München - Bielefelds neuer Trainer Ewald Lienen möchte mit der Arminia am Samstag gegen den VfL Osnabrück den ersten Schritt aus dem Tabellenkeller machen. Im zweiten Samstagsduell messen sich der FSV Frankfurt und Union Berlin (beide Samstagsspiele ab 12:45 Uhr im Live-Ticker).

Nur, wer den Kopf frei hat, kann befreit aufspielen. Das machte der neue Arminia-Coach Ewald Lienen vor der Partie gegen den VfL Osnabrück deutlich.

"Ich empfinde diese Situation nicht als Druck. Es ist klar, dass wir uns Ziele gesteckt haben. Und Ziele muss man sich immer hart erarbeiten, das geht nur, wenn man sich mit Engagement, Enthusiasmus und Freude dafür einsetzt", sagte Lienen: "Wer Druck verspürt, der ist blockiert und kann nicht mehr richtig arbeiten - da verliert man den Blick für die so wichtigen Details."

"Spieler ohne Selbstvertrauen sehen anders aus"

Das habe er auch den Spielern gesagt, die im Übrigen nach Beobachtung des neuen Cheftrainers trotz der Niederlagenserie kein Problem mit dem Selbstbewusstsein haben: "In den ersten, sehr intensiven Trainingseinheiten habe ich vor allem Hoffnung, Motivation und Mut gesehen. Spieler ohne Selbstvertrauen sehen anders aus!"

Personell wird der Trainer des Tabellen-Schlusslichts die Besetzung gezwungenermaßen an vier Stellen verändern: "In der Abwehr, auf der rechten Seite im Mittelfeld, im Zentrum und im Sturm gibt es jeweils eine vakante Stelle."

VfL ohne Barletta und Andersen

Gegner Osnabrück steht vor dem Derby ebenfalls unter Druck. Der VfL gewann nur eins der letzten sechs Spiele (vier Niederlagen). Insbesondere auswärts läuft es für den VfL mit nur einem Punkt in dieser Saison alles andere als Wunschgemäß.

"Mit Ausnahme der Partie in Fürth haben wir uns gut präsentiert, aber zu wenig mit nach Hause genommen", analysierte Trainer Karsten Baumann. Das solle sich gegen Bielefeld ändern.

Fehlen wir dem Coach sein Kapitän Angelo Barletta, der sich einer Leistenoperation unterziehen muss. Zudem fehlt Kristoffer Andersen, der an einer Adduktoren-Zerrung laboriert.





FSV Frankfurt - 1. FC Union Berlin

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen möchte gegen Union "die drei wichtigen Punkte zuhause behalten. Ich bin mit der Defensivarbeit meiner Mannschaft zufrieden, die vor allem bei Standards sehr aufmerksam sein muss. Wir brauchen die Lufthoheit, nicht nur einen sehr guten Patric Klandt. Wir wollen wieder Vollgas geben und den Abstand auf Union Berlin vergrößern."

Aber Boysen warnt: "Wir treffen auf eine ballsichere, spielstarke Mannschaft, die bei Standardvarianten Ihresgleichen sucht. Sie sind schwer auszurechnen, auch wenn sie aktuell nicht so viele Punkte haben. Sie sind unter Wert in der Tabelle platziert."

Andreas Dahlén und Gledson stehen wieder im FSV-Kader. Marc Heitmeier wird hingegen auch in den nächsten Wochen ausfallen. Marc Stein steige vielleicht nächste Woche ins Training ein, so Boysen. Weiterhin fehlt außerdem Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss).

Bestätigt Union den Trend?

Gegner Union will beim FSV den positiven Trend der letzten Wochen bestätigen. Die letzten beiden Ligaspiele entschieden die "Eisernen" für sich.

Trotz der beiden Siege gegen Oberhausen und Bielefeld sieht Trainer Uwe Neuhaus sein Team noch nicht in sicheren Gefilden. "Zwei Siege in Serie tun gut. Wir müssen aber auf der Hut sein und absolut konzentriert zu Werke gehen", sagte Neuhaus: "Sollten wir in Frankfurt verlieren, wird es wieder ganz, ganz eng."

Personell wird der Übungsleiter voraussichtlich auf die zuletzt siegreiche Elf setzen.