FCK-Trainer Kosta Runjaic will noch kein Saisonziel formulieren bis der finale Kader steht - © imago
FCK-Trainer Kosta Runjaic will noch kein Saisonziel formulieren bis der finale Kader steht - © imago
2. Bundesliga

Runjaic: "Leicht gibt es in dieser Liga nicht"

Kaiserslautern - Erst am letzten Spieltag platzen beim 1. FC Kaiserslautern alle Aufstiegsträume. Nachdem Kosta Runjaic schon im vergangenen Jahr eine neue, junge Mannschaft aufbauen musste, steht der Trainer jetzt erneut vor dieser schwierigen Aufgabe. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht Runjaic über die große Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg, darüber, wie das unmittelbare Umfeld viele junge Spieler nicht immer zu deren Vorteil beeinflusst, und darüber, wie er diesen Schwierigkeiten begegnet.

"Auch längerfristige Verträge schützen nicht vor Spielerwechseln"

bundesliga.de: Herr Runjaic, der Aufstieg war nicht das ursprüngliche Ziel in der vergangenen Saison, trotzdem war er bis zum letzten Spieltag möglich. Schmerzt eine Enttäuschung noch mehr, wenn das vermeintlich Unerreichbare plötzlich doch ganz nah scheint?

 Kosta Runjaic: Natürlich, das ist besonders bitter.

 bundesliga.de: Wie lange haben Sie gebraucht, um die Enttäuschung zu verarbeiten?

 Runjaic: Das ging nicht über Nacht. Die ersten Tage nach dem Saisonende waren besonders schlimm, da denkst Du an nichts anderes. Ich habe das Thema auch mit in den Urlaub genommen. Die Distanz zum Tagesgeschäft und die Familie helfen da zum Glück, um wieder in einen positiven Modus zu kommen.

bundesliga.de: Nahezu zehn Abgänge hat der FCK zu verkraften, so dass Sie - wie im vergangenen Sommer - ein neues Team aufbauen müssen. Fühlt man sich da bisweilen wie Sisyphos?

 Runjaic: Das gehört dazu, damit bin ich ja nicht alleine. Auch längerfristige Verträge schützen am Ende nicht vor Spielerwechseln.  Aber damit kann ich sehr gut umgehen, jeder neue Spieler bedeutet auch eine neue Herausforderung und bringt neue Impulse.

bundesliga.de: Sind Ihnen Zweifeln gekommen, ob Sie diesen Kraftakt noch einmal erfolgreich bewältigen können?

 Runjaic: Nein, nie. Dazu macht mir der Beruf als Trainer viel zu viel Freude. Ich nehme die Dinge, die ich nicht ändern kann, so wie sie sind und versuche, das Beste draus zu machen.

bundesliga.de: Wenn schon nicht Dankbarkeit, hätten Sie etwas mehr Realismus von dem einen oder anderen jungen Spieler gewünscht, dem der FCK im vergangenen Sommer eine Chance gegeben hat, der den Club nun aber verlassen hat?

 Runjaic: Ich erwarte 100 Prozent Einsatz für den Verein, wenn ein Spieler da ist. Wenn er sich dann entscheidet zu wechseln ist das zu respektieren. Ob es dem einen oder anderen gut getan hätte, sich hier noch weiter zu entwickeln, wird die Zukunft zeigen. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ich gebe jedem der fragt eine ehrliche persönliche Einschätzung, was aus meiner Sicht der richtige Weg ist. Was der einzelne daraus macht, kann ich nicht beeinflussen.

 "Viele wollen zu schnell zu viel"

 bundesliga.de: Bei der U21-EM hat sich gezeigt, dass Anspruchsdenken und Selbsteinschätzung längst nicht immer mithalten mit dem tatsächlichen Leistungsvermögen. Müssen sich die Medien hinterfragen, ob man einige Spieler nicht zu früh in den Himmel gehoben hat?

 Runjaic: Das liegt sicher nicht nur an den Medien. Oft ist auch das direkte Umfeld eines Spielers entscheidend für die eigene Wahrnehmung. Hier wäre so manchem jungen Spieler ein echter Sparringspartner mit Bodenhaftung, Realismus und Erfahrung in seinem unmittelbaren Umfeld zu wünschen. Aber Fußball ist eben nicht nur Sport, sondern auch Business. Und da wollen viele zu schnell zu viel.

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