Zusammenfassung

  • Drittligist Karlsruhe kommt mit viel Selbstvertrauen

  • Aue-Trainer Hannes Drews sieht seine Mannschaft in der Favoritenrolle

  • Der KSC hat keine guten Erinnerungen an die Relegation

Köln - In der Relegation zur 2. Bundesliga empfängt am Freitagabend (18.15 Uhr, ZDF und Eurosport Player auf Eurosport 2 HD Xtra) Drittligist Karlsruher SC den FC Erzgebirge Aue. Während die "Veilchen" den letzten Spieltag der 2. Bundesliga noch nicht ganz verdaut haben, kommt Drittligist KSC mit viel Selbstbewusstein. Allerdings haben die Badener keine so guten Erinnerungen an die Entscheidungsspiele.

>>> Das müsst ihr zur Relegation wissen

Seit die Relegation 2009 wieder eingeführt wurde, setzte sich der Drittligist in sieben von neun Fällen gegen die Mannschaft aus der 2. Bundesliga durch. Der Karlsruher SC, der als unterklassiges Team im ersten Spiel Heimrecht hat, kann sich also rein statistisch gesehen berechtigte Hoffnungen machen, nach dem Abstieg 2017 nur ein Jahr später wieder in die 2. Bundesliga zurückzukehren.

"Wir können jetzt am Freitag und am Dienstag aus einer sehr guten Runde eine herausragende Runde machen." Alois Schwartz (Trainer Karlsruher SC)

Dabei fing die Saison nach dem Absturz in die 3. Liga nur wenig vielversprechend an. An den ersten sieben Spieltagen gab es nur einen einzigen Sieg, der KSC rutschte auch eine Liga tiefer wieder in den Keller ab. Der Verein reagierte, trennte sich von Marc-Patrick Meister, holte Ende August Alois Schwartz als neuen Trainer und der fand direkt den Zugang zur Mannschaft. Nach einer kurzen Kennenlernphase legte Karlsruhe eine Erfolgsserie und Aufholjagd sondersgleichen hin: Vom 12. bis 32. Spieltag blieb der KSC ungeschlagen, gab in dieser Zeit überhaupt in nur sieben Spielen Punkte ab und arbeitete sich mit der besten Abwehr der Liga Schritt für Schritt nach vorne.

>>> ksc.de: Matchfacts zum Relegationsspiel

Die Fans des Karlsruher SC stehen immer hinter ihrer Mannschaft
Die Fans des Karlsruher SC stehen immer hinter ihrer Mannschaft © gettyimages / Juergen Schwarz

In Karlsruhe herrscht nach dieser Saison eine unglaubliche Euphorie. Das Ticketkontingent für den Heimbereich war für das Relegations-Hinspiel nach nur einer Stunde ausverkauft - und da wussten die Karlsruher noch nicht einmal, wer am Freitag und im Rückspiel am Dienstag (ebenfalls 18.15 Uhr) der Gegner sein würde. "Es herrscht ein riesiges Interesse und wir spielen am Freitag im Wildpark vor vollem Haus. Das haben wir uns erarbeitet, darauf können wir stolz sein und so gehen wir in dieses Spiel", erklärt Schwartz.

Karlsruhe hat keinen Druck

Die Devise des Drittlgisten ist ganz einfach: Locker bleiben, Fußball spielen und am Ende schauen, was rauskommt. Denn: "Der Zweitligist muss teilnehmen, wir dürfen", sagt der KSC-Trainer. Die Mannschaft ist voll fokussiert, unter der Woche schotteten sich die Karlsruher ab, um sich auf den Punkt auf die Entscheidungsspiele vorzubereiten. Schwartz: "Wir haben eine gute Runde gespielt, mit dem dritten Platz war es eine sehr gute Runde. Jetzt können wir am Freitag und am Dienstag aus einer sehr guten Runde eine herausragende Runde machen."

Video: Bundesliga-Stars hautnah

Gegner ist der FC Erzgebirge Aue. Der könnte eigentlich guter Dinge in die Partie gehen, trifft die Mannschaft von Hannes Drews mit dem KSC doch auf eine Art Lieblingsgegner. Gegen kein anderes Team konnten die "Veilchen" in der 2. Bundesliga so viele Spiele gewinnen wie gegen Karlsruhe. Und auch Schwartz hat beobachtet, dass Aue eine "spielstarke Mannschaft" hat.

Trotz 40 Punkten in der Relegation

Nicht umsonst sind die Sachsen mit 40 Punkten der beste Zweitligist, der bis jetzt in die Relegation muss. War dies bislang immer die magische Marke, war die Liga diesmal so ausgeglichen, dass 40 Zähler nicht für den sicheren Klassenerhalt reichten. Erst am letzten Spieltag fiel die Entscheidung - zu Ungunsten des FC Erzgebirge.

"Wir werden mit viel Zuversicht in die Spiele gehen. Wir können allen zeigen, dass wir in diese 2. Bundesliga gehören." Hannes Drews (Trainer Erzgebirge Aue)

Ausschlaggebend dafür war aber nicht nur die bittere 0:1-Niederlage gegen Darmstadt 98, die erst in der 86. Minute alle Hoffnungen der Auer Veilchen zu Nichte machte. Vielmehr verpasste es der FCE, der sich mit einem kleinen Zwischenspurt kurz vor der Schlussphase der Saison schon fast aller Abstiegssorgen entledigt hatte, in den letzten fünf Spielen den Deckel drauf zu machen. Auf Platz neun am 29. Spieltag war es zwar immer noch eng, die Ausgangslage für die Drews-Elf aber sehr positiv. Die holte in der Folgezeit aber nur noch ein einziges Pünktchen und stand damit am 34. Spieltag vor dem Endspiel gegen Darmstadt. Um sicher in der Liga zu bleiben, waren beide Teams zum Siegen verpflichtet.

Der Moment, als bei Aue alle Hoffnungen zerbrechen: Darmstadt geht 1:0 in Führung
Der Moment, als bei Aue alle Hoffnungen zerbrechen: Darmstadt geht 1:0 in Führung © gettyimages / Simon Hofmann

Und so hadern die Auer vor der Relegation ein wenig mit ihrem Schicksal. "Wir haben uns das anders vorgestellt", sagt FCE-Trainer Drews, der "nicht in die Verlängerung gehen" wollte. Dementsprechend mussten er und sein Team in den letzten Tagen viel Aufbauarbeit leisten. "Die Enttäuschung war nach dem Spiel in Darmstadt natürlich da." Doch je näher es Richtung Relegation ging, je mehr gingen die Köpfe der Auer Spieler wieder nach oben. Vor der Partie in Karlsruhe gibt sich die Mannschaft kämpferisch. "Wir haben jetzt zwei Endspiele vor der Brust und die wollen wir beide gewinnen", sagt Drews.

Drews sieht Aue als Favoriten

Die Spieler haben den Schalter in ihrem Kopf wieder umgelegt, wollen positiv in die "Verlängerung" gehen. "Wichtig ist, dass wir weiter eine gewisse Ruhe ausstrahlen. So wie auch bei dem Spiel in Darmstadt." Auch wenn der KSC vielleicht zuletzt den besseren Lauf hatte und mit viel Rückenwind kommt, Drews gibt offen und ehrlich zu, dass Aue als Team aus der 2. Bundesliga der Favorit ist. "Wir werden diese Rolle annehmen und mit viel Zuversicht in die Spiele gehen. Wir können allen zeigen, dass wir in diese 2. Bundesliga gehören."

>>> fc-erzgebirge.de: Kapitän Martin Männel appelliert an die Fans

KSC hat Erfahrung in der Relegation

Während Aue erstmals in der Relegation spielt, verfügt der Karlsruher SC schon über eine gewisse Erfahrung. In den neun Jahren, in denen es die Entscheidungsspiele jetzt wieder gibt, war der KSC zwei Mal dabei - jeweils als Verlierer. 2012 unterlag der Verein aus Baden dem SSV Jahn Regensburg und stieg nach zwei Unentschieden in die 3. Liga ab, 2015 hatte die Mannschaft die Möglichkeit in die Bundesliga aufzusteigen, zog aber gegen den Hamburger SV den Kürzeren. Diesen "Fluch" wollen die Karlsruher natürlich in dieser Saison beenden.

>>> Alle Infos zu #KSCAUE im Matchcenter

Kristina Jäger