Fürth - Die Spielvereinigung Greuther Fürth liegt in der 2. Liga auf dem 4. Platz und damit aussichtsreich im Aufstiegsrennen - wieder einmal. Doch diesmal, im 13. Jahr Zweitligazugehörigkeit in Folge, soll es endlich mit dem Sprung ins Oberhaus klappen.

Wie genau das "Kleeblatt" im Kampf um den Relegationsplatz mit dem VfL Bochum bestehen will, erklärt Milorad Pekovic, die Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld, im exklusiven Gespräch mit bundesliga.de. Der Routinier blickt auf das Endprogramm der Franken und des VfL Bochum und erklärt, warum er darüber nachdenkt, auf dem Platz mal leisere Töne anzuschlagen.

bundesliga.de: Herr Pekovic, das 1:0 gegen Arminia Bielefeld in der Vorwoche sieht auf dem Papier knapp aus. Wie ist das Spiel Ihrer Meinung nach verlaufen?

Milorad Pekovic: Jeder hat von uns vor dieser Partie gegen den feststehenden Absteiger drei Punkte erwartet. Wir haben von Anfang an Druck gemacht, wollten unbedingt das erste Tor. Wir haben einige Chancen vergeben, aber dann letztlich verdient gewonnen.

bundesliga.de: Durch den Sieg sind Sie mit der Spielvereinigung weiter am VfL Bochum dran. Wie wichtig war der Erfolg, um den VfL unter Druck zu setzen?

Pekovic: Das war sehr wichtig, in dieser Phase der Saison zählt jeder Punkt. Jetzt haben wir noch zwei Spiele und sind weiter dran. Wir haben hart für dieses Ziel gearbeitet. Und die Entscheidung fällt am letzten Spieltag.

bundesliga.de: Zwei Punkte trennen Sie jedoch nach wie vor vom Relegationsplatz. Wie beurteilen Sie die Chancen Ihres Teams im Aufstiegsrennen?

Pekovic: Das ist schwer zu sagen. Natürlich sind wir ein Stück weit davon abhängig, was Bochum macht. Aber wir konzentrieren uns nur auf unsere Spiele, müssen unsere Punkte holen und da sein, wenn der Konkurrent etwas liegen lässt.

bundesliga.de: Sie haben derzeit 14 Gelbe Karten. Sind Sie so ein harter Knochen oder wie kommt es zu dieser Sammlung?

Pekovic: Ich spiele auf einer Position, auf der man auch mal hart in die Zweikämpfe geht. Aber ich muss zugeben, dass auch ein paar unnötige Karten dabei waren. Ich will unbedingt immer gewinnen, aber ich muss halt auch mal meine Klappe halten.

bundesliga.de: Werden Sie sich im kommenden Spiel in Oberhausen zurücknehmen, damit Sie Ihrer Mannschaft auch am 34. Spieltag gegen Düsseldorf helfen können?

Pekovic: Nein, das kann ich nicht. Das ist meine Art Fußball zu spielen, und die werde ich mit fast 34 Jahren nicht mehr ändern. Würde ich versuchen, mich zurückzunehmen, dann wäre ich auch nicht mehr so gut. Ich werde also meinen Mund halten und weiter hart in die Zweikämpfe gehen.

bundesliga.de: Der nächste Gegner Oberhausen steckt im Abstiegskampf. Wie gehen Sie diese Partie an?

Pekovic: Es ist ein wichtiges Spiel, in dem wir uns auf unsere Stärken und Qualitäten konzentrieren müssen. Wir stehen zu Recht da oben und müssen einmal mehr zeigen, dass wir die drei Punkte holen wollen. RWO kämpft um alles, aber für uns geht es auch um sehr viel.

bundesliga.de: Worauf muss sich Ihr Team konzentrieren, damit der nächste "Dreier" eingefahren wird?

Pekovic: Oberhausen wird versuchen, von Anfang an Druck zu machen. Das heißt, dass wir hellwach sein müssen und Gas geben müssen. Die Zweikämpfe müssen wir annehmen und eine geschlossene, gute Mannschaftsleistung zeigen.

bundesliga.de: Auch der VfL Bochum hat mit Osnabrück einen Gegner vor der Brust, für den es noch um alles geht. Werden Sie am Sonntag auch zeitgleich dem VfL Osnabrück die Daumen drücken?

Pekovic: Natürlich müssen wir uns erst mal auf unser Spiel konzentrieren, dürfen uns nicht zu viele Gedanken machen. Und nach dem Spiel schauen wir mal, was in Osnabrück passiert ist.

bundesliga.de: Was würde ein Aufstieg für die SpVgg bedeuten?

Pekovic: Die SpVgg war oft dran am Aufstieg. Für viele würde sich ein großer Traum erfüllen. Denn alle im Verein, die Fans und das Umfeld hätten das verdient. Hier muss Schluss sein mit "die können oder wollen nicht aufsteigen". Wir wollen mit unserer Mannschaft das Gegenteil beweisen.

bundesliga.de: Wenn man die gesamte Saison oben dabei ist und am Ende das Ziel mit Rang 4 nur knapp verfehlen sollte - wie groß wäre die Enttäuschung?

Pekovic: Ich denke nicht an eine Enttäuschung. Ich mache mir auch noch keine Gedanken, was hier in zwei Wochen passiert.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig