München - Im Kampf um die Tabellenführung in der 2. Bundesliga hat der nach acht Spieltagen immer noch ungeschlagene 1. FC Köln am Freitagabend die Möglichkeit, vorzulegen: Mit einem Sieg im Auswärtsspiel beim VfR Aalen wären die Domstädter wohl zumindest bis Montag neuer Spitzenreiter.

Auch Arminia Bielefeld könnte sich vorübergehend den 1. Platz sichern, bräuchte dafür bei Energie Cottbus aber schon einen klaren Erfolg mit mehreren Toren Differenz. Außerdem ist der Karlsruher SC bei Erzgebirge Aue zu Gast (alle Spiele ab 18:15 Uhr im Live-Ticker).

In Köln herrscht in dieser Woche schon vorzeitige Karnevalsstimmung. Immerhin ist der FC in der Liga noch ohne Niederlage und steht nach dem 1:0 beim 1. FSV Mainz 05 nun sogar im Achtelfinale des DFB-Pokals. Trainer Peter Stöger wollte sich vom allgemeinen Taumel aber nicht anstecken lassen: "Es geht gerade Schlag auf Schlag. Wir haben die Zeit seit dem Weiterkommen im DFB-Pokal vor allem auf regenerativer Ebene genutzt", sagte der Österreicher. "Das gute Pokalspiel ist zwar mental präsent, aber jetzt geht es erst einmal in der 2. Bundesliga weiter. Das Spiel gegen Aalen ist sehr wichtig und stellt uns vor eine schwierige Aufgabe."

Verzichten müssen die Domstädter dabei nur auf die langzeitverletzten Kevin McKenna, Sascha Bigalke, Thomas Bröker und Adil Chihi. Patrick Helmes und Daniel Halfar kehren gegenüber dem Pokalspiel wieder in die Startelf zurück. Auf Aalener Seite fehlt Daniel Buballa mit einem Nasenbeinbruch.

Im Gegensatz zu den euphorisierten Geißböcken hat sich der VfR am Dienstag mit einem 0:2 beim VfL Wolfsburg aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Das ist jedoch abgehakt, schließlich steht das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck in der Tabelle aktuell auf Rang 8. "Nach dem ärgerlichen Ausscheiden im DFB-Pokal sind wir alle heiß darauf, die Niederlage so schnell wie möglich vergessen zu machen und wollen in der Liga unbedingt an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen", meinte Mittelfeldspieler Manuel Junglas und schob nach: "Wir haben seit vier Spielen nicht verloren, diese Serie wollen wir am Freitagabend weiter ausbauen."



Schiedsrichteransetzungen

Nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg hofft Cottbus auf die Wende. Taktisch erwägt Trainer Rudi Bommer, gegen Bielefeld wie schon beim bitteren 0:3 nach Verlängerung in der 2. Runde des DFB-Pokals bei 1899 Hoffenheim umzustellen und erneut mit nur einer Spitze zu spielen: "Defensiv war das richtig gut, was das Team im Pokal geboten hat. Es war kein Zufall, dass der Bundesligist kaum Torchancen besaß. Allerdings wollen wir zuhause natürlich anders auftreten als auswärts in Hoffenheim. Wir müssen schauen, was mit Boubas Verletzung ist", wollte sich der 56-Jährige aber noch nicht abschließend festlegen.

Während der Einsatz des angeschlagenen Top-Torjägers Boubacar Sanogo also noch fraglich ist, werden Energie Mateo Susic (Wadenbeinbruch), Daniel Brinkmann (Aufbautraining) und Sebastian Mrowca (Patellasehnenprobleme) definitv fehlen. Auf Seiten der Arminia fallen Dennis Riemer (Reha), Sebastian Hille (Kapselriss) und Oliver Petersch (Rückenprobleme) aus.

Auch der stark gestartete Aufsteiger musste in dieser Woche im Pokal nach einem 0:2 gegen Bayer Leverkusen die Segel streichen. Das soll die Stimmungslage jedoch genauso wenig beeinflussen wie die Tabelle, in der die Ostwestfalen aktuell Dritter sind, die Lausitzer hingegen bloß auf Platz 16 stehen. "Wer jetzt meint, man müsste nach Cottbus fahren und da mal so eben gewinnen, dem rate ich einen Arztbesuch beim Spezialisten an", erklärte Trainer Stefan Krämer bei bundesliga.de und ergänzte: "Cottbus ist eine Spitzenmannschaft der 2. Bundesliga, wir sind ein Aufsteiger. Wir müssen immer sehen, dass wir aus unseren Möglichkeiten alles rausquetschen. Das werden wir auch in Cottbus versuchen."



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Fünf der vergangenen sechs Partien hat der FCE verloren - die Formkurve zeigt ganz gefährlich nach unten. Für Falko Götz ist das dennoch kein Grund, kampflos die Waffen zu strecken: "Es wird ein schweres Spiel, aber mit Leidenschaft und Kampf ist der KSC auch schlagbar. Wir brauchen drei Punkte und müssen dafür an unsere Leistungsgrenze gehen", gab der Trainer die Marschrichtung vor.

Personell haben die Veilchen allerdings einige Probleme, vor allem in der Viererkette. Mit Neuzugang Ivan Gonzalez (Bänderverletzung), Tobias Nickenig (Knieverletzung), Thomas Paulus (Aufbautraining) und Kevin Schlitte (Oberschenkelverletzung) fehlen gleich vier Defensivkräfte. Auch Arvydas Novikovas (Bänderverletzung) steht nicht zur Verfügung. Bei den Badenern sind die Sorgen kaum kleiner, so fallen Manuel Gulde (Aufbautraining), Martin Stoll (Knochenödem) und Selcuk Alibaz (Adduktorenprobleme) definitiv aus. Dazu sind Dominic Peitz (Bluterguss im Knie), Gaetan Krebs (Probleme im Hüftbereich) sowie Daniel Gordon und Dennis Kempe (beide Erkältung) angeschlagen.

Der Aufsteiger hat in dieser Saison schon drei Mal einen Vorsprung verspielt. Im Training hat Karlsruhes Chefcoach Markus Kauczinski den Schwerpunkt in dieser Woche deshalb hauptsächlich darauf gelegt, noch einmal die eigenen Stärken herauszuarbeiten. "Wir haben gemerkt, dass es das Wichtigste ist, dass wir unser Spiel durchziehen", so der 43-Jährige im Vorfeld. "Wenn wir es schaffen, dies über 90 Minuten zu tun, sind wir sicher, in Aue zu gewinnen."



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