "Löwen"-Duell auf dem Programm. Doch dieses Mal müssen die Sechziger ohne Wiesn-Trikots auskommen, außerdem wird sich das Braunschweiger Stadion wie ein Eisschrank anfühlen.

Neben den "Löwen" kämpfen am Sonntag außerdem der SSV Jahn Regensburg und der SV Sandhausen um Punkte gegen den Abstieg. Der Jahn gastiert beim FC Energie Cottbus, Sandhausen hat den SC Paderborn zu Gast (alle Spiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Seit 20 Spielen ist Eintracht Braunschweig vor heimischem Publikum unbesiegt. Mit einem Sieg über 1860 München könnte der Tabellenprimus seinen Vorsprung auf Rang 3 zwischenzeitlich auf 15 Punkte ausbauen. "Bei aller Taktik darf man in solch einem Traditionsduell auch die Emotionen und Leidenschaft nicht vergessen", betonte "Löwen"-Trainer Torsten Lieberknecht. "Vielmehr Tradition geht eigentlich gar nicht. Genau deshalb wollen wir eine hohe Lauf- und Zweikampfbereitschaft in die Waagschale werfen, um das Spiel am Ende auch zu gewinnen." Personell hat der 39-Jährige mit Kevin Kratz, der seinen Syndesmosebandabriss auskuriert hat, eine Option mehr. Auch die übrigen Langzeitverletzten Dennis Kruppke, Björn Kluft und Marcel Correia machen große Sprünge nach vorne, sind aber für Sonntag noch kein Thema. Auch Gianluca Korte nicht, der weiterhin an einer Zerrung laboriert.

Alexander Schmidt, dem Trainer der Münchner "Löwen", scheint es gerade recht zu sein, dass es gegen den Tabellenführer geht. "Es kommt unserer Mannschaft zugute, wenn sie mal nicht in der Favoritenrolle ist", verdeutlichte der 44-Jährige. Trotzdem ist der Respekt vor den Niedersachsen groß: "Ich will Braunschweig nicht stark reden - sie sind es." Der Coach der Sechziger hob die gute Organisation, die taktische Flexibilität und die Abstimmung beim Gegner hervor. "Da greifen alle Rädchen ineinander, sie sind eingespielt, haben einen guten Trainer und strotzen vor Selbstvertrauen", lobte Schmidt, der auf Necat Aygün (krank), Maximilian Nicu (Knieprobleme) und Daniel Halfar (Gelbsperre) verzichten muss.




Schiedsrichteransetzungen

Energie Cottbus wartet im Jahr 2013 immer noch auf den ersten Sieg und gar das erste Tor. "In Frankfurt haben wir uns gegen ein kompaktes Team vier, fünf hochkarätige Chancen wunderbar herausgespielt", sagte Trainer Rudi Bommer. Seine Mannschaft könne selbstbewusst auftreten, weil ungeachtet der unbefriedigenden Ergebnisse in den ersten drei Spielen seit der Winterpause die Art und Weise des Auftretens Mut machen. Gegen das Tabellenschlusslicht Jahn Regensburg wollen sich die Lausitzer endlich mit einem Sieg belohnen. "Wenn wir unsere Leistung abrufen und vor dem Tor konsequenter und gieriger sind, dann behalten wir die Punkte in Cottbus", erklärte Bommer, dem Markus Brzenska (Rückstand), Ivica Banovic (Gelbsperre) und Daniel Brinkmann (Aufbautraining) nicht zur Verfügung stehen.

Jahn Regensburg fährt mit einem Auswärtserfolg (2:0 beim VfL Bochum) im Hinterkopf nach Cottbus. Das lässt die Oberpfälzer hoffen, zumal die Lausitzer nicht gut in die Rückrunde gestartet sind. "Wir werden selbstbewusst in die Partie gehen und möchten auf jeden Fall mit etwas Zählbarem nach Hause fahren. In der Rückrunde haben wir bisher bewiesen, dass wir auch mit den guten Mannschaften mithalten können", gab sich Mittelfeldspieler Oliver Hein zuversichtlich. Auch in Cottbus muss der Jahn die Langzeitverletzten Thomas Kurz (Reha), Philipp Ziereis (Rekonvaleszent) und Jonatan Kotzke (Kreuzbandriss) ersetzen. Außerdem werden Marco Djuricin und Patrick Wiegers aufgrund einer Grippeerkrankung fehlen.




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"Wir haben uns natürlich über die vermeidbare Niederlage bei Dynamo Dresden geärgert", gab SVS-Trainer Hans-Jürgen Boysen unumwunden zu, "doch ebenso haben wir alles aufgearbeitet, hoffen, dass die Individualfehler in dieser Häufigkeit nicht mehr vorkommen und gehen die nächste Aufgabe mit frischem Elan an". Dass allerdings ein Sieg gegen den SC Paderborn kein leichtes Unterfangen wird, ist ihm auch bewusst. Vor dem sonntäglichen Gegner hat Boysen sicherlich Respekt, "doch Angst haben wir nicht, auch wenn Paderborn ein gutes Gerüst mit einer eingespielten Mannschaft besitzt". Gegen die Ostwestfalen stehen Marcel Kandziora (Rotsperre), Regis Dorn, Ole Kittner (beide Reha) und Simon Tüting (Armbruch) nicht im Kader.

Der SC Paderborn peilt in Sandhausen den dritten Sieg in Serie an. Das ist den Schützlingen von Stephan Schmidt in der laufenden Saison noch nicht gelungen. "Der Gegner wird sehr aggressiv gegen den Ball agieren und mit vielen langen Bällen agieren. Wir müssen von der ersten Sekunde an voll gegenhalten", ist sich Schmidt sicher. Auch nach den Siegen beim FC Ingolstadt (3:1) und gegen den FC Erzgebirge Aue (2:0) gibt es für den 36-Jährigen "keinen Ansatz von Gemütlichkeit". Stammtorwart Lukas Kruse wird nach überstandener Schulterverletzung zwischen die Pfosten zurückkehren. Dagegen werden Christian Strohdiek (grippaler Infekt), Jens Wemmer (Zerrung), Manuel Gulde (Muskelfaserriss), Massimo Ornatelli (Leiste) und Manuel Zeitz (Entzündung am Fuß) nicht mit nach Sandhausen fahren.




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