50.000 Zuschauer sind bei einem Meisterschaftsspiel im deutschen Profifußball an sich nicht ungewöhnlich. In der 3. Liga allerdings schon. Die exakt 50.095 Zuschauer, die am 23. Mai 2009 in die Düsseldorfer ESPRIT arena kamen und nach dem 1:0-Sieg Fortuna Düsseldorfs gegen Werder Bremen II den Aufstieg in die 2. Bundesliga feierten, bedeuteten einen Zuschauerrekord für die 3. Liga.

Die Arena, die bis zum 30. Juni 2009 LTU arena hieß, wurde zwischen 2002 und 2004 etwas nördlich von der Stelle errichtet, wo vorher das Düsseldorfer Rheinstadion stand.

Die hochmoderne Multifunktionsarena befindet sich im Stadtteil Stockum, im nördlichen Teil des Düsseldorfer Stadtgebietes. Südlich und östlich schließt sich das Gelände der Düsseldorfer Messe an. Auf der westlichen Seite befindet sich der Rhein.

Schließbares Dach

Das offizielle Fassungsvermögen beträgt 54.400 Zuschauer, alle Plätze sind Sitzplätze. Die Arena verfügt über ein schließbares Dach und eine moderne Klimatechnik, die die es im Winter ermöglicht, den Innenraum auf mindestens 15 °C zu erwärmen. Bei Konzerten kann auch der Innenraum für Zuschauer genutzt und die Kapazität dementsprechend erhöht werden.

Das Besondere der Tribünen ist die nur scheinbar farblich unsortierte Anordnung der bunten Sitzschalen. Tatsächlich beruht die Verteilung der grauen, gelben, roten, blauen und schwarzen Sitzschalen auf einem exakten Plan des Architekten. Das hat zur Folge, dass beispielsweise ein halbvolles Stadion in einer Fernsehübertragung einen gut gefüllten Eindruck macht.

Spitzenkonzerte in der ESPRIT arena

Die offizielle Eröffnung der ESPRIT arena fand am 18. Januar 2005 statt: Fortuna Düsseldorf verlor ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München vor 44.583 Zuschauern mit 1:5. Aber schon am 10. September 2004, als die Arena noch "namenlos" war, hatte die Fortuna in der Regionalliga dort vor über 38.000 Zuschauern zur Arena-Premiere 2:0 gegen Union Berlin gewonnen.

Außer von der Fortuna wurde die ESPRIT arena sportlich bis 2007 von der Düsseldorfer American-Football-Mannschaft Rhein Fire genutzt. Daneben fanden Konzerte der Rolling Stones, Black Eyd Peas, von Take That, Bon Jovi, Roger Waters, Madonna, Bruce Springsteen, Herbert Grönemeyer oder den Toten Hosen statt.

Fünf WM-Spiele 1974 in Düsseldorf

Bevor die ESPRIT arena zum Austragungsort der Großereignisse in Düsseldorf wurde, war das 1925 eröffnete Rheinstadion Schauplatz für große Sportveranstaltungen und Konzerte. Nicht nur Fortuna Düsseldorf erlebte im Rheinstadion erfolgreiche Bundesliga-Jahre. Auch Borussia Mönchengladbach zog in den siebziger Jahren immer wieder für internationale Begegnungen nach Düsseldorf um.

Anlässlich der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland wurde das Rheinstadion in den Jahren 1968-75 umfassend umgebaut und modernisiert. Die Zuschauerkapazität wurde dabei von 40.000 auf 68.400 Plätze erweitert. Fünf WM-Spiele fanden in Düsseldorf, darunter die zwei Siege der deutschen Elf in der zweiten Finalrunde gegen Schweden und Jugoslawien.

Das letzte Event im Rheinstadion fand am 22. Juni 2002 statt: der World Bowl in der NFL Europe zwischen Berlin Thunder und dem heimischen Rhein-Fire-Team. Mit zwei spektakulären Sprengungen wurde der Abriss des Rheinstadions am 12. September und 6. November 2002 eingeleitet.