Köln - Nach einer nervenzehrenden Saison 2015/16 wollte Fortuna Düsseldorf in dieser Spielzeit nur Eines: nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben und eine solide Saison spielen. Das ist bislang sehr souverän gelungen. Die Mannschaft von Friedhelm Funkel hat 25 Punkte auf dem Konto und steht auf Platz 8. Unter dem erfahrenen Coach etablierte sich Kevin Akpoguma zu einem der besten Innenverteidiger der 2. Bundesliga. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 21-Jährige über den bisherigen Saisonverlauf und seinen Traum von der Bundesliga.

bundesliga.de: Kevin Akpoguma, Fortuna hat das Trainingslager absolviert, Testspiele bestritten und eine gute Rolle beim Telekom Cup gespielt. Wie gut vorbereitet geht die Mannschaft in die Rückrunde?

Kevin Akpoguma: Wir sind gut gerüstet für die Rückrunde. Wir haben uns eine andere Position als im letzten Jahr erarbeitet. Damals mussten wir unbedingt Spiele gewinnen. Diesmal habe wir eine Ausgangssituation, in der wir fast schon befreit aufspielen können. Das hat man auch im Trainingslager und beim Turnier gesehen. Wir versuchen, unseren besten Fußball zu zeigen.

bundesliga.de: In den vergangenen Jahren ist bei der Fortuna kontinuierlich bergab gegangen. In dieser Saison hat die Mannschaft dann eine gute Hinrunde gespielt und 25 Punkte geholt. Wie zufrieden waren Sie mit der Hinserie?

Akpoguma: Wenn wir jedes einzelne Spiel für sich nehmen, hätten wir sogar ein paar Punkte mehr holen können. Aber im Vergleich zum letzten Jahr war es für unsere sehr junge Mannschaft eine sehr gute Hinrunde. Wir haben eine ordentliche Punktezahl, wir können zufrieden sein.

bundesliga.de: Friedhelm Funkel hat die Fortuna zum Ende der vergangenen Saison übernommen und den Klassenerhalt geschafft. Er gilt als ein Trainer, der auf eine starke Defensive setzt. Sie sind unter ihm unumstrittener Stammspieler. Was verlangt er von der Mannschaft, wie geht er mit Ihnen um?

Akpoguma: Der Trainer macht das sehr gut. Er redet viel mit uns und sagt uns, dass wir auch Fehler machen dürfen. Das tut einem Spieler gut. Du weißt, dass du auch Sachen ausprobieren kannst. Für Friedhelm Funkel steht an erster Stelle, dass wir immer Gas geben.

"Ich will irgendwann in der Bundesliga spielen"

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bundesliga.de: Fortuna Düsseldorf hat in dieser Saison bereits achtmal zu Null gespielt. Das tut einem Defensivspieler wie Ihnen sicher auch gut?

Akpoguma: Ja, das tut aber nicht nur mir gut, sondern der ganzen Mannschaft. Jeder hat seinen Anteil daran, es ist auch vor allem ein Verdienst unseres Torwarts Michael Rensing. Aber auf solche Zahlen schaue ich auch nicht so sehr.

bundesliga.de: Wie zufrieden waren Sie selbst mit Ihrer Entwicklung in Ihrer zweiten Saison in Düsseldorf?

Akpoguma: Es war mein erstes Halbjahr, in dem ich richtig auf Profiniveau durchgespielt habe. Darüber bin ich sehr glücklich. Umso motivierter bin ich, diese Leistungen in der Rückrunde zu bestätigen.

bundesliga.de: Fortuna ist auch ein gutes Sprungbrett für die Bundesliga-Karriere wie die Beispiele von Jonathan Tah oder Kerem Demirbay zuletzt gezeigt haben. Ist die Fortuna für Sie der Verein, bei dem Sie sich auch für höhere Aufgaben in der Bundesliga empfehlen können?

Akpoguma: Ich bin jung und will natürlich irgendwann in der Bundesliga spielen. Mein zweites Jahr jetzt in Düsseldorf ist sehr wichtig, um Spielpraxis zu bekommen und mich zu zeigen. Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Düsseldorf.

bundesliga.de: In den letzten Heimspielen vor der Winterpause hat Fortuna nicht mehr so stark gepunktet wie am Anfang der Saison. Auswärts dagegen hat die Mannschaft die letzten fünf Spiele nicht mehr verloren und zuletzt sogar vier Spiele am Stück kein Gegentor mehr bekommen. Tut sich die Fortuna auswärts leichter als daheim?

Akpoguma: Nein. Die letzten Heimspiele waren sicher nicht so gut. Das hatte ich auch gemeint, als ich sagte, dass wir vielleicht ein paar Punkte mehr hätten haben können. Ich fühle mich aber zuhause wohler als bei Auswärtsspielen. Unsere Fans sind überragend, das Stadion ist super.

bundesliga.de: Zum Rückrundenstart kommt dann der SV Sandhausen nach Düsseldorf, eine Mannschaft, die erneut positiv überrascht und auswärts sogar besser ist als beispielsweise der Herbstmeister Eintracht Braunschweig. Kommt da gleich zum Auftakt ein echter Prüfstein für die Fortuna zu?

Akpoguma: Das sehe ich auch so. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Sandhausen nicht zu den schwächeren Mannschaften der 2. Bundesliga gehört. Ich kenne den Trainer Kenan Kocak ganz gut und habe oft gegen ihn gespielt, als er noch Waldhof Mannheim coachte. Er ist ein guter Trainer. Es wird kein leichtes Spiel für uns. Gerade im ersten Spiel nach der Winterpause ist es wichtig, gut reinzukommen. Wir werden versuchen, die Partie zu gewinnen. Dann nehmen wir die 30 Punkte ins Visier, danach die 40 Punkte. Und dann schauen wir, was in den restlichen Spielen noch geht und wo wir am Ende landen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski