Mit Ruhe und Sachlichkeit will Trainer Horst Köppel den FC Ingolstadt vor dem drohenden Absturz in die Drittklassigkeit bewahren.

"Ich werde mich sicher nicht ändern und jetzt den Lautsprecher machen", sagte der 60-Jährige dem "Donaukurier" und rechnete hoch, was von ihm als Feuerwehrmann gefordert wird: "Von den ausbleibenden fünf Spielen dürfen wir keine zwei mehr verlieren, sonst ist es wahrscheinlich zu spät."

Erstes Training schon geleitet

Am Montagmorgen um 9 Uhr versammelte Köppel seine neue Mannschaft, um sich vorzustellen und sie auf das Unternehmen Klassenerhalt einzuschwören. Anschließend leitete der fünfmalige deutsche Meister sein erstes Training in Ingolstadt. Bis zum Saisonende läuft sein Vertrag, der sich beim Klassenerhalt automatisch um ein Jahr verlängert.

Sollte der angestrebte Kraftakt jedoch ohne Erfolg bleiben, wäre Köppel wohl wieder weg. Ein Hintertürchen ließ er sich allerdings offen: "Sollte es doch soweit kommen, müsste man sehen, wie wir abgestiegen sind."

Der 3:4-Niederlage am Sonntag gegen den Aufstiegsaspiranten 1. FSV Mainz 05 hatte Köppel als Zuschauer im Stadion bereits beigewohnt, direkt im Anschluss war er als Nachfolger des jüngst entlassenen Thorsten Fink vorgestellt worden.

Nürnberg als gutes Omen

"Er hat uns mit seiner Ruhe, seinem Selbstvertrauen und seiner Erfahrung einfach überzeugt", begründete Aufsichtsrat-Chef Peter Jackwerth die Entscheidung pro Köppel. Interimscoach Michael Wiesinger und Heiko Vogel sollen samt Torwarttrainer Brano Arsenovic künftig assistieren.

Köppel, der zuletzt bei Al Wahda in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig war, setzt im Abstiegskampf auch auf seine ganz persönlichen Erfolgsserien. "In Gladbach hatte ich beim ersten Mal auch fünf Spiele, und da haben wir es noch geschafft. Übrigens im ersten Spiel auch gegen Nürnberg", sagte Köppel und bekannte sich offen zu ein wenig Aberglauben.

Am kommenden Sonntag reist der FCI zum bayerischen Derby zum "Club". Für Köppel fast so etwas wie ein Lieblingsgegner. "Gegen Nürnberg habe ich mit dem VfB (Stuttgart, d. Red.) mein erstes Bundesligaspiel gemacht, mein erstes mit Gladbach, mein letztes mit Gladbach, mein erstes Trainerspiel mit Gladbach - und bis auf ein 0: 0 alle gewonnen", berichtete der ehemalige Nationalspieler.