Die Leidensfähigkeit der "Club"-Fans wurde mal wieder auf eine harte Probe gestellt, doch schließlich wurden sie belohnt: Zum siebten Mal schaffte der 1. FC Nürnberg den Sprung in die Bundesliga und ist damit nun Rekordaufsteiger.

Die Zeit der Depression ist vorbei, die Schmach aus dem vergangenen Jahr, als der "Club" als amtierender Pokalsieger den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste, ist getilgt.

"Es geht nur um den Klassenerhalt"

Und natürlich soll nun kein weiterer Abstieg mehr hinzukommen. Denn als Gründungsmitglied der Bundesliga hat der FCN auch einen weiteren, wenig ruhmreichen Bestwert inne: sieben Abstiege.

Sportdirektor Martin Bader warnte daher schon nach Abpfiff der erfolgreichen Relegation gegen Energie Cottbus: "Wir spielen in der nächsten Saison gegen den Abstieg. Es geht ausschließlich um den Klassenerhalt."

Vertrauen in die Jugend

Der Schlüssel zum Aufstieg, den sich der FCN vor allem mit starken Leistungen in der Rückrunde verdiente, war das Vertrauen in die Jugend. Nach der Winterpause avancierten bislang unbekannte Akteure wie Mike Frantz, Dominik Maroh oder Pascal Bieler endgültig zum Stammpersonal. Hungrige Leihspieler wie Marcel Risse oder Stefan Reinartz, im Januar von Bayer Leverkusen gekommen, schlugen sofort ein.

Zusammen mit den routinierten Akteuren wie Torwart Raphael Schäfer, Mittelfeldmotor Peer Kluge und "Tor-Phantom" Marek Mintal gewannen die "Cluberer" erst Stück für Stück ihre Anhänger zurück und machten dann Spieltag für Spieltag Boden in der Zweitligatabelle gut.

Lob für den Trainer

"Alle Achtung vor unserem Trainer. Er hat eine tolle Mischung herbeigezaubert", lobte "Club"-Präsident Michael A. Roth das "Händchen" von Michael Oenning, der vor seinem Aufstieg zum Chefcoach Ende August 2008 als Co-Trainer tätig gewesen war.

Auch Bader fand warme Worte für Oenning: "Michael gebührt der größte Respekt. Er hat es geschafft, ein Team zu formen, und auch in der Mannschaft haben die Spieler puren Respekt vor ihm. Er ist für die Spieler authentisch, transparent und nachvollziehbar."

"Werden nicht viel verändern"

Daher sieht der Sportdirektor auch nur wenig Anlass, Korrekturen am bestehenden Kader für die neue Spielzeit in der Bundesliga vorzunehmen. "Wir werden nicht viel verändern, weil wir dieser Mannschaft die Bundesliga zutrauen", sagte Bader. "Es wäre ein Fehler, den Kader jetzt in die Breite aufzublähen", warnt auch Oenning.

Ein, zwei Neuzugänge wird es vermutlich trotzdem geben, vor allem in der Offensivabteilung. Angelos Charisteas, in der Winterpause an Leverkusen ausgeliehen, kehrt vorerst zurück, seine Zukunft am Valznerweiher ist aber ungewiss.

Denis Huber