Köln - Hannover 96 bewies zuletzt beim 2:2-Unentschieden im Derby in Braunschweig große Moral. Die Niedersachsen liegen auf Platz 4 der Tabelle der 2. Bundesliga, die Aufstiegsplätze sind weiterhin in Reichweite. Mit bislang vier Treffern und vier Assists gehört Kenan Karaman zu den positiven Überraschungen bei 96. Im Interview mit bundesliga.de zieht der 22-Jährige eine Zwischenbilanz.

bundesliga.de: Kenan Karaman, dank einer entschlossenen Aufholjagd konnte 96 noch im brisanten Derby beim Tabellenführer Braunschweig einen 0:2-Rückstand in ein 2:2-Unentschieden verwandeln. Bei einer Niederlage wäre die Eintracht acht Punkte weg gewesen, so sind es fünf. Sie hatten mit einem Tor und einem Assist einen maßgeblichen Anteil am Remis. Wie wichtig war es für das Selbstvertrauen, etwas Zählbares mitgenommen zu haben?

Karaman: Das war schon sehr wichtig. Allerdings wollten wir eigentlich in Braunschweig gewinnen, um den Abstand nach oben zu verkürzen – das ist uns leider nicht gelungen. Am Ende sind wir dann aber doch froh, dass wir mit einem Punkt aus dem Spiel gehen. Gerade in so einem Derby noch einen 0:2-Rückstand aufzuholen, ist keine Leichtigkeit und zeigt die Stärke unserer Mannschaft in diesem Jahr.

bundesliga.de: Das erste Saisondrittel ist gespielt. Hannover 96 belegt aktuell Platz 4. Der Rückstand auf Platz 2 ist größer als der Vorsprung auf Platz 9. Wie bewerten Sie die Situation? Ist die Mannschaft im Soll?

Karaman: Für uns ist es sehr wichtig, dass wir uns im oberen Drittel aufhalten. Bis zur Winterpause sind es noch ein paar Spiele. Bis dahin wollen wir uns oben etablieren – möglichst auf einem direkten Aufstiegsplatz. Ich glaube, wir haben gute Voraussetzungen dafür.

Video: Die Fantasy-Herbstliga

>>> Jetzt mitmachen beim Bundesliga Fantasy Manager

bundesliga.de: Für Sie persönlich lief es bisher ausgesprochen gut. Sie kommen bereits auf vier Tore, darunter drei mit Kopf, und vier Assists. Wie erklären Sie sich Ihre Kopfballstärke? Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Ausbeute?

Karaman: Mein Kopfballspiel war schon immer ganz gut. In den letzten Wochen habe ich viel mit unserem Athletiktrainer an meiner Sprungkraft gearbeitet – und dann lief es einfach mit dem Kopf. Es ist natürlich schön, wenn man Extraschichten macht und dafür dann auch belohnt wird. Mit meiner Ausbeute bin ich bis jetzt soweit zufrieden, aber natürlich gibt es immer Luft nach oben.

"Der Trainer möchte Tore sehen"

bundesliga.de: Die Konkurrenzsituation im Kader ist sehr groß. Sie haben alle zwölf Punktspiele absolviert, wurden aber auch fünfmal eingewechselt. Können Sie mit Ihrer Rolle gut leben oder würden Sie sich mehr Startelfeinsätze wünschen? Was fehlt noch zum unumstrittenen Stammspieler?

Karaman: Jeder Spieler wünscht sich, jedes Spiel auf dem Platz zu stehen. Aber wir wissen, dass wir dieses Jahr auf jeder Position gut besetzt sind. Ich habe schon am Anfang der Saison gesagt, dass es mal Spiele geben wird, in denen der eine oder andere draußen sitzt. Wir haben alle ein großes Ziel, dem wir uns als Mannschaft unterordnen. Aber natürlich ist es mein persönliches Ziel, noch häufiger von Beginn an auf dem Platz zu stehen.

© imago / Kaletta

bundesliga.de: Wie ist das Feedback des Trainers? Was erwartet er von Ihnen?

Karaman: Der Trainer erwartet von einem Offensivspieler, dass er immer wieder Akzente setzt. Er gibt uns vorne auch viele Freiräume, hat nichts dagegen, wenn wir auch mal ins Risiko gehen und auch mal versuchen, zwei oder drei Spieler auszudribbeln. Er möchte Abschlüsse und natürlich auch Tore sehen.

bundesliga.de: Hannover 96 hat den direkten Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben. Bislang fehlte noch etwas Konstanz. Auf drei Siege in Folge folgten vier Spiele mit nur noch einem Dreier. Wie schwer ist es, sich auf die 2. Bundesliga umzustellen und auf Gegner zu treffen, für die das Spiel gegen 96 die Partie des Jahres ist?

Karaman: Die Umstellung war am Anfang sehr groß, das haben wir direkt in den ersten Spielen gespürt. Mittlerweile wissen wir, wie sich die Mannschaften auf uns vorbereiten und wie die meisten gegen uns auftreten. Natürlich ist es ein Unterschied zur Bundesliga, aber trotzdem denke ich, dass wir bisher eine gute Rolle gespielt haben. Natürlich fehlte uns bisher ein Stückweit noch Konstanz. Aber wir blicken nach vorn und bis zur Winterpause wollen wir noch einige Siege holen.

>>> Alle Infos zu #H96AUE im Matchcenter

bundesliga.de: Nach der Länderspielpause trifft Hannover auf den Aufsteiger Erzgebirge Aue. Gegen den Mitaufsteiger Dresden kassierte 96 seine einzige Heimniederlage. Ist die 96-Mannschaft gewarnt? Wie gefährlich ist der Gegner?

Karaman: Wir wissen, dass wir keinen Gegner in der zweiten Liga unterschätzen dürfen. Wir haben ein Heimspiel, spielen vor unseren eigenen Fans. Da zählen nur drei Punkte und es ist egal, wer der Gegner ist – ob etablierter Zweitligaverein oder Aufsteiger, wir wollen die drei Punkte auf jeden Fall hier in Hannover behalten.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski