Dirk Langerbein ist der Zahn gezogen worden. Nicht irgendeiner, sondern derjenige, der für die Schwindelanfälle verantwortlich sein soll, die den Ahlener Torhüter in den Ruhephasen nach dem Training heimgesucht haben.

Jetzt hofft nicht nur er, dass alles überstanden ist, damit er am Sonntag das Tor der Rot-Weißen hüten kann."Ich bin noch etwas vorsichtig, immerhin war ich schon zwei Mal so weit, dass ich glaubte, alles sei in Ordnung. Ich will nicht zu euphorisch sein, sondern lieber realistisch bleiben", gibt sich der 36-Jährige noch vorsichtig.

"Die letzten Wochen waren sehr hart, weil ich nicht wusste, woran es liegt. Da hätte ich lieber eine Bänderdehnung gehabt, dann weiß man, woran man ist. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht in so vielen Arztpraxen gesessen wie in diesen drei Wochen", seufzt der Schlussmann. Doch in der letzten Woche wurde der vereiterte Zahn entfernt und jetzt trainiert Langerbein, einer der erfahrensten Ahlener Spieler, wieder voll durch.

Tapu als Ersatz

"Ich bin natürlich heiß darauf, wieder spielen zu können. Gerade gegen die Sechziger wird das ein tolles Spiel. Aber ich will ohnehin wieder fit werden, auch wenn ich am Sonntag nicht spielen könnte", will der Torhüter, der schon 2000 mit Ahlen in der Zweiten Liga spielte, keinen falschen Eindruck erwecken.

Sollte er dennoch passen müssen, stände wieder Turgay Tapu zwischen den Pfosten. "Der Turgay hat seine Sache in Augsburg sehr gut gemacht. An den Toren war er schuldlos. Es ist für einen Torhüter ohnehin schwer, wenn er kalt ins Spiel hinein muss", attestiert Torwarttrainer Milenko Gilic dem dritten RWA-Torhüter eine gute Leistung beim 0:3 in Augsburg. Er selbst wäre im übrigen kein Kandidat für die Bank, sollte Langerbein doch passen müssen. "Da würden wir intern sicherlich eine Lösung finden", so Gilic.

Comeback nach einem Jahr?

Für Langerbein wäre es der erste Einsatz nach seiner Auswechslung gegen Wuppertal im August des Vorjahres, als er sich beim 0:1 verletzte und Manuel Lenz Platz machte.

Am letzten Sonntag erlebte Langerbein den Patzer seines Teamkollegen am Fernseher. "So etwas passiert nun mal. Er hat, als er sich zum Rauslaufen entschlossen hat, das Ding konsequent durchgezogen. Die Reaktion vor der Linie ist ein Reflex. Natürlich habe ich mich für ihn geärgert und bin in keinster Weise froh darüber, dass ich jetzt davon profitiere", so Langerbein, der auch bei Turgay Tapu keinen Fehler gesehen hat.

Der Torhüter der Reserve ist aber berufstätig und kann deshalb das Training nicht komplett mit der Mannschaft durchziehen, wäre deshalb am Sonntag zweite Wahl hinter Langerbein.