München - Am Montag hat 1860 München den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Nach einer starken Rückrunde wollen die "Löwen" erneut oben mitspielen und besser abschneiden als Platz 6 im Vorjahr. bundesliga.de sprach mit Mannschaftskapitän Benjamin Lauth.

bundesliga.de: Herr Lauth, die "Löwen" sind bereits ins Mannschaftstraining eingestiegen. Jetzt liegen acht Wochen Saisonvorbereitung vor Ihnen.

Benjamin Lauth: Wir sind so ziemlich die erste Mannschaft, die das Training wieder aufgenommen hat. Das hat den Vorteil, dass wir die Vorbereitung nicht in fünf oder sechs Wochen komprimiert absolvieren müssen, sondern acht Wochen Zeit haben, um Gas zu geben. Wir gehen zwei Mal ins Trainingslager, spielen ein Turnier in der Schweiz und haben rund 15 Testspiele auf dem Programm. Die acht Wochen bis zum 1. Spieltag sind zwar lang, aber dafür werden wir bestens vorbereitet sein.

bundesliga.de: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die kommende Saison?

Lauth: Ich habe schon wieder richtig Lust auf Fußball. Die Vorfreude ist auf jeden Fall da, gerade nachdem wir in der letzten Saison ein sehr ordentlich gespielt haben. Wir wollen an die starke Rückrunde anknüpfen, als wir die zweitbeste Mannschaft waren. Dann können wir in dieser Saison durchaus oben mitmischen.

bundesliga.de: Sie sprechen die starke Rückrunde an. Auch die Vereinsführung hat als Ziel ausgegeben, oben mitzuspielen und besser als Platz 6 abschneiden zu wollen. Wie sehen Sie es?

Lauth: Den Aufstieg als Ziel vorzugeben, ist immer schwierig. Dafür kommen sicher einige Vereine in Frage. Wir wollen bis zum Schluss oben dabei sein. Wenn dann alles passt, wenn wir keine Verletzungen haben und im richtigen Augenblick auch das notwendige Glück auf unserer Seite ist, kann vielleicht etwas gehen.

bundesliga.de: Wo lagen die Probleme in der vergangenen Saison, warum hat es da nicht für mehr gereicht?

Lauth: Wir hatten nach der Hinrunde einen zu großen Abstand nach oben. Zwischenzeitlich lagen wir zehn Punkte hinter Düsseldorf. Das konnten wir nicht mehr aufholen. Uns wurden einige Ausrutscher zum Verhängnis, wie etwa die beiden Niederlagen gegen Hansa Rostock.

bundesliga.de: Die Fluktuation im Kader ist relativ groß. Zehn Spieler haben den Verein verlassen, drei Neuzugänge stehen schon fest. Vier weitere sollen noch folgen. Wie beurteilen Sie den Kader?

Lauth: Wir haben einige Abgänge, aber den Großteil des Kaders und der Stammelf zusammenhalten können. Sicher werden uns Spieler wie Kevin Volland oder Stefan Aigner fehlen. Aber die Mannschaft wurde nicht komplett ausgetauscht. Vor zwei, drei Jahren hatten wir einen größeren Umbruch.

bundesliga.de: Trauen Sie Kevin Volland, dem "Löwen des Jahres", zu, sich in Hoffenheim in der Bundesliga durchzusetzen?

Lauth: Kevin bringt alle Voraussetzungen mit. Für ihn war das letzte Jahr bei uns wichtig, er bekam die nötige Spielpraxis. Jetzt geht er den nächsten Schritt und wird sich einem ganz anderen Konkurrenzkampf stellen müssen. Die Qualität für die Bundesliga hat er. Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg machen wird.

bundesliga.de: Was haben Sie sich persönlich in Ihrem fünften Jahr nach Ihrer Rückkehr zu den "Löwen" vorgenommen?

Lauth: Wenn ich verletzungsfrei bleibe, will ich wieder über zehn Tore machen. Es hätten schon in der vergangenen Saison ein paar mehr sein können als elf Treffer. Mir hat etwas die Konstanz gefehlt. Ich versuche, genauso wie die ganze Mannschaft noch eine Schippe drauf zu legen und einen Schritt nach vorne zu machen.

bundesliga.de: Sie werden beim Saisonstart 31 Jahre alt sein. Ist die Bundesliga noch ein Ziel für Sie?

Lauth: Ja. Die 2. Bundesliga in Deutschland hat sicher einen hohen Stellenwert. Von den Zuschauerzahlen liegt sie in Europa mit an der Spitze. Sie ist ausgeglichen und auf einem hohen Niveau. Aber die Bundesliga ist natürlich noch eine Stufe höher, da spielen die besten Mannschaften. Ich würde mir sehr wünschen, noch einmal mit den Sechz'gern, mit dem Verein, bei dem ich groß geworden bin, den Aufstieg nach den vielen Jahren in der 2. Bundesliga zu schaffen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski