München - Bei Köln steht bislang nur ein Sieg auf dem Konto - viel zu wenig für die Rheinländer, die als großer Aufstiegskandidat gehandelt werden, aber im Moment nur im Mittelfeld der Tabelle stehen. Umso wichtiger wäre ein Sieg im Heimspiel gegen Aue.

"Klettern" heißt es auch für die schwach in die Saison gestarteten Clubs aus Dresden und Ingolstadt. Zudem treffen die Überraschungsteams aus Karlsruhe und Aalen am Sonntagnachmittag aufeinander (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker).

Verloren hat der FC unter Neu-Coach Peter Stöger zwar noch nie in den fünf bisherigen Spielen in der 2. Bundesliga, doch vier Remis sind für den Aufstiegskandidaten ebenso unbefriedigend. Dementsprechend macht nun auch der Österreicher Druck auf seine Spieler. Vor allem spielerisch will der Ex-Profi eine baldige Steigerung sehen. "Wir müssen in die Gänge kommen", sagte Stöger, der am vergangenen Wochenende beim 0:0 in Fürth eine sehr überschaubare Leistung seiner Kreativabteilung beobachten musste.

Um wieder mehr Offensiv-Power aufs Feld zu bekommen und so den zweiten Heimsieg in Folge einzufahren, erwägt Stöger eine Systemumstellung auf ein Fünfmann-Mittelfeld und nur noch einen Angreifer. Kacper Przybylko würde demnach wohl aus der Startelf rutschen. Als Ideengeber könnte Mato Jajalo fungieren. Der technisch starke Kroate kam in der Saison bislang erst 135 Minuten zum Einsatz und soll Köln nun in höhere Tabellengefilde schießen.

Dort stehen überraschend die Auer. Mit neun Punkten startete die Elf von Falko Götz in die aktuelle Spielzeit - eine tolle Entwicklung nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison. Am vergangenen Wochenende siegte der Club aus dem Erzgebirge im Derby gegen Cottbus mit 2:1. Vorm Spiel in der Domstadt müssen die Veilchen den Ausfall von Kevin Schlitte verkraften. Für den Außenverteidiger ist die Hinrunde nach einem Muskelriss wohl bereits gelaufen.

Daher ist es für Aue eine glückliche Fügung, dass Kapitän Rene Klingbeil nach zweiwöchiger Pause wieder im Training steht - und in Köln wohl wieder prompt auf dem Platz. Die Auswärtsbilanz der Auer ist bislang ausgeglichen. Einem Sieg in Ingolstadt steht eine Niederlage in Kaiserslautern gegenüber. An seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird Kevin Pezzoni (Interview: "Überraschungsteam? Warum nicht?"). Der Defensiv-Allrounder spielte von Januar 2008 bis August 2012 in der Domstadt, bevor er ins Erzgebirge wechselte.



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Das 0:3 gegen den FSV Frankfurt war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Dresden trennte sich anschließend von Coach Peter Pacult und ist nach wie vor auf der Suche nach einem Nachfolger. Interimistisch übernahm der sportliche Leiter Steffen Menze - bislang ohne Erfolg. Beim 1:2 auf St. Pauli präsentierten sich die Sachsen zwar gefestigter, gaben jedoch die Punkte leichtfertig aus der Hand.

Einem verschossenen Elfmeter durch Cristian Fiel folgte ein Freistoßgegentreffer in den letzten Sekunden. Das Pech bleibt Dynamo also treu und so warten die Dresdner noch immer auf den ersten Saisonsieg. Gegen Ingolstadt soll sich das ändern, doch Menze muss auf Mittelfeldmann Tobias Kempe verzichten. Der Ex-Paderborner zog sich im Freitagstraining einen knöchernen Teilausriss des Innenbandes im linken Knie zu und muss sich einer OP unterziehen. Ein Blick in die Statistik macht den Sachsen ebenfalls wenig Hoffnung, denn gegen die Schanzer verlor Dynamo auch das Heimspiel in der Vorsaison (0:1).

Bei den Ingolstädtern ist hingegen nach dem ersten Dreier der Saison gegen Bielefeld (3:2) ein Aufatmen zu spüren. Dennoch steht der FCI mit Coach Marco Kurz immer noch auf einem Abstiegsplatz, schlechter platziert ist nur ein Team - Dynamo Dresden. Es ist also ein echtes Kellerduell in der Frühphase der Saison. "Die Mannschaft ist gegen Bielefeld zwei Mal zurückgekommen. Es ist mehr Selbstvertrauen im Training zu sehen, jedoch müssen wir das jetzt in Dresden bestätigen und auch dort ein gutes Ergebnis erzielen", sagte Kurz im Vorfeld.

Verzichten muss der Coach in Sachsen auf Neuzugang Almog Cohen, der sich im Training eine Sprunggelenksverletzung zuzog. Ebenfalls nicht dabei sein werden Moritz Hartmann, Andre Mijatovic und Malte Metzelder. Marvin Matip ist hingegen dabei und könnte soetwas wie ein Glücksbringer sein für die Ingolstädter. "Ich freue mich auf die Begegnung, bisher kann ich nicht klagen über die Erfahrungen mit Dynamo: Vier Spiele für den FCI, dabei zwei Remis und zwei Siege."



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Der KSC steht mit erst einer Niederlage als bester Aufsteiger da. Acht Punkte haben die Badener bisher gesammelt und stehen damit weit vor den Abstiegsrängen. Doch der erste Sieg im Wildpark fehlt noch. Deshalb ist die Forderung von Coach Markus Kauczinski nur zu logisch.

"Wir wollen vor eigenem Publikum gewinnen und den ersten Heim-Dreier schaffen." Für die Karlsruher geht es aber nicht nur um drei Punkte, sondern um die Vormachtstellung in Baden-Württemberg. Zuletzt holte der Club ein 1:1 in Sandhausen, nun gilt es, Aalen auf Distanz zu halten.

Der VfR kommt jedoch mit viel Selbstvertrauen in den Wildpark, war mit dem 4:0-Erfolg über Kaiserslautern für die Entlassung des FCK-Coaches Franco Foda mitverantwortlich und steht mit sieben Zählern auf Rang 12. "Wir wollen in Karlsruhe das gleiche Gesicht zeigen wie beim 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern," blickte Sportdirektor Markus Schupp auf das Duell an ehemaliger Wirkungsstätte voraus. Zuletzt kassierte die Elf von Coach Stefan Ruthenbeck auswärts in Cottbus allerdings eine herbe Pleite (1:5). Erfreulich daher, dass pünktlich zum Derby mit Fabio Kaufmann eine personelle Alternative wieder im Training steht. Ein Fragezeichen steht hingegen hinter der rechtzeitigen Genesung von Ersatzkeeper Daniel Bernhardt (Entzündung im Knie).



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