Karlsruhe - Mit etwas Pech im Abschluss agierte der Karlsruher SC am Dienstag (24. Januar) im Testspiel gegen den FC St. Gallen. Am Ende unterlag das Andersen-Team im Mettnau-Stadion Radolfzell dem Tabellenführer der Schweizer Challenge League mit 4:3.

Vor rund 100 Zuschauern dauerte es nur wenige Minuten bis zur ersten KSC-Chance. Klemen Lavric passte von rechts in die Mitte zum mitgelaufenen Pascal Groß, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte (7.). Im Gegenzug dann die Führung für den FC St. Gallen. Nachdem KSC-Keeper Dirk Orlishausen einen Schuss von Marco Mathys nicht festhalten konnte, staubte Sven Lehmann zur Führung für den Schweizer Zweitligisten ab (8.).

KSC vom frühen Rückstand nicht geschockt

Die "Blau-Weißen" zeigten sich allerdings vom frühen Rückstand unbeeindruckt und spielten weiter nach vorn. Nach erneuter Vorlage von Lavric, der einen Querpass der Schweizer abfangen konnte, hatte Alexander Iashvili aus 16 Metern die Schusschance, verzog aber (22.). Nur zwei Minuten später prüfte Matthias Cuntz den gegnerischen Torhüter, seinen Schuss aus 18 Metern konnte Germanio Vailati aber parieren (24.).

Wiederum nur 60 Sekunden später dann die bis dato größte Chance für den KSC. Lavric tauchte schön freigespielt allein vor Vailati auf, der am Towart vorbei gespitzelte Ball prallte aber gegen den langen Pfosten (25.). Und auch die nächste Riesenchance konnte Lavric nicht verwerten. Thioune hatte auf der linken Seite den mitgelaufenen Delron Buckley eingesetzt, dessen Querpass der Slowene eigentlich aus etwa einem Meter nur noch einschieben musste, aber im Kunstrasen hängen blieb (28.). Auch bei einem gefährlichen Freistoß von Buckley hatte der KSC kein Glück, mit einer Blitzreaktion konnte Vailati den Ball über die Latte lenken (32.).

Und so kam es wie es kommen musste. Nach 34 Minuten pfiff Schiedsrichter Robert Kemper einen Foulelfmeter für St. Gallen, den Philipp Muntwiler zum 2:0 verwandeln konnte. Vier Minuten später das nächste Tor für die Schweizer. Kristian Nushi hatte von rechts scharf nach innen gepasst, wo Nico Abegglen zum 3:0 verwandeln konnte. Die letzten Minuten vor der Pause gehörten wieder dem KSC. Und endlich waren die Offensivbemühungen auch von Erfolg gekrönt. Die Flanke von Groß von der rechten Seite köpfte Buckley in die Mitte, wo Iashvili auf 1:3 verkürzen konnte (43.). Wieder Pascal Groß war es dann zwei Minuten später, der mit einem strammen Flachschuss aus 16 Metern ins linke untere Eck den 2:3-Pausenstand erzielen konnte.

Siegtreffer nach einem Standard

Nach der Pause die Chance zum Ausgleich für den KSC. Der eingewechselte Torwart Daniel Lopar konnte den Schuss von Groß aber abwehren (47.). Kurz darauf konnte sich der eingewechselte Hakan Calhanoglu in Szene setzen, beim elfmeterreifen Foul an ihm blieb die Pfeife von Schiri Kempter aber stumm (53.). Nur kurz darauf dann aber doch der Ausgleich. Eine Ecke von Calhanoglu konnte Ionut Rada zu seinem ersten Treffer im KSC-Trikot einköpfen (55.).

Die Chance zur Führung ergab sich für Pascal Groß nach schöner Kombination über Iashvili und Lavric, der Schuss der Mittelfeldstrategen aus etwa acht Metern ging aber übers Tor. Weitere Gelegenheiten für Groß nach Flanke vom eingewechselten Marcus Piossek (68.) und Simon Zoller nach Flanke von Groß (77.) führten ebenfalls nicht zum Erfolg. Dafür trafen zehn Minuten vor Ende der Partie wieder die Schweizer. Nach einem Freistoß von der rechten Seite konnte Tunahan Cicek per Kopf den 4:3-Siegtreffer erzielen. Die letzte Chance des Spiels vergab erneut der agile Pascal Groß nach einem schönen Angriff über Calhanoglu und Zoller (84.).Am Ende blieb es bei einem glücklichen 4:3-Erfolg für den FC St. Gallen, der KSC kassierte nach zuletzt drei Siegen und einem Unentschieden die erste Testspielniederlage in diesem Winter.

Andersen: "Positiver Eindruck überwiegt"

KSC-Coach Jörn Andersen zeigte sich nach dem Spiel nicht unzufrieden: "Negativ war sicherlich die Zahl der Gegentore, trotzdem überwiegt der positive Eindruck, weil wir uns zahlreiche Chancen herausgespielt haben. Überzeugend auch, wie wir uns nach dem 0:3-Rückstand zurück ins Spiel gekämpft haben. Personell war dies auch sicherlich noch nicht die Mannschaft, die im ersten Spiel nach der Winterpause gegen Aue auf dem Platz stehen wird."

KSC: Orlishausen - Staffeldt (46. Stadler), Müller (Konrad), Aquaro, Rada - Thioune (46. Haas), Cuntz (46. Calhanoglu) - Groß, Buckley (46. Piossek) - Iashvili (60. Mirko Ivanowski), Lavric (60. Zoller)