"Big Point" für den FC St. Pauli: Am 28. Spieltag nahmen die "Kiezkicker" mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg im Nord-Derby gegen Hansa Rostock wieder Kurs auf den direkten Aufstieg. Die "Kogge" schwebt dagegen in akuter Abstiegsgefahr.

Die Hamburger haben nun neun Punkte Vorsprung auf den Vierten Fortuna Düsseldorf und verbesserten sich dank der 0:4 (0:2)-Pleite des Konkurrenten FC Augsburg bei Alemannia Aachen auf Platz 2. Die Schwaben sind Dritter. Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern empfängt am Montagabend den TSV 1860 München.

Retov "wie Zidane"

"Das war ein Riesenschritt für uns. Wir spielen eine klasse Saion", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski. Am Millerntor sorgte Marius Ebbers (41.) mit seinem 15. Saisontor für die Führung der Gastgeber. Deniz Naki (54.) stellte mit einem Abstauber den Endstand her.

Der Rostocker Martin Retov und sein Gegenspieler Fabian Boll sahen wegen Tätlichkeiten (beide 57.) jeweils die Rote Karte. "Die Situation war extrem. Das waren eigentlich zwei Rote Karten für Retov, ein Kopfstoß wie von Zidane", sagte Stanislawski, der nach der Szene auf den Platz gerannt war.

Augsburg stolpert am Tivoli

In Aachen erzielten Szilard Nemeth (24.), Daniel Adlung (35.), Nico Herzig (63.) und Timo Achenbach (90.+1) die Aachener Treffer gegen eine Augsburger Mannschaft, die Trainer Jos Luhukay nach dem 0:2 im DFB-Pokal-Halbfinale bei Werder Bremen stark verändert hatte. Unter anderem saß der angeschlagene Top-Torjäger Michael Thurk nur auf der Bank.

Die Konkurrenz im Aufstiegsrennen patzte ebenfalls. Düsseldorf kam nur zu einem 1:1 (0:0) beim Karlsruher SC. Arminia Bielefeld muss seine Hoffnungen auf die direkte Rückkehr ins Oberhaus nach dem 1:4 (1:2) bei Energie Cottbus endgültig begraben.

KSC und FCE bauen Vorsprung aus

"Wir hätten das Spiel in den ersten 25 Minuten entscheiden können. Aber wie so oft auswärts nutzen wir unsere guten Chancen nicht", sagte Fortunas Trainer Norbert Meier, nachdem wohl die letzte Chance auf den Durchmarsch des Aufsteigers in die Bundesliga verspielt wurde.

Für den KSC und Energie waren es derweil überlebenswichtige Punkte im Abstiegskampf. Beide Teams vergrößerten ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte.

Frankfurt wahrt seine Chancen

"Wir haben akzeptiert, dass die Saison nicht so toll gelaufen ist. Aber wir wollen auch nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Deshalb war der Sieg so wichtig", sagte der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Den Kampf noch nicht aufgegeben hat auch der FSV Frankfurt, der ein 2:1 gegen Union Berlin feierte und nun punktgleich mit Rostock ist. Für Schlusslicht Rot Weiss Ahlen besteht dagegen nach der 1:3 (0:2)-Niederlage bei der SpVgg Greuther Fürth wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt.