Wenn die zweitbeste Heimmannschaft der Liga auf das erfolgreichste Offensivteam trifft, hat die Begegnung durchaus die Bezeichnung "Spitzenspiel" verdient.

Am Sonntag findet dieses Top-Spiel am Hamburger Millerntor statt, wenn der Tabellen-Siebte FC St. Pauli die SpVgg Greuther Fürth (2.) empfängt (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Sechs Ausfälle bei St. Pauli

Allerdings gehen die "Kiez-Kicker" geschwächt in die Begegnung. Insgesamt sechs Spieler, darunter Thomas Meggle (Sehnenreizung), Benjamin Weigelt (Muskelfaserriss) und Marcel Eger (Achillessehne), fehlen Trainer Holger Stanislwaski.

Doch nach der guten kämpferischen Leistung am vergangenen Spieltag beim VfL Osnabrück (2:2) ist Stanislawski optimistisch: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie die Ausfälle kompensieren kann. Gegen Fürth wird sie es wieder tun, da bin ich mir sicher."

Der FC St. Pauli will seine exzellente Heimbilanz (sieben Siege, zwei Remis) auch gegen Fürth ausbauen und weiß, wo der Hebel anzusetzen ist: Mit 26 Gegentreffer hat das "Kleeblatt" die zweitschlechteste Abwehr der Top-Neun der Tabelle.

"6:1 war verdient"

Für einen "Dreier" müssen die Hamburger aber sicher in der Defensive stehen, da die Spielvereinigung am vergangenen Wochenende mit einem 6:1-Sieg gegen Ingolstadt gezeigt hat, in welcher tollen Form sie ist. "Wir haben verdient in dieser Höhe gewonnen. Es war eine beeindruckende Mannschaftsleistung", lautete das Fazit von Trainer Benno Möhlmann.

Am Sonntag soll sein Team natürlich an die gute Vorstellung der Vorwoche anknüpfen. Dazu müsse es "wieder die Konzentration und Einstellung finden, die grundsätzlich nötig ist, um in der 2. Bundesliga zu gewinnen", so der 54-Jährige.

Die Reise nach Hamburg tritt Fürth ohne Stürmer Serca Sararer (Wadenprellung) an. Auch die Verteidiger Martin Meichelbeck (Wadenzerrung) und Philipp Langen (Reha nach Oberschenkel-Verletzung) stehen nicht zur Verfügung.


MSV Duisburg - SV Wehen Wiesbaden

Der MSV Duisburg will möglichst mit einem Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden an die Leistung aus Rostock (1:0) anknüpfen und die dort geholten "Punkte vergolden", wie Peter Neururer sagte.

Dabei muss der Trainer der "Zebras" aber definitiv auf Mihai Tararache und Chinedu Ede verzichten. Hinter Top-Torjäger Cedrick Makiadi (acht Treffer) steht noch ein Fragezeichen. "Er wird noch einen Belastungstest machen, und uns dann hoffentlich signalisieren, dass er spielen kann", so Neururer.

Abgesehen davon gibt es keine personellen Probleme im Team der Meidericher, die unter Neururer zwar noch ungeschlagen, aber auch noch ohne Heimsieg sind.

"Wir müssen den Kampf annehmen"

Der SVWW hat in der vergangenen Woche gegen Aachen (1:0) gezeigt, dass in der Rückrunde mit ihm zu rechnen ist. In Duisburg will die Mannschaft von Chef-Trainer Wolfgang Frank an den positiven Trend anknüpfen und weiter nach oben klettern.

"Das Spiel ist für beide Mannschaften sehr wichtig. Es wird sicher ein enges Kampfspiel, aber wir werden den Kampf annehmen. Enge Spiele gewinnt in der Regel die Mannschaft, die einfach ein bisschen mehr für den Sieg tut als der Gegner. Wir haben auf jeden Fall eine reelle Chance", beurteilt Frank die Ausgangssituation vor der Partie.

Personell stehen die Vorzeichen für die Hessen gut. Sie müssen lediglich auf die grippeerkrankten Sascha Amstätter und Slobodan Lakicevic verzichten. Dafür könnte Neuzugang Levan Tskitishvili zum ersten Mal im Kader stehen.


1. FSV Mainz 05 - TSV 1860 München

"Wir hätten das Spiel gewinnen können", sagte Jörn Andersen nach dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dennoch sei der Trainer des 1. FSV Mainz 05 mit dem Saisonstart "grundsätzlich zufrieden".

Einzig die Heimbilanz der Rhein-Hessen könnte mit nur zwölf von 24 Punkten deutlich besser sein. Gegen den TSV 1860 München soll der erste Schritt dazu getan und der Anschluss an Tabellenführer SC Freiburg gehalten werden. Dazu müsse das Team "konzentriert gegen den Gegner vorgehen", der im Falle von 1860 jedoch ein "starkes Team und eine schwere Aufgabe" sei, so Andersen.

Verzichten muss der Norweger neben den Langzeitverletzten auf Milorad Pekovic, der seine Gelb-Sperre absitzt. Dafür könnte der Kader bereits durch Neuzugang Delron Buckley verstärkt werden, der laut Andersen "einen guten, leichtfüßigen Eindruck" beim Training hinterlassen hat.

"Wir stehen auf dem Prüfstand"

Für die Münchener ist das Spiel in Mainz das zweite Top-Spiel innerhalb von sieben Tagen. Nach der Niederlage gegen den Spitzenreiter (0:2) soll die Mannschaft von Marco Kurz am Bruchweg "hungrig und aggressiv ins Spiel gehen und die Grundordnung 90 Minuten halten".

"Wir stehen jetzt auf dem Prüfstand, können durch ein gutes Ergebnis in Mainz dazu beitragen, dass es wieder ruhiger wird", sagte der Trainer in Anspielung auf den Wechsel im Amt des Sportdirektors von Stefan Reuter zu Miroslav Stevic.

Wie genau die Mannschaft der "Löwen" aussehen wird, ließ Kurz offen, doch der 39 Jahre alte Coach hat fast alle Alternativen offen, da nur die Langzeitverletzten Markus Schroth, Benjamin Schwarz und Antonio Di Salvo fehlen.


FC Ingolstadt - Rot-Weiß Oberhausen

Eine Woche nach der 1:6-Niederlage, die man bei der SpVgg Greuther Fürth einstecken musste, steht das erste Heimspiel der "Schanzer" im Jahr 2009 auf dem Programm.

Um das Ergebnis vom Rückrundenauftakt in Fürth ein bisschen aus den Köpfen heraus zu bekommen, tat es am Mittwochabend richtig gut, dass man in einem Testspiel den österreichischen Traditionsclub Austria Salzburg klar mit 8:1 besiegte. Gegen die in der fünften Klasse antretenden Salzburger sorgten Steffen Wohlfarth und Daniel Lemos jeweils für einen lupenreinen Hattrick, die weiteren Treffer erzielten Ersin Demir und Malte Metzelder.

Wie die Startelf gegen RWO aussehen wird, dazu wollte sich FCI-Trainer Thorsten Fink nicht äußern. Klar ist eines, Markus Karl wird sich die Begegnung von der Tribüne aus mit ansehen müssen. Er sah in Fürth die fünfte Gelbe Karte, ist damit automatisch gesperrt.

Für ihn wird Marcel Hagmann in die Startelf rutschen. Daneben deutete Fink auch an, dass man mit zwei Spitzen auflaufen wird, wobei einer der beiden Stürmer auf jeden Fall Vratislav Lokvenc sein wird.

RWO: De Cocks Einsatz fraglich

Der SC Rot-Weiß Oberhausen bangt vor der Partie beim Mitaufsteiger noch um den Einsatz von Verteidiger Olivier de Cock. Der Belgier hatte wegend eines Schlags auf das Knie im Spiel gegen die TuS Koblenz in dieser Woche lediglich am Donnerstag Lauftraining absolvieren können.

"Über Oliviers Einsatz müssen wir kurzfristig entscheiden. Als Alternativen stehen Dimitrios Pappas und Timo Uster bereit", so Luginger, der auf jeden Fall den gelbgesperrten Stürmer Mike Terranova ersetzen muss: "Mike verfügt über Qualitäten, die nicht viele haben. Dafür haben aber die anderen Spieler wieder andere, die sie nun einbringen müssen. Gerade für einen solchen Fall haben unseren Kader verstärkt. Jetzt ist die Chance da und jeder kann zeigen, dass er sie nutzen will."


Rot Weiss Ahlen - FC Augsburg

Das erste Auswärtsspiel des Jahres bestreitet der FC Augsburg bei Rot Weiss Ahlen. Nach mittlerweile elf Spielen ohne Niederlage fährt die Mannschaft von Trainer Holger Fach mit breiter Brust ins Münsterland. "Wir haben großes Selbstvertrauen ohne aber überheblich zu sein. Wir wollen auch in Ahlen unsere Serie ausbauen und die Position weiter verbessern", hat sich Fach vorgenommen.

"Wir wissen um unsere Stärken, dass wir jeden Gegner auch auswärts schlagen können. Aber wir müssen höllisch aufpassen, denn der Gegner wird alles daran setzen, seine Negativserie zu beenden. Als Aufsteiger zu diesem Zeitpunkt der Saison bereits 24 Punkte auf dem Konto zu haben, ist nicht schlecht. Wir sind also gewarnt."

Duo fraglich

In Ahlen nicht zur Verfügung steht neben den Langzeitverletzten Roland Benschneider, Ingo Hertzsch, Vasili Khamutouski und Marco Küntzel auch Daniel Baier, der nach seinen Achillessehnenbeschwerden in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen soll.

Weitere Sorgen bereiteten in dieser Woche Mourad Hdiouad und Michael Thurk, die wegen Krankheiten nicht oder nur eingeschränkt trainieren konnten. "Bei ihnen müssen wir die letzten Tage vor dem Spiel noch abwarten und kurzfristig entscheiden", sagte Holger Fach. "Wenn sie ausfallen sollten, mache ich mir aber keine Sorgen, denn wir haben Spieler, die bisher etwas hinten dran waren, die auf ihren Einsatz brennen. Es wird keinen Leistungsabfall geben."

Die Gastgeber stehen nach der 0:4-Pleite zum Rückrundenauftakt beim FSV Frankfurt unter Zugzwang. Insgesamt haben die Schützlinge von Trainer Christian Wück nun bereits die vergangenen vier Partien in der 2. Bundesliga verloren.